Ein Jugendlicher spielt auf seinem Smartphone.
+
Ein Jugendlicher spielt auf seinem Smartphone. Kinder und Jugendliche haben während des Corona-Lockdowns einer Studie zufolge 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht.

Alkohol, Drogen, Smartphone

Mehr Hilfe für suchtkranke Jugendliche

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Alkohol, Drogen und das Smartphone: Die Zahl suchtkranker Jugendlicher schnellt auch im Landkreis in die Höhe. Es fehlt an ausreichend Beratungsstellen. Die Grünen wollen nachbessern.

Grüne wollen Beratung ausbauen

Landkreis – Ob Spielsucht, Drogen, Alkohol oder das Internet – als suchtkranker Jugendlicher, der im Landkreis München Hilfe sucht, hat man es nicht leicht. Einschlägige Beratungsstellen sind in erster Linie auf Erwachsene eingestellt. Betroffene Jugendliche müssen in der Hoffnung auf Beratung nicht selten bis nach München fahren. Bei Condrobs & Co. in der Landeshauptstadt sorgt die Nachfrage derweil für Überlastung. Die Kreis-Grünen regen deshalb an, die beiden Psychosozialen Beratungsstellen (PSB) in Ottobrunn und Garching mit jeweils einer Vollzeitstelle für jugendliche Suchtkranke auszustatten. Ein Präventionsprogramm soll eingerichtet werden.

Fachstellen sehen Handlungsbedarf

Folgt man den Empfehlungen der Fachstellen im Landratsamt, der Kommunalen Jugendpflege, Gesundheitsprävention und den beiden Psychosozialen Beratungsstellen im Landkreis selbst, ist Handlungsbedarf nicht nur gegeben. Phasenweise brennt es schon. Von vermehrtem Aufkommen stoffgebundener Süchte (Alkohol und Drogen) und „diverser Mediensüchte“ wird berichtet. Andere beobachten eine „zunehmende Bereitschaft zu riskantem Konsumverhalten“.

Besonders zu schaffen machen den Beratern die Art von Suchterkrankungen, die bis vor wenigen Jahren kaum einer auf dem Schirm hatte: Verhaltenssüchte im Medienbereich, die im „jungen Alter mit Online- und Computerspielsucht beginnen und sich bis zur krankhaften Glücks- und Wettspielsucht auswachsen können“, wie Berater aus Ottobrunn und Garching warnen.

Besorgniserregende Entwicklung

Eine Anfrage des Kreisjugendrings München-Land bei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie an Schulen zeigt besorgniserregende Entwicklungen auf. Leistungsdruck und Ängste nagen an der Seele junger Menschen. Immer mehr Jugendliche legen abnormales Verhalten an den Tag, verletzen sich etwa selbst. Im Landkreis erkennt man den Bedarf, will das Problem aber noch differenzierter betrachten. Bis zu einer endgültigen Entscheidung voraussichtlich in einem Jahr will man in die Expertise weitere Akteure, wie Schulen und Jugendsozialarbeiter, eintauchen. Der Jugendhilfeausschuss des Kreises denkt über ein „Rahmenkonzept Jugendsuchtberatung im Landkreis München“ nach. Angebote der Suchtprävention sollen mit Beratungsstellen abgestimmt werden. In einem Jahr tritt der Ausschuss wieder zu dem Thema zusammen. Die Kreisräte erwarten konkrete Handlungsempfehlungen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare