+

300 Gäste hören 13 Autoren an sieben Orten

Lesenacht Unterhaching: Nur der Papst fehlte

  • schließen

13 Autoren, sieben Orten, Lesungen im  Dreiviertelstundentakt: Die Unterhachinger Lesenacht hat rund 300 Bücherfreunde angelockt. Und das, obwohl der Papst kurzfristig absagte.

Unterhaching – Als erfahrene Lesenacht-Besucherin ist Renate Haberl mit dem Fahrrad unterwegs. Seit 2005 hat die Unterhachingerin keine Ausgabe dieser langen Nacht der Bücher verpasst. Und so weiß sie: Der eine oder andere Autor überzieht immer ein paar Minuten, und schon kann es knapp werden, wenn man rechtzeitig zur nächsten Lesung an einem anderem Ort sein will. Daher das Fahrrad, mit dem man fix vom Kubiz zum Heimatmuseum oder weiter zur Buchhandlung Helming & Heuser gelangt.

„Ich schaue mir vorher die Veranstaltungen an und suche heraus, was mich interessiert“, erzählt Haberl, die selbst gerne und viel liest. Danach stellt sie sich eine grobe Route zusammen, wie ihre Lesenacht von 19 bis 0 Uhr aussehen soll. Wobei der Plan keineswegs in Stein gemeißelt sei; manchmal ändert die Unterhachingerin ihr Programm auch kurzfristig – diesmal sogar gezwungenerweise.

Denn am Vorabend der Lesenacht habe der Papst kurzfristig abgesagt, berichtet Organisatorin Christine Helming. Nun hatte sich nicht etwa Franziskus in Unterhaching angekündigt, gemeint ist der Autor Hubert Wolf, der sein Buch „Konklave – Die Geheimnisse der Papstwahl“ vorstellen sollte. Auf Wolf und den Papst hatten sich viele Besucher besonders gefreut.

Auch Renate Haberl. „Das hat mich am meisten interessiert.“ Einerseits. Andererseits habe sie in all den Jahren immer wieder bei der Lesenacht festgestellt: „Ich höre mir auch Sachen an, die mich eigentlich nicht interessieren – und oft sind das die tollsten Bücher.“

So ist es auch diesmal bei Franz Josef Keilhofer – einem jungen Mann mit gewaltigem Bart, der sich selbst als Holz-Handwerker bezeichnet und den die Medien gerne einen Holz-Hipster nennen. Seine Lesung zum Thema Holz sei „wirklich faszinierend“ gewesen, sagt Haberl. „Sein Buch werde ich mir kaufen.“

Wer will, der kann nach der Schwärmerei über Eiche, Eibe und Co. Franziska Schönenberger lauschen, die – im Sari gekleidet – ihre persönliche Geschichte einer bayerisch-indischen Liebe erzählt („Tausche Dirndl gegen Sari“). Das fröhlich-leichte Werk ist einer von zig Farbklecksen der herrlich bunten Lesenacht-Palette. Daneben finden sich unter anderem zwei Sachbücher über die Liebe zum Fahrradfahren und über gutes Deutsch sowie ein bayerischer Heimatkrimi – trefflich gelesen von Anton Leiss-Huber. Dazu kommen ein gewundener Künstlerroman und diesmal sogar Lyrik, geschrieben vom Schauspieler Wulf Schmid Noerr.

„Das Tolle an diesem Abend ist“, sagt Claudia Sterner, „dass man einen Eindruck von total unterschiedlichen Büchern bekommt“. Für die junge Frau, die im Nachbarort Ottobrunn lebt, ist es die erste Lesenacht gewesen – aber sicher nicht die letzte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Beim Abbiegen ist eine Golffahrerin aus München mit einem Linieenbus zusammengestoßen.
Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Erneut sind auf der A 99 zwei Sattelzüge aufeinander geprallt. Diesmal in Höhe Kirchheim. An der Unfallstelle bildete sich ein Stau.
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das Befahren der Isar im Landkreis München ist ab sofort wieder erlaubt.
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft
Immer mehr Bäcker in Deutschland geben ihren Betrieb auf. Konkurrenzdruck und Nachwuchsmangel machen ihnen zu schaffen. Stirbt eines der traditionsreichsten Handwerke …
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft

Kommentare