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Eine Nacktschnecke nähert sich einer Bierfalle. 

Selbstversuch

Schneckenplage: Lesertipps im Test

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Sie kommen langsam, aber plötzlich sind sie da. Sie kleben, sie fressen, sie nerven. Jedenfalls alle Gartenbesitzer. Es geht um Nacktschnecken, die über Nacht so mancher Pflanze den Garaus machen. Was Hobbygärtner dagegen tun können? Per Facebook haben wir unsere Leser um Hilfe gebeten – und viele nützliche Ratschläge erhalten. Ein Selbstversuch.

Von Martin Becker

Landkreis– Es ist schon ein paar Jahre her, da ging der hübsche Baum im Garten unerwartet ein. Warum? Eine aggressive Käfer-Attacke. Als Alternative ziehe ich mittlerweile jedes Frühjahr wieder eine kleine Kolonie an Sonnenblumen heran. Die haben mehrere Vorzüge: Sie werden bis zu drei Meter hoch und bieten im Sommer ein bisschen Sichtschutz, sie blühen leuchtend schön und locken diverse Bienen und Hummeln an, und im Winter sind sie für heimische Vögel ein natürliches Nahrungs-Reservoir.

Alles prima also? Fast. Wären da nicht diese Schnecken. Denn die haben, alle Jahre wieder, eine Lieblingsspeise: Sonnenblumen nämlich. Wenn ich abends durch den Garten gehe, sammele ich – je nach Witterung – acht bis 25 Nachtschnecken ein. Wohin damit? Ab in die Biotonne. Oder auf den gärtnerisch irrelevanten Spielplatz des Wohngebiets.

Das Resultat vom vermeintlichen „tabula rasa“: absolut ernüchternd. Am nächsten Morgen nämlich ist nämlich nix mit reinem Tisch, sondern der quasi gedeckte Tisch ist abgeschmatzt – Blätter wie Skelette, auf manchen Stängeln sitzen sie noch, die Nacktschnecken.

Was also gegen diese Querulanten tun? Weil Schneckenkorn heuer nur sehr mäßig nützte, kam die Idee auf: Fragen wir doch unsere Leser per Facebook! Und siehe da, das Schneckenproblem ist gelöst – 73 Kommentare gab es nach unserem viel beachteten Aufruf.

  Viele waren wirklich hilfreich. Und im Selbstversuch ist es dann tatsächlich gelungen, die nervigen Sonnenblumenfresser von den jüngsten Setzlingen fernzuhalten.

Ein paar der Tipps kannte ich schon. Den mit der Bierfalle zum Beispiel – praktiziert die Schwiegermutter. Oder das „Durchschneiden mit der Gartenschere“, wie unter anderem von Gertraud S. aus Unterhaching empfohlen. Aber, ganz ehrlich: Diese Methode habe ich einmal probiert und brachte sie danach nicht mehr übers Herz – lieber lasse ich sie lebend in der Biotonne landen.

Ähnlich martialisch: der Trick mit dem Salz drüberstreuen. Zumal ich dann ja Nachtwache halten müsste. Erfolgversprechend schien der mehrfache Hinweis, sich Lauf-Enten anzuschaffen, zumal man diese sogar mieten könne – aber derlei Schnecken-Gourmets im eigenen Gärtlein? Dieses ist dazu dann doch ein bisschen zu klein. Den Basteltrieb weckte die Idee, Kupferdraht mit einer Batterie zu kombinieren, also eine Art Stromzaun zu bauen. Scheiterte aber an der Faulheit des Gartenbesitzers.

