Unterhachingern erhält Catia Hilgart (53) bei ihrem Kampf für besseren Lärmschutz.
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Bergeweise Unterstützung von den Unterhachingern erhält Catia Hilgart (53) bei ihrem Kampf für besseren Lärmschutz.
Doppelt warnt besser: Gleich zwei Schilder weisen am Tor zur Polizei-Schießanlage im Perlacher Forst auf die Gefahr hin.
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Doppelt warnt besser: Gleich zwei Schilder weisen am Tor zur Polizei-Schießanlage im Perlacher Forst auf die Gefahr hin.

Anwohner klagen

Lärm vom Schießstand nerviger als Autobahn

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Ihr Hauptziel ist eine Lärmschutzwand an der A 995, aber Catia Hilgart kämpft mit ihrer Initiative in Unterhaching noch gegen ein weiteres Anliegen: gegen den Krach vom Polizeischießstand im Perlacher Forst.

Unterhaching – Jetzt, in den Sommerferien, ist es relativ ruhig. Aber sonst: „Die schießen jeden Tag“, sagt Catia Hilgart. „Tagsüber ist dieser Lärm schlimmer als der von der Autobahn.“ Besonders intensiv dröhne das Geballere an Dienstagen und Freitagen die 1,4 Kilometer Luftliniendistanz hinüber ins Wohngebiet rund um die Jägerstraße.

Dass die Polizei in Zeiten des internationalen Terrorismus mehr denn je trainieren muss, dafür hat die 53-Jährige uneingeschränktes Verständnis. Aber, fragt sie: „Ist es nicht möglich, die Schießanlage zu modernisieren, beispielsweise mit einer Umhausung, die den Schall abfängt?“ Die Unterhachinger CSU-Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer habe ihr in einem Gespräch von der erfolgreichen Schallschutz-Modernisierung einer ähnlichen Anlage im Würmtal berichtet.

Der Unmut bei den Bürgern über die ständigen Schießgeräusche ist groß. Eine Nachbarin von Hilgart berichtet, ihr ein Jahr altes Kind könne vor Schreck über die Ballerei keinen Mittagsschlaf mehr halten; andere lassen Hunde und Katzen nicht mehr vor die Tür. Auch im Fasanenpark sind die Schießgeräusche zu hören, wie Rentner Wolfgang Greiler (79) bestätigt: „Das hört sich an wie im Krieg. Ganz Unterhaching wird beschallt.“

Wie Peitschenhiebe

Unmittelbar neben Catia Hilgart wohnt CSU-Gemeinderat Florian Riegel, auch er findet: „Die Schießgeräusche sind absolut unangenehm, sie knallen wie Peitschenhiebe durch die Luft. So sehr, dass ich immer wieder erschrocken zusammenzucke. Gerade in Zeiten von Terroranschlägen wie in Barcelona fragt man sich im ersten Moment: Ist das nur eine Polizei-Übung – oder vielleicht doch ein Anschlag?“

Bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die das einstige Bundeswehr-Trainingsgelände ans Polizeipräsidium vermietet hat, nimmt man die Sorgen der Anwohner ernst. „Das Polizeipräsidium München als Nutzer der Schießanlage ist vertraglich verpflichtet, die für die Nutzung maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Bestimmungen, unter anderem auch die Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes, zu beachten“, sagt Ina Schäfer.

Seitens der Polizei heißt es, des Problems werde sich „intensiv angenommen“. Das Landratsamt München habe für September eine Lärmmessung beauftragt. Auf der Grundlage der Ergebnisse werde die Polizei das weitere Vorgehen abstimmen.

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