Mehr Geld für Betreutes Wohnen

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Um älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, baut der Landkreis München sein Programm „Betreutes Wohnen zu Hause“ aus.

Landkreis– Bis zu 30 000 Euro im Jahr erhalten Initiativen, die Senioren daheim betreuen. Durch die vom Kreistag einstimmig verabschiedeten Richtlinien für eine finanzielle Förderung will das Landratsamt die bestehende Pflege-Infrastruktur im Landkreis ausbauen und durch ambulante Angebote entlasten. Als Höchstbetrag sind 15 000 Euro für den Aufbau einer solchen Initiative festgeschrieben. Für den laufenden Unterhalt sind weitere 15 000 Euro pro Jahr vorgesehen.

Das Angebot einer Zusammenarbeit mit dem Landratsamt richtet sich an Verbände aus der freien Wohlfahrtspflege wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die Nachbarschaftshilfe (NBH), an eingetragene Vereine und rechtsfähige Stiftungen. Voraussetzung ist die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Wie das Landratsamt bekannt gab, erhalten bislang acht Anbieter aus dem Landkreis Fördergelder für den Aufbau einer Initiative des „Betreuten Wohnen zu Hause“. Drei weiteren Einrichtungen wurden Zuschüsse genehmigt.

Das Angebot richtet sich nicht an Privatpersonen. Pflegende Angehörige sind nach wie vor ein Fall für die Pflegeversicherung. Eine Benachteiligung privat pflegender Personen sieht Kreisrätin Ulrike Beck (CSU) in dieser Regelung aber nicht. Familienmitglieder, die Angehörige daheim pflegen, würden durch das zusätzliche Angebot vielmehr entlastet. Die in der Senioren Union und im VdK engagierte Beck berichtet von einem Fall, den sie selbst erlebt hat: Die betagte Oma ist dement. Ein Heim kommt schon aus finanziellen Gründen nicht in Betracht. Die Familie ist überfordert; denn die alte Dame darf nicht eine Minute ohne Aufsicht bleiben. „Die sie pflegenden Enkel sind seit Ewigkeiten nicht mehr auf einen Kaffee oder ins Kino aus dem Haus gekommen.“

„Betreutes Wohnen zu Hause“ ist Beck zufolge als Bindeglied zwischen der privaten Pflege daheim und dem stationären Aufenthalt in einem Pflegeheim konzipiert. Vielerorts sind Caritas, AWO oder NBH schon heute in der Altenhilfe tätig. Über die Fördermittel würden Einrichtungen wie die Wohlfahrtsverbände in die Lage versetzt, Senioren oder der Familie eine Hilfe an die Seite zu stellen. Unterstützung beim Einkaufen etwa, in der häuslichen Pflege oder als Begleitung zum Arzt. Bestehende Strukturen würden auf diese Weise verstärkt, andernorts die Möglichkeit geschaffen, ambulante Pflege einzurichten.

Dem demografischen Wandel einer alternden Gesellschaft und dem Wunsch vieler Senioren auf ein Leben in den eigenen vier Wänden begegnet der Kreis seit den 1990er Jahren mit dem Altenhilfeplan und dem darauf aufbauenden Seniorenpolitischen Gesamtkonzept. Seit 2007 bezuschusst das Landratsamt Maßnahmen der ambulante Pflege.

Mit den vom Kreistag formulierten Förderrichtlinien setzt der Kreis seine Seniorenpolitik auf ein stabiles Fundament: „Ältere Menschen haben das Bedürfnis, ihr Leben weitgehend selbstständig in der eigenen Wohnung zu gestalten“, heißt es aus dem Landratsamt: „Die Mehrheit der Senioren möchte den Übergang in eine stationäre Wohn- und Pflegeeinrichtung vermeiden und so lange wie möglich hinauszögern.“ 

Rubriklistenbild: © fkn

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