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Der Tatort und das Opfer

Das Opfer wurde erdrosselt

Nach 27 Jahren: Das Mord-Rätsel von Unterhaching ist gelöst

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    Johannes Heininger
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Die Polizei hat einen 27 Jahre alten Mordfall aus Unterhaching nun aufgeklärt. Der Ermittlungserfolg gelang dank moderner Technologie und europäischer Zusammenarbeit.

Unterhaching – Nach 27 Jahren endlich der entscheidende Treffer: Die Polizei hat jetzt den Mord an einem damals 48-jährigen Versicherungskaufmann aus Unterhaching geklärt. Eine DNA-Spur brachte die Ermittler auf einen Mann aus Bosnien. Dieser nahm sich bereits im März 2014 das Leben.

Anwohner hatten Eberhard K. am 18. Juni 1990 tot in seiner Wohnung in Unterhaching (Kreis München) gefunden. Damals war der 48-Jährige wahrscheinlich bereits seit drei Wochen tot – erdrosselt mit einem Elektrokabel, mit mehreren Messerstichen übersät. Irgendwann nach dem 31. Mai 1990 muss Eberhard K. seinen Mörder entweder mit nach Hause genommen oder ihm die Tür geöffnet haben. Das war der letzte Tag, an dem der Unterhachinger lebend gesehen worden war. Bekannt war, dass der geschiedene Mann homosexuelle Kontakte gepflegt hatte. In der Zwei-Zimmer-Wohnung an der Katharinenstraße muss es dann zu der tödlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Die Ermittler gingen damals von einem Raubmord aus. Die Wohnung war nach Wertgegenständen durchsucht worden. Ob etwas fehlte, ließ sich damals nicht feststellen. Einbruchsspuren gab es nicht. In der Wohnung wurden mehrere Spuren gesichert, zu einem Täter führten sie allerdings nicht. „Wir hatten Hinweise, dass der Täter aus dem sogenannten Strichermilieu kommen könnte“, erzählt Herbert Linder, Chef der Mordkommission. Er arbeitet seit 40 Jahren bei der Polizei. Es habe damals mehrere Verdächtige gegeben. Doch alle konnten als Mörder ausgeschlossen werden. Der Bosnier tauchte in den Ermittlungsakten damals nicht auf.

Der Mord wurde von 2004 bis 2006 nochmals komplett überarbeitet

„Im Rahmen der Altfallbearbeitung wurde der Mord in den Jahren 2004 bis 2006 nochmals komplett überarbeitet“, sagt Linder. Spuren wurden nochmal untersucht. So konnte – auch aufgrund der Technik, die sich immer weiter verbesserte – im Jahr 2006 ein DNA-Muster des mutmaßlichen Täters erstellt werden. Einen Treffer in der Datenbank gab es zunächst aber nicht.

Der Bosnier Benan D. ist unterdessen in seinem Heimatland mehrmals polizeilich in Erscheinung getreten. Im Jahr 2012 wurde er erkennungsdienstlich behandelt, das heißt, es wurden Fingerabdrücke genommen. Er soll versucht haben, eine bewohnte Villa mit einer Gasexplosion in die Luft zu sprengen. Wegen versuchten Mordes und Brandstiftung wurde er zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben der bosnischen Behörden war er einer organisierten, kriminellen Gruppierung zuzuordnen.

Benan D.

2016 stießen Mordkommission und Bayerisches Landeskriminalamt erneut einen Abgleich der DNA-Spuren im europäischen Ausland an. Dieser führte zu einem Treffer in Sarajevo. Die Mordkommission ist sich sicher, dass sie mit Benan D. den Mörder von Eberhard K. gefunden hat.

„Wir würden an diesen alten Fällen gerne intensiver arbeiten“, sagt Linder. „Sie machen oft mehr Mühe als aktuelle Fälle.“ Aber aus personellen Gründen sei das zurzeit nicht möglich. Linders Ziel ist, zwei oder drei Mitarbeiter zu haben, die sich ausschließlich mit ungeklärten Mordfällen befassen können. Seit 1960 gibt es bei der Mordkommission München knapp 100 davon.

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