Höhenkirchen-Siegertsbrunn in die M-Zone? Der Kreisausschuss will die Integration des ganzen Kreises in die Zone.
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Höhenkirchen-Siegertsbrunn in die M-Zone? Der Kreisausschuss will die Integration des ganzen Kreises in die Zone.

Diskussion um Tarifreform

MVV-Reform: Landkreis München will komplett in Zone M

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Die MVV bremst die Erwartungen des Landkreises zunächst ein. Der Kreistag plädiert indes als langfristiges Ziel für einen Flatrate-Tarif.

Landkreis – Knapp eineinhalb Jahre ist es nun her, als die neue Tarifstruktur im öffentlichen Nahverkehr in Kraft trat. Damals wurde auch vereinbart, das System später zu evaluieren. Das ist jetzt soweit, der Landkreis will mit dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) die zweite Stufe der Tarifreform diskutieren. Die Forderung des Kreistags: M-Zone für den ganzen Landkreis sowie einen Flatrate-Tarif.

Bereits vor den Verhandlungen der ersten Tarifreform machte sich Landrat Christoph Göbel (CSU) dafür stark, den Landkreis in die M-Zone zu integrieren. Mit dem Vorhaben scheiterte er an anderen Gesellschaftern des MVV, das Modell fand wegen der hohen berechneten Mindererlöse keine breite Unterstützung. Als Kompromiss wurde das jetzige Modell ausgehandelt. Die Gesellschafter sind der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt und die acht beteiligten Landkreise.

„Landkreis-Flat“: freiwillige Leistung des Landkreises

Der Landkreis München entschied sich daraufhin, eigenen Bürgern mit einem Jahresabo für die Bereiche M+1 oder M+2 die Differenz zum Abo eines M-Zone-Tickets zu zahlen – und zwar aus eigener Tasche. Die Kreisverwaltung nennt die freiwillige Leistung „Landkreis-Flat“. Die Flat gilt für zwei Jahre bis Ende 2021.

Nun geht die Diskussion um die Tarifreform weiter: Sie war am Dienstag Thema im Kreisausschuss für Mobilität und Infrastruktur. Die Kreisverwaltung plädierte neben der Kreis-Integration in die M-Zone für ein günstigeres Sozialticket sowie eine „einfache Flat-Tarif-Lösung“ für das gesamte MVV-Gebiet. Die Flatrate soll aus zwei, maximal drei Räumen bestehen. Für diese Ziele soll sich nun der Landkreis bei den Gesellschaftern einsetzen. Das entschied der Mobilitätsausschuss in der jüngsten Sitzung einstimmig.

MVV-Reform: Landkreis München will gesamte System überarbeiten

Dem Landkreis gehe es bei der Tarifreform nicht nur um die Integration des Landkreises in die M-Zone, betont Landrat Göbel auf Nachfrage. Die Integration alleine wäre nicht sinnvoll, „weil der Tarifsprung in den ersten Tarifkreis außerhalb viel zu hoch würde“. Der Landkreis will lieber das gesamte System überarbeiten. „Langfristiges Ziel Flatrate, Zwischenziel weniger und größere Tarifkreise“, lautet Göbels Credo.

MVV-Sprecherin: „hohe Mindereinnahmen, die ausgeglichen werden müssen“

Ob es zu einer Ausweitung der M-Zone auf den ganzen Landkreis kommt, ist fraglich. „Grundsätzlich“ könnte die Integration des Landkreises in die Zone M bedeuten, dass diese Zone für alle Münchner teurer werde, teilte MVV-Sprecherin Franziska Hartmann mit. Oder aber: Eine ausgeweitete Zone „bringt hohe Mindereinnahmen, die ausgeglichen werden müssen“, so die Sprecherin. Beide Szenarien seien aber gegen die Prämissen des MVV.

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