Die neu gestaltete Bücherei Unterhaching
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Viel luftiger wirkt die Bücherei nach der 1,2 Millionen Euro teuren Sanierung. Auf der Treppe steht Bürgermeister Wolfgang Panzer, links daneben Tanja Keller (49), seit 2007 Leiterin der Unterhachinger Gemeindebibliothek. 

Bücherei wiedereröffnet

Das ist Unterhachings neues Leseparadies

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Massagesessel, Gaming-Lounge, Lese-Café und moderne Innenarchitektur: Die neu gestaltete Unterhachinger Bücherei ist kaum wieder zu erkennen. Auch am Konzept wurde gefeilt.

Unterhaching – Obwohl sie die neue Konzeption maßgeblich forciert hat, reibt sich Tanja Keller beim ersten Rundgang immer noch die Augen. „Es ist ein bisschen wie ein Traum“, sagt die langjährige Chefin der Unterhachinger Gemeindebücherei. Nach elf Monaten Umbau ist bei der Wiedereröffnung das frische Flair in jeder Ecke zu spüren. Zitronengrüne Regale, Blautöne an den Wänden, eine geänderte Innenarchitektur. Und jede Menge neue Attraktionen. Auch Bürgermeister Wolfgang Panzer schwärmt: „Eine tausendprozentige Aufwertung! Mit der Bücherei geben wir dem Rathausplatz sein Herzstück zurück.“

Gleiches Gebäude, völlig neues Innenleben

Für Architekt Rüdiger Jordan bestand die Kunst darin, bei gleichbleibender Gebäudehülle ein völlig neues Innenleben zu schaffen. Das fällt schon beim Hereinkommen auf mit einer Pflanzen-Regalwand als Blickfang, generell wirkt alles viel luftiger. Und das, obwohl die Zahl der Medien mit etwa 40 000 unverändert geblieben ist.

Laptopplätze und kostenloses Internet

Von einem „öffentlichen Wohnzimmer“ spricht die Büchereichefin, „der Mensch steht im Mittelpunkt“. Dazu tragen beispielsweise 24 Sitzgelegenheiten bei, mehr als doppelt soviele wie bisher; dazu kommen auf der Galerie zehn Arbeitsplätze mit Steckdosen, um den eigenen Laptop einzustöpseln, und vier installierte Bildschirmarbeitsplätze mit kostenlosem Internet. Vom Obergeschoss führt eine Treppe auf eine Zusatzebene. „Ein Rückzugsort“, sagt Tanja Keller.

Computerspielzone und Lese-Café

Dort, wo die Grüntöne in Lila übergehen, befindet sich eine der neuen Attraktionen: die sogenannte Gaming-Lounge. Hier stehen den Jugendlichen Play Station, Switch Konsole und Virtual-Reality-Brille zur Verfügung – die Computerspielzone ähnelt ein bisschen der Optik vom Raumschiff Enterprise. Für die Senioren indes sind vor der Pflanzenwand vier komfortable Relax-Massagesessel gruppiert. Und für die Kleinsten gibt es sogenannte Tonies: Diese Hörfiguren bilden zusammen der Abspielbox ein digitales Audiosystem, das schon Zweijährige bedienen können. Im Lese-Café stehen fünf Tageszeitungen und 95 Zeitschriften-Abos zur Verfügung. Akustik-Paneele dämmen überall den Nachhall, auch bei Stimmengewirr entsteht somit kaum störende Lautstärke.

Ein bisschen wie im Raumschiff Enterprise: die „Gaming-Lounge“ mit allerlei Computerspiel-Angeboten.

Ein bunter Treffpunkt der Generationen

„Die Aufenthaltsqualität hat sich enorm verbessert“, glaubt Tanja Keller, die seit 2007 die Bücherei leitet. Diese sei jetzt mehr: Lernstandort, Begegnungsstätte, Kommunikations- und Integrationsraum. „Ein bunter Treffpunkt der Generationen, der mit seiner Strahlkraft das ganze Ortszentrum belebt“, ergänzt der Bürgermeister. Wegen der Pandemieregeln kann vorerst allerdings nur das Angebot „Click 6 Collect“ genutzt werden. Die Resonanz darauf sei riesig, sagt Tanja Keller: „Nach einem Jahr Entzug scharren die Leute mit den Hufen.“

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