Kommende Woche: Distanzunterricht

Unterricht trotz positiven Selbsttest des Mitschülers

  • Max Wochinger
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22 positive Selbsttests wurden bekannt. 14 Infektionen wurden bisher von einem PCR-Test bestätigt. Landrat Göbel: Die Trefferquote bei den Selbsttests ist hoch.

Landkreis – Seit Montag müssen sich Schüler und Lehrer zweimal wöchentlich in der Schule auf das Coronavirus selbst testen. Mittlerweile sind dem Landratsamt 22 positive Selbsttest-Ergebnisse bekannt. Wie mit einer Klasse umgegangen wird, in der es positive Selbsttest-Ergebnisse gibt, entscheidet jede Schule selbst.

Die positiven Fälle wurden in 18 Einrichtungen aufgedeckt. Es sind Ergebnisse nach Tests vom Montag. 14 Infektionen wurden bereits durch einen PCR-Test bestätigt, die restlichen Verifizierungen stehen noch aus. Die Trefferquote bei den positiven Selbsttests ist hoch, sagte Landrats Christoph Göbel (CSU) heute bei einem Online-Pressegespräch.

Mitschüler und Lehrer müssen diesmal noch nicht in Quarantäne

Die anwesenden Mitschüler und Lehrer müssen jedoch nicht in Quarantäne, weil sie nicht als Kontaktpersonen eingestuft wurden. Der Kontakt im Rahmen der Selbsttests war dafür kein Grund. Vor dem Test am Montag gab es keinen Kontakt, etwa im Unterricht, weil die positiven Selbsttests allesamt vom ersten Schultag nach den Ferien waren. Künftig sollten Schüler der anwesenden Gruppe aber in Quarantäne, weil nun Kontakt im Unterricht stattgefunden hat.

Eine Schulklasse in Quarantäne schicken darf das Landratsamt allerdings nur nach einem positiven PCR-Test. Ein positiver Selbsttest reicht dafür nicht. Bis ein Ergebnis des PCR-Tests vorliegt, können die übrigen Mitschüler mit einem negativen Selbsttest-Ergebnis zunächst weiter in der Klasse bleiben. Einige Schulen im Landkreis schicken nach Informationen des Landratsamts trotzdem die gesamte Gruppe zunächst nach Hause.

Nach erster Schulwoche: Zahl der positiven Selbsttests könnte höher sein

Zudem könnte die Zahl der positiven Selbsttests weit höher sein, weil Schulen die Fälle nur teilweise der Kreisverwaltung melden. „Das ist ein Problem der ganzen Geschichte“, sagte Göbel. Eigentlich sollten Eltern das Ergebnis melden, heißt es aus dem Landratsamt.

Für die meisten Schüler im Landkreis beginnt die kommende Schulwoche ohnehin zu Hause: Für sie gilt ab Montag Distanzunterricht. Ausgenommen sind vierte und elfte Klassen sowie Abschlussklassen – sie dürfen im Präsenz- oder Wechselunterricht bleiben. Maßgeblich für die Entscheidung ist die Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag einer jeden Woche. Liegt sie am Stichtag über 100, gilt für die darauffolgende Woche für die meisten Schüler Distanzunterricht.

Göbel: „Bundes-Notbremese“ wohl nicht für Bayern

Eine derzeit diskutierte „Bundes-Notbremse“ sieht Distanzunterricht erst ab einer Inzidenz über 200 vor. Göbel hatte aber große Zweifel, dass es in Bayern zu dieser „Erleichterung“ kommen wird. Von morgen an gilt im Landkreis München die Notbremse - Geschäfte dürfen Bürger jetzt nur noch mit Termin und negativem Test betreten.

In Oberschleißheim indes hat sich die Rathausverwaltung bei Anlagegeschäften verschätzt: Die Gemeinde ist Opfer des Greensill-Skandals geworden, sie hat Millionen verloren. Die Auswirkungen auf die Kommune sind fatal. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Landkreis-München-Newsletter.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Sven Hoppe

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