Das neue mobile Testzentrum des Landkreises München.
+
Das neue mobile Testzentrum des Landkreises München ist seit Donnerstag im Einsatz, organisiert vom Malteser Hilfsdienst.

Erste Impfungen vielleicht im Dezember

Impfzentrum für Landkreis München in Vorbereitung

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
    schließen

Noch steht der Impfstoff nicht bereit. Trotzdem laufen im Landkreis bereits die Planungen für ein Impfzentrum. Und es gibt weitere Neuigkeiten.

  • Noch zeigt der Lockdown im Landkreis keine Wirkung - die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin hoch.
  • Das Landratsamt setzt weiterhin auf viele Tests.
  • Und es gibt erste Pläne für die Zeit nach dem Lockdown.

Die Nachricht von einem möglicherweise bald verfügbaren Impfstoff hat auch Auswirkungen auf den Landkreis München. „Wir wurden dazu aufgefordert, mindestens ein Impfzentrum im Landkreis bereit zu halten“, sagte Landrat Christoph Göbel gestern bei einem Pressegespräch. Derzeit prüfe man gemeinsam mit den Gemeinden, wo man ein solches einrichten könnte. Im Gespräch sind derzeit Haar und Unterschleißheim. „Wenn es mit den Impfungen losgeht, müssen wir bereit sein“, so Göbel. Er rechnet mit „spätestens Januar, bei einigen Bevölkerungsgruppen vielleicht schon im Dezember“. Der Knackpunkt wie immer: das Personal. Göbel ist daher in Verhandlungen mit verschiedenen Rettungsdiensten, die beim Betrieb eines solchen Impfzentrums mithelfen könnten so wie schon bei den Testzentren im Landkreis.

Testzentrum auf Rädern

Eine solche Zusammenarbeit gibt es auch beim neuen mobilen Corona-Testzentrum des Landkreises, das seit Donnerstag im Einsatz ist und vom Malteser Hilfsdienst organisiert wird. Am Donnerstag startete das mobile Testzentrum mit Reihentestungen in den Flüchtlingsunterkünften des Landkreises. Ab diesem Freitag soll das Team bei Reihen- und anlassbezogenen Coronatests in Pflegeeinrichtungen mithelfen. In 43 für 56 Einrichtungen wurde laut Göbel bereits getestet. 38 Bewohner in sieben Einrichtungen wurden positiv getestet. In insgesamt 17 Einrichtungen befinden sich gerade 34 Mitarbeiter in Quarantäne. „Die präventiven Tests zeigen Wirkung“, so Göbel.

Bis zu 1700 Coronatests täglich

Gut ausgelastet – zu 88 Prozent – sind derzeit die Testzentren im Landkreis. Allein in Haar finden täglich 1000 Tests statt, landkreisweit sind es zwischen 1500 bis 1700 täglich. Das Infektionsgeschehen ist laut Göbel nach wie vor hoch. „Aber wir hoffen sehr, dass es nach den ersten 14 Tagen des sanften Lockdowns die Zahlen nicht weiter steigen.“ Er geht nicht davon aus, dass die Zahl der Neuinfektionen dann rapide sinken wird. Doch langsam müsse man an den Zielwert von etwa 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen rankommen. „Denn dann wird die Nachverfolgung der Kontakte, die derzeit nur verzögert funktioniert, wieder einfacher“, so Göbel.

Weniger Schulen betroffen

Bei den Schulen zeigen die Ferien Wirkung: Waren vor den Herbstferien noch 30 Schulen von Coronafällen und Quarantäne betroffen, sind es derzeit noch 16, außerdem 24 Kindertagesstätten. Auch nach dem Lockdown will Göbel „auf der jetzigen Basis weiterarbeiten, mit pragmatischen Lösungen, die sich bewährt haben“. Wichtig hält er es, auch bald Lösungen für Gastronomie und Veranstaltungen zu finden. „Es wird noch Monate dauern bis wir zu einer Art Normalität zurückkehren“, glaubt Göbel. Nach wie vor setzt er große Hoffnungen auf Schnelltests. Derzeit sei man mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband wegen eines möglichen Pilotprojekts im Gespräch. Dabei könnte man mithilfe eines negativen Coronatests und einer App, die die Testergebnisse und Daten des Betroffenen speichert und über einen QR-Code weitergibt, ein Lokal besuchen. Wie das genau abläuft und wer die Kosten für den Test übernimmt, ist noch unklar.

Auch interessant

Kommentare