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Modell-Projekt weckt bei Schülern neue Visionen für die Klimapolitik

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Projektpräsentation bei der Geothermie Unterhaching: (v.l.) Direktor Peter Schneider vom Günter-Stöhr-Gymnasium, die Schüler Lars Wimmer, Pascal Kallenborn, Benjamin Plechaty, Melanie Hansel und Amelie Empl, Physiklehrerin Rita Graßl, Geothermie-Geschäftsführer Wolfgang Geisinger und Bürgermeister Wolfgang Panzer.  Foto: Robert Brouczek
Projektpräsentation bei der Geothermie Unterhaching: (v.l.) Direktor Peter Schneider vom Günter-Stöhr-Gymnasium, die Schüler Lars Wimmer, Pascal Kallenborn, Benjamin Plechaty, Melanie Hansel und Amelie Empl, Physiklehrerin Rita Graßl, Geothermie-Geschäftsführer Wolfgang Geisinger und Bürgermeister Wolfgang Panzer. Foto: Robert Brouczek

Unterhaching - Fünf Schüler des Günter-Stöhr-Gymnasiums aus Icking haben im Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung zum Thema „Energie für die Zukunft“ ein maßstabgetreues Modell der beiden Unterhachinger Geothermiebohrungen gefertigt.

Am Ende der einstündigen Präsentation verteilten die Schüler als Dankeschön Sonnenblumen an all jene, die sie seit September 2009 in ihr Projekt involviert hatten. „Ein Symbol für Energiegewinnung der Zukunft und für die Jugend, die diese Ideen weitertragen soll“, erläuterte Physiklehrerin Rita Graßl, die das Projekt initiiert und geleitet hat, den Blumengruß.

In den 20 Monaten vom ersten Informationsgespräch mit Unterhachings Altbürgermeister und Geothermie-Pionier Erwin Knapek über die Ideenpräzisierung der Modelldetails bis hin zur finalen Abstimmung und Präsentation lernten die Gymnasiasten allerlei, sowohl fachlich als auch über sich selbst. „Unser Interesse für die Klimapolitik der Bundesregierung hat sich stark erhöht“, zog Lars Wimmer eine Gesamtbilanz. Nebenbei habe das P-Seminar bei ihm und seinen vier Mitschülern „die Talente jedes einzelnen zutage gefördert, aber uns auch als Team zusammengeschweißt“.

Dass sich ein detailgetreues Modell der beiden Geothermiebohrungen nicht so einfach fabrizieren lässt wie ein Flugzeug-Bausatz aus dem Spielwarengeschäft, merkten die Ickinger Schüler rasch. Bei der Abschlusspräsentation gestern legte Melanie Hansel dar, wie die teils 160 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten im süddeutschen Molassebecken aufgebaut sind, aus denen das Thermalwasser stammt; wie es gefördert wirkt, erklärte Benjamin Plechaty. Um all diese Aspekte präzise aufzubereiten, informierten sich die Schüler bei Franz Huber, dem Leiter der Modellwerkstatt im Deutschen Museum in München. „Wir hatten eine zickige Säge, die uns den letzten Nerv raubte“, erinnerte Pascal Kallenborn an die Bastelversuche. Wie aus Gips, Leimholz, Hasendraht und unterirdischem Originalgestein - den so genannten „Cuttings“ - letztlich das jetzt im Kalina-Kraftwerk ausgestellte Modell entstand, das auch eine „Störung“ in Form eines Gesteinsschichtenabbruchs bei Bohrung II sowie „Pfützen“ als Wasserreservoirs im 3500 tief gelegenen Malmkarst zeigt, erklärte Amelie Empl.

Gymnasiumsdirektor Peter Schneider sinnierte, „was bleibt“ vom Projekt. Drei Punkte hob er hervor: „Die Schule ist keine Sonderwelt, sondern eine Stufe zum direkten Leben; es geht nicht darum, als Einzelner zu lernen, sondern gemeinsam im Team; und es ist kein Prüfungslernen, sondern nachhaltiges Lernen mit allen Sinnen.“

Den visionären Geist der Schüler geweckt zu haben, diesen Wunsch hegt Geothermie-Geschäftsführer Wolfgang Geisinger. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan, durch die „der Glaube an die Kernkraft in einem der höchsttechnisierten Länder der Welt sein jähes Ende gefunden“ habe. Es sei toll, über Projekte wie dieses junge Menschen für Energiethemen zu begeistern. Dem Projekt-Team aus Icking stünden die Türen in Unterhaching stets offen.

Martin Becker

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