Kaffeesatz wirkt Wunder

Eine recht simple Sache hat dann aber erstaunlicherweise super funktioniert. Nämlich: Kaffeesatz und Eierschalen im Sonnenblumenbeet auszustreuen! Bei den Eierschalen, so hieß es, würden die Schnecken sich an den scharfen Kanten stören; und beim Kaffeesatz am Koffein. Eier gab’s daheim, Kaffeesatz ließ ich tagelang von den Kollegen in der Redaktion fleißig einsammeln. Das ausgestreute Substrat ergab: Oh ja, es hält Nacktschnecken ab! Die nähern sich zwar durchaus den jungen Setzlingen, machen aber am kreisförmig drumherum verteilten Kaffeesatz kehrt – und landen in der sicherheitshalber daneben aufgestellten Bierfalle. Ein Anti-Schnecken-Rezept dank unserer Leser und Facebook-Freunde – vielen Dank in der Hoffnung, dass auch andere davon profitieren!

Von Lauf-Enten bis Kupferband: Die Ratschläge unserer Facebook-Fans 

Robert Böhnlein: „Eine sehr effektive Möglichkeit, die lästigen und gefräßigen Biester loszuwerden, wäre der Einsatz von Laufenten. Nachteil ist halt nur, dass diese dann den Garten verschei... Vielleicht nicht ganz so schlimm, immer noch besser, als wenn alles zusammengefressen wird.“ 

Alexander V.: „Ich habe Bekannte, die haben sich Laufenten geholt – funktioniert super.“ 

Oliver W.: „Und man kann sie mieten!“ 

Tini Dreier Wiltschko: „Ich lege Eierschalen in das Beet, das mögen Schnecken nicht, weil diese pieksen. Kaffeesatz hält sie zwar auch fern, aber wenn es stark regnet, dann ist davon nicht viel übrig.“ 

Maren B.: „Etisso Schnecken-Linsen funktionieren seit Jahren einwandfrei! Das Mittel ist ungefährlich für Igel und nicht giftig für Regenwürmer.“ 

Helena Doering: „Tigerschnegel gezielt in das Beet setzen. Die fressen die roten Nacktschnecken auf und Tigerschnegel ernähren sich nur von abgestorbenen Pflanzenteilen.“ 

Johann K.: „Ich gestehe: Mindestens dreimal am Tag morde ich Massen. Am Anfang habe die Schnecken mit kochendem Wasser überbrüht. Jetzt trete ich einfach nur noch drauf: Morgens, abends und dann abends noch einmal eine Stunde später. Oder ich durchtrenne sie mit dem Spaten, Bierfallen stell ich jedenfalls nicht mehr auf - die scheinen die Kumpels aus der ganzen Siedlung anzulocken.“ 

Manuela J.: „Schnecken mit Häuschen im Garten ziehen lassen. Die fressen nämlich die Eier der Nacktschnecken. Reduziert mit der Zeit diesen Bestand erheblich.“ 

Vanessa Z.: „Bier in einer Schale hinstellen, das wirkt hervorragend – die trinken auch das billige aus den Plastikflaschen.“ 

Gerda Maus: „Die brutale Art, einfach mit Kochsalz bestreuen. Und immer Herbst die Nester mit den Eiern suchen und wegmachen.“ 

Gertraud S.: „Salz tut den Pflanzen gar nicht gut. Mein Tipp: In der Dämmerung absammeln und abmurksen ist das einzige, was hilft. Eine halbe Stunde später nochmal kontrollieren. An den Leichen laben sich die Kollegen.“ 

Carola G.: „Einsammeln und an einem Platz wieder aussetzen, es sind schließlich Tiere!“ 

Thomas Luft: „Zwei Kupferdrähte im Abstand von einem Zentimeter parallel zueinander um das Beet spannen und mit einem 9-Volt-Batterieblock speisen. Den Schnecken fügt es keinen Schaden zu. Es kribbelt, wie bei unseren Zungen, wenn wir sie drauflegen. Sie erschrecken sich und ziehen zurück. Kurzschlussgefahr durch Feuchtigkeit vermeiden!“ 

Tobi W.: „Es reicht auch einfach nur ein Kupferband ohne Batterie. Der Schleim der Schnecken reagiert mit dem Kupfer und deshalb gehen die da nicht drüber.“ 

Christina H.: „Die Beete ganz dick mit Sägespäne umstreuen, da kommen die Schnecken nicht drüber.“ Christian S.: „Abends mit der Schere durch den Garten gehen.“

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