Anton Hofreiter steht an einem Rednerpult
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Will wieder in den Bundestag: Anton Hofreiter aus Unterhaching.

Bundestagswahl

„Mehr Freiheit, mehr gutes Leben für alle“: Anton Hofreiter (Grüne) startet in den Wahlkampf

Mit klaren Ansagen und viel Applaus ist Anton Hofreiter (Grüne) in den Bundestagswahlkampf gestartet. Was er fordert, erfahrt ihr hier.

Landkreis – Ende Juni stand die niederbayerische Stadt Landshut wegen eines Unwetters unter Wasser, gleichzeitig stiegen die Temperaturen in Teilen Kanadas auf bis zu 50 Grad. Für den Bundestagsabgeordneten Anton Hofreiter (Grüne) ist klar: „Wir sehen jetzt die Auswirkungen des Klimawandels“. Der Bundestagsdirektkandidat für den Landkreis München rief bei seinem Online-Wahlkampfauftakt zum Handeln auf. Die Zuschauer applaudierten fleißig.

„Klima schützen, Arten retten mit Anton Hofreiter“ hieß die Online-Veranstaltung. Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, war vor seiner politischen Karriere Artenvielfaltsforscher. Thema des Vortrags war aber nicht nur das Aussterben der Tiere. Hofreiter sprach auch über teure Wohnungen („unter Kohl wurden Sozialwohnungen abgeschafft“), die aufstrebende Weltmacht China (es brauche mehr Zusammenhalt in der Europäischen Union) und Tempolimits (führe zu weniger Toten und „reduziert Kraftstoffverbrauch“). Es sind Themen, die den Landkreis betreffen, auf die Region zugeschnittene Lösungen nannte der Direktkandidat allerdings nicht.

Klimaschutz: „Es muss endlich begonnen werden“

Zurück zu Hofreiters Lieblingsagenda: die Klimakrise. „Wir wissen als Menschen so viel, wie noch nie in der Geschichte der Menschen“, sagte der promovierte Biologe eingangs. Dieses Wissen müsse für das Abwenden der Krise eingesetzt werden, nicht für „kurzfristige Gewinne“. Artenvielfalt sei wie ein dicht gewebtes Netz. „Dieses Netz trägt uns Menschen.“ Je mehr Arten jedoch aussterben, desto mehr Knoten würden wir aus dem Netz schneiden. Ergo: Wir würden unsere eigene Lebensgrundlage zerstören. Sein Gegenmittel: Ökosysteme bewahren und weniger CO2-Ausstoß. Mehr Windräder, mehr Photovoltaik, verlässlichere Züge der Bahn. In Letztere hätten die Bundesregierungen der vergangenen 50 Jahre zu wenig investiert. „Es muss endlich begonnen werden“, so Hofreiter.

Sogar die Autoindustrie beginne umzudenken. Wer derzeit ein E-Auto kaufen wolle, müsse mit langen Lieferzeiten rechnen, sagte Hofreiter. Ein Ausdruck für das Umdenken der Menschen. Nur, es brauche mit steigender Zahl an E-Autos auch eine bessere Ladeinfrastruktur. Gerade auf dem Land hätten Bürger keine Alternative Auto. „Ich nenne das Zwangsautomobilität.“

„Dr. Hofreiter muss Minister werden!“

Apropos Elektroauto: Hofreiter gefällt die Debatte über umweltschädliche Batterien für die Fahrzeuge. Endlich würden die Arbeitsbedingungen in fernen Ländern hierzulande thematisiert. „Wir brauchen ein gutes Lieferkettengesetz“, sagte der Politiker.

Nach den Fragerunden mit Zuschauern wird Anton Hofreiter pathetisch: „Lasst uns dafür werben, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass unser Freiheitsraum erweitert wird, nicht eingeschränkt.“ Er kämpfe für diese Freiheit. „Lasst uns die Geschichte positiv erzählen: Mehr Freiheit, mehr gutes Leben für alle“, schloss Hofreiter.

Die 150 Zuschauer – mehrheitlich Grüne aus dem Landkreis – applaudierten. Ein Teilnehmer schrieb in den Chat: „Dr. Hofreiter muss Minister werden!“ Der Wahlkampf hat begonnen.

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