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Das Gericht verurteilte den 34-jährigen Münchner zu zwei Jahren Haft

34-Jähriger verurteilt

Sex-Attacke in der Tankstellen-Toilette

Wegen versuchten sexuellen Übergriffs, Körperverletzung und Diebstahls hat das Schöffengericht am Amtsgericht München einen 34-jährigen Münchner Techniker jetzt zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt.

Landkreis – Die Tat ereignete sich laut Pressebericht des Amtsgerichts am 19. März vergangenen Jahres in einer Tankstelle im südlichen Landkreis München. Den genauen Ort darf das Gericht nicht nennen, da noch Berufungsverfahren laufen. Gegen 8 Uhr kaufte der Angeklagte bei der 24-jährigen Aushilfskassiererin per Kreditkarte zunächst Getränke und nach erneuter Rückkehr in bar einen Schokoriegel, um dann die Kundentoilette aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin steckte er noch eine Kondompackung ohne Bezahlung ein.

Täter lauert der Angestellten in der Toilette auf

Anschließend behauptete er gegenüber der Verkäuferin, er hätte peinlicherweise die Toilette verstopft. Er öffnete die Ausgangstüre und ließ sie von innen wieder zufallen, um vorzutäuschen, dass er den Verkaufsraum verlassen habe. Tatsächlich ging er wieder zur Kundentoilette und versteckte sich dort hinter der Tür. Er öffnete die Packung und hielt ein Kondom bereit. Die Verkäuferin ging mit einer Saugglocke in Richtung der Kundentoilette. Die Tür stand offen.

24-Jährige wehrt sich und kann sich retten

In der Toilette trat der Angeklagte hinter der Tür hervor. Die 24-Jährige erschrak und wich in die hinterste Ecke zurück. Der Angeklagte schloss langsam die Tür und grinste die junge Frau an. Diese geriet daraufhin in Panik und versuchte mit beiden Händen mit aller Kraft die auf zehn Zentimeter geschlossene Tür aufzureißen. Außerdem stellte sie ihr Bein in den Türspalt. Nach zehn bis 20 Sekunden realisierte der Angeklagte, der die Tür nicht hatte schließen können, dass er seinen Plan nicht umsetzen konnte und ließ die 24-Jährige, die beim Kampf Hämatome erlitten hatte, die Toilette verlassen. Sie schloss sich selbst auf der Mitarbeitertoilette ein und rief dann die Polizei herbei, während der Angeklagte sich mit seinem Auto davonfuhr.

Angeklagter spricht von Missverständnis

Der Angeklagte schwieg in der Verhandlung und erklärte erst in seinem letzten Wort, dass er niemanden vergewaltigen wollte. Die Kassiererin habe wohl was in den falschen Hals bekommen und mit dem Pömpel auf ihn eingeschlagen. Das Gericht allerdings kam zu einem anderen Schluss. und verurteilte den 34-Jährigen zu zwei Jahren Haft. Der Vorsitzende Richter stütze in der schriftlichen Urteilsbegründung seine Sicherheit vom oben geschilderten Tatablauf neben der Aussage der Geschädigten zum einen auf die eingesehenen Videoaufzeichnungen vom Geschehen im Verkaufsraum, wo neben dem Zeitablauf der Griff zur Kondompackung wie auch das Öffnen und Schließen der Ausgangstür von innen zu sehen gewesen sei. Weiter sprächen für den Tatablauf die vor Ort gefundene aufgerissene Kondomhülle und die an der Geschädigten ärztlich festgestellten Hämatome.

Berufung gegen Urteil

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da von Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt wurde.

Das Opfer hat lange unter der Tat gelitten. In der Verhandlung sagte die Frau: „Es war die erste Zeit für mich schwer, zu arbeiten, danach musste ich ja Geld verdienen. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr verdränge ich es.“  

mm

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