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Planung am Bozaunweg: Nach 55 Jahren ein vierter Ast für Kreisverkehr?

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Von: Martin Becker

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Noch versperren Bäume und Büsche die Durchfahrt: Auf Höhe des blauen Pkw ist ein vierter Kreisverkehr-Ast im Gespräch, um die Grünau direkt anzubinden.
Noch versperren Bäume und Büsche die Durchfahrt: Auf Höhe des blauen Pkw ist ein vierter Kreisverkehr-Ast im Gespräch, um die Grünau direkt anzubinden. © Martin Becker

Wer in Unterhaching von der Grünau in Richtung Friedhof fahren will, kennt die heikle Stelle: das Linksabbiegen vom Bozaunweg in die Ottobrunner Straße.

Unterhaching – Nur 50 Meter weiter östlich gibt es einen Kreisverkehr mit bis dato drei Ästen. Der vierte Anschluss, nach Norden in die Grünau, ist im Bebauungsplan auf dem Jahr 1966 zwar vorgesehen, wurde aber bis heute nicht umgesetzt. Jetzt, 55 Jahre später, kommt Bewegung ins schon oft diskutierte Kreisverkehrthema. Damit die riskanten Manöver am Bozaunweg irgendwann der Vergangenheit angehören.

Um direkte Anbindung geht es

Eine direkte Anbindung der Von-Stauffenberg-Straße an den Kreisverkehr: Darum geht es letztlich. Um den „Syphon“, wie Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) im Bauausschuss den Schlenker über den Bozaunweg nannte, abzulösen. Die Verkehrssituation sei nun mal eine deutlich andere als 1966, insbesondere der Busverkehr tue sich schwer mit dem komplizierten Abbiegen, „weil die Autos, die vom Kreisverkehr kommen, am Bozaunweg schon wieder beschleunigen“.

Fachbüro soll es richten

Nun also soll ein Fachbüro beauftragt werden, um ein Planungskonzept auszuarbeiten, das die Von-Stauffenberg-Straße mit dem bislang zugepflanzten Nordteil des Kreisverkehrs verbindet. „Es ist überfällig und richtig, in diese Planung einzusteigen“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Korbinian Rausch im Bauausschuss.

Auswirkungen bis zur Grünau

Es soll aber nicht allein um den Kreisel