Der Hachinger Bach ist das verbindende Element aller Geschichten des 341 Seiten starken Buchs, das Gertraud Schubert herausgegeben hat.
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Der Hachinger Bach ist das verbindende Element aller Geschichten des 341 Seiten starken Buchs, das Gertraud Schubert herausgegeben hat.

Lesestoff aus der Heimat

Ein bunter Fang an Kurzgeschichten: Hachinger Autoren veröffentlichen neues Buch

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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„Literarisches Treibgut aus dem Hachinger Bach“, so der Titel, verpackt in 36 Kurzgeschichten, haben die „Hachinger Autoren“ aufgefischt. Ein buntes Sammelsurium, „frei erfunden oder doch hart an der Realität“, wie Herausgeberin Gertraud Schubert geheimnisvoll sagt.

Unterhaching - Die 76-Jährige Gertraud Schubert aus Unterhaching ist Herausgeberin des 341 starken Buchs, an dem neun Autoren der Altersspanne von 16 bis 70 mitgewirkt haben. Ihr aller Versprechen: „So vielseitig und überraschend wie das Treibgut aus dem Hachinger Bach ist, so farbig sind auch die Geschichten.“ Eine Schatz- und Fundgrube aus Nachdenklichem, Märchenhaften, Skurrilem, Lustigem oder Romantischem. Es sei eine „Zeitreise, die Sie aus der Zukunft in die Vergangenheit schleudert und wieder zurück in die Gegenwart“, sagt Gertraud Schubert. Ganz wichtig, auch wenn es „manchmal Anspielungen“ gebe: „Alle Handlungen und Personen sind frei erfunden!“

Corona sollte keine zentrale Rolle spielen

Als reale und verbindende Örtlichkeit des literarischen Treibguts bleibt der Hachinger Bach, von Oberhaching über Taufkirchen bis Unterhaching. Hier sind oder waren die Autoren zu Hause, teils mittlerweile ausgewandert nach Ulm oder Berlin. „Trotz Umzugs“, sagt Gertraud Schubert über das Team ihrer Hachinger Autoren, „ist die Verbindung nie abgerissen.“

Im Januar 2020, zu Beginn der Pandemie, begann das Autorenteam mit dem Schreiben. Dass Corona eine Rolle spielen würde? „So ganz ließ es sich nicht ausblenden. Aber es sollte, so die Idee, keine zentrale Rolle spielen“, sagt Gertraud Schubert.

In der Tat, nur ganz sporadisch drängt im Fangnetz des literarischen Treibguts das Coronavirus auf die 341 Seiten. Beispielsweise in einem Beitrag von Reinhold Glasl, der über Urlaub im Pandemie-Modus schreibt – und zum Fazit kommt: „Näxts moi Unterhaching.“

Alle haben ihre Wurzeln im Hachinger Tal

Der Lokalpatriotismus eint die Autoren, sie alle haben Wurzeln im Hachinger Tal. Und lassen diese den Leser spüren. „Was ist einfacher, als etwa zu schreiben als über die Gegend, die man kennt?“, fragt Gertraud Schubert. Sie selbst mischte Latein und Bayerisch, von „Quianquaginta“ (was „halbe-halbe“ bedeutet) bis zu „Lasst euch was eifolln, ihr Bauernlack“. Aber auch ein Hauch von Erotik hält Einzug; spielsweise bei der Sanitärreparatur nahe St. Alto, als die stumme Schönheit wortlos den Handwerker verführt. „Wir haben“, sagt Gertraud Schubert, „unserer Phantasie freien Lauf gelassen.“

Das literarische Kaleidoskop der Kurzgeschichten ist so breit gefächert wie das (erwähnte) Altersspektrum der Autorencrew. Jeder schreibt in seinem Stil, jeder über das, was er mag. Hauptsache, es gibt einen Bezug zum Hachinger Tal. Das kann dann eine fiktive Erstbesteigung des Perlacher Mugls sein, die verzweifelte Suche nach Schokoladenglück in Oberhaching, ein Garmischer Angriff auf Freibad.

Hier gibt es das Buch

Gestern, danach, mittendrin: So steht es im Untertitel des Buchs. Was das bedeute? „In den 341 Seiten stecken ordentlich Sience Fiction und ein bisschen Fantasy“, sagt Gertraud Schubert. Genau das macht den Reiz aus für mit dem Lokalgeschehen bewanderte Leser: etwaig angedeutete Verbindungen zur Realität aufzuspüren aus den Kurzgeschichten von Gertraud Schubert, Michael Fromholzer, Kristin Windisch, Reinhold Glasl, Viktoria Sonblum, Daniel Brodski, Claudia Semmler, Stefan Franck und Kilian Winter. Erhältlich ist das Buch (12 Euro) am einfachsten unter Tel. 089/ 61 50 11 59 direkt bei Gertraud Schubert.

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