Das Landratsamt hatte bereits vor einigen Wochen einen Vertrag mit dem Anbieter der Kontakterfassungs-Software „Darfichrein“ geschlossen. (Symbolbild)
+
Das Landratsamt bekommt einen Zwilling in Riem. (Symbolbild)

Grundstück in Aussicht

Neues Landratsamt in der Messestadt

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Die Kreisbehörde will ein Grundstück in Riem kaufen. Der Neubau dort soll den Standort am Mariahilfplatz entlasten.

Landkreis – Im Münchner Osten soll ein neues Landratsamt entstehen. Nach jahrelanger Suche ist der Landkreis fündig geworden und will ein Grundstück mit geeignetem Gebäude im Bereich auf dem Messegelände Riem erwerben. In einer außerordentlichen Sitzung am Mittwoch, 5. Mai, entscheidet der Kreistag über einen Nachtragshaushalt.

Die neue Immobilie an der U-Bahnstation Messestadt West (U2) soll den Standort am Mariahilfplatz entlasten und dem Kreis Unsummen an Mietausgaben für Zweigstellen einsparen helfen. Die nötigen Gelder aber müsste sich der Kreis über Kredite beschaffen. Die jedes Jahr aufs Neue im Haushalt reservierten 30 Millionen Euro reichen nicht aus, um Gebäude und Grundstück zu erwerben. Der Haushalt soll um 100 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Kreis würde sich auf bis zu 290 Millionen Euro verschulden. Gegenwärtig beträgt die Schuldenlast 62 Millionen Euro.

Landratsamt 2 liegt verkehrstechnisch günstiger

Einzelheiten über den bevorstehenden Deal sind den Fraktionen nicht bekannt. Im Verlauf dieser Woche lädt Landrat Christoph Göbel (CSU) Fraktionsmitglieder zu einem Rundgang durch die Immobilie ein. Wie zu hören ist, hat sich die Gelegenheit, das Landratsamt im Zuge der seit Jahren gewünschten Standortentwicklung zu erweitern, „kurzfristig und ungeplant“ ergeben. Die Rede ist von einem interessanten und günstig gelegenen Objekt. Zur nächsten U-Bahnstation, Messestadt West, sind es 200 Meter. Damit wäre das künftige Landratsamt 2 verkehrstechnisch günstiger gelegen, als der Hauptsitz am Mariahilfplatz.

Zur Zeit beschäftigt der Landkreis 1500 Personen, die sich auf 1360 kommunale und staatliche Stellen verteilen. Der Überhang erklärt sich durch Halbstellen. Gegenwärtig stellt die Regierung von Oberbayern dem Kreis zusätzliche Kräfte wegen Corona zur Verfügung. Die Leute verteilen sich einschließlich Mariahilfplatz auf acht Niederlassungen.

Parallel wird Standort am Mariahilfplatz erweitert

Vor eineinhalb Jahren erst erwarb der Kreis ein Gebäude in der Chiemgaustraße für 64 Millionen Euro, um dem Personal ein wenig Luft zu verschaffen und um Fachbereiche wie Hochbau, Immobilien, Flüchtlinge und das Staatliche Schulamt unter einer Adresse zusammenzufassen. Für Gebäudebewirtschaftung, Bauunterhalt, Hausverwaltung und Mieten muss der Kreis alljährlich einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen.

Mittelfristig ist wohl vorgesehen, die Kreisverwaltung auf den Mariahilfplatz und Messestadt West zu konzentrieren. Niederlassungen in der Frankenthaler Straße, am Orleansplatz oder in Grasbrunn würden aufgegeben, abhängig von in den Pachtverträgen festgeschriebenen Kündigungsfristen. Das zum Teil untervermietete Gebäude in der Chiemgaustraße könnte inzwischen vermutlich sogar mit Profit weiterveräußert werden. Gelingt es dem Kreis, einen beachtlichen Teil der gegenwärtig für Miete & Co verwandten Millionen durch den Erwerb der Immobilie im Münchner Osten einzusparen, wäre eventuellen Debatten über derart hohe Investitionen in Krisenzeiten wahrscheinlich die Grundlage entzogen. Parallel zum Projekt Landratsamt 2 setzt der Kreis auf eine Erweiterung des Standorts Mariahilfplatz. Das zwischenzeitlich abgerissene Eckgebäude an der Ohlmüller Straße/ Mariahilfplatz steht zur Disposition, wie das frühere Gefängnisgebäude am Neudeck. Pläne, einen Flügel des Landratsamts aufzustocken, sind noch aktuell.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare