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Staunende Blicke zieht die Ausstellung der Modellbau-Flotte am Ortsparksee auf sich.

Modellbootbauer präsentieren ihre Flotten

Fest im Herzen verankert

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Unterhaching - Schiff ahoi am Rande des Bürgerfestes in Unterhaching. Rennboote, Schlepper und schicke Yachten sausen, tuckern und gleiten auf dem Ortsparksee. In Miniaturformat versteht sich. Eine ganze Reihe von Modellbauern hat sich hier eingefunden, um interessierten Landratten ihre Flotten zu präsentieren.

Sie nennen sich Parkseeskipper oder sind im Verein der Klabautermänner München organisiert. Etwa 60 Schiffe haben sie am Samstag mitgebracht. Die Prachtstücke, die gerade nicht in See stechen, werden auf langen Biertischen präsentiert. Die stammen wir im Vorjahr von Festwirt Edmund Radlinger, der die Modellbauer gern unterstützt. Schon während des Aufbaus mehren sich die Zuschauer. Kinder flitzten aufgeregt herum und können sich gar nicht satt sehen an der kleinen Miniatur-Welt. „Schau mal, der Leuchtturm blinkt wirklich“. Und: „Da kommt ja Rauch aus dem Schornstein“ – ständig gibt es für sie etwas zu entdecken. Aber das Beste ist wohl für die meisten Buben und Mädchen, dass sie selbst einmal ein Boot lenken dürfen. Wie Paula. Mit strahlenden Augen verfolgt die Neunjährige vom Ufer aus „ihren“ kleinen Dampfer. Eine Fernsteuerung hält sie zum ersten Mal in der Hand. Sonst reitet das Mädchen gern, heute aber ist sie Frau Kapitän.

„Leider haben heute einige Kollegen von weiter her wegen des Wetters absagen müssen“, erzählt Peter Erwig von den Parkseeskippern. Der 70-jährige Taufkirchner gehört zu denen, die die Veranstaltung organisieren. Die Skipper seien eine Art Interessensgemeinschaft und kein Verein. Das zu betonen ist ihm so wichtig wie stets frischer Wind in den Segeln. „Meist treffen wir uns am Parksee, deshalb auch der Name“, erklärt Erwig. Seit seinem 14. Lebensjahr hat ihn die Leidenschaft für den Modellbau gepackt, das Wort „Hobby“ würde all dem nicht gerecht. „Ich war wohl der erste, der hier am See rumtuckerte“, lacht Erwig. Und siehe da, so nach und nach hätten sich Gleichgesinnte angeschlossen. „Allein macht es nur halb so viel Spaß“. 15 sind sie jetzt insgesamt, die Parkseeskipper, Interessierte sind immer willkommen. Die Lust am Werkeln, Frickeln und Bauen verbindet.

Joachim Brehm gehört auch dazu, 22 Schiffe nennt er sein eigen. Mit bis zu zwei Meter Länge brauchen die viel Platz. „Es ist furchtbar“, sagt er selbst und lacht. Der geborene Bonner hat sich auf die Rheinschifffahrt spezialisiert. Seine Fahrgastschiffe sind maßstabsgetreu und entsprechen ihren Vorbildern im Detail. „Ich halte Kontakt zu den Reedereien, fahre dorthin und bekomme dort sogar Einblick in die Generalpläne der Schiffe“, erzählt Brehm. Fünf Schiffe hat er mitgebracht, die hier für Aufsehen sorgen. Zu den absoluten Exoten des Tages zählt das Luftkissenboot von Manfred Irrl. Der 61-Jährige aus Haidhausen gehört zu den Klabautermännern, den Vorsitz hat hier seit sieben Jahren Martin Lankes. Irrl ist Raumausstatter-Meister und Polsterer, kennt sich mit Holz und Stoffen bestens aus. So hat er die Schürze des Hovercrafts selbst genäht. Rund 35 Stunden hat der Spezialist dafür gebraucht. Etwa sieben Kilo wiegt das Modell, es besteht aus 140 Teilen. Und es schwebt tatsächlich. „Allerdings nur auf ruhigem Gewässer, Wind wie heute ist schlecht“, erzählt Irrl. Festbesucher, die nach so viel maritimen Flair gern wieder festen Boden unter den Füßen haben wollten, brauchten nur wenige Schritte zu gehen. In nächster Nachbarschaft blitzte Chrom, röhrten Motoren, tuckerten alte Bulldogs. Bereits zum zweiten Mal bereicherten Oldtimer-Freunde das Bürgerfest mit ihren Prachtstücken aus den Jahren vor 1972.

Noch mehr Modellboote 

Eine weitere Gelegenheit zum Anheuern gibt es am Samstag, 9. Juli, ab 10 Uhr. Dann stechen die Schiffe der Modellbauer auf dem Bürgerfest erneut in See. Die Schiffe auch einmal beleuchtet zu sehen, ist am 23. Juli ab 20 Uhr im Freibad Unterhaching möglich, beim Nachtfahren. Nähere Informationen: www.parkseeskipper.de oder www.SMG-Klabautermann.de

Kathrin Kohnke

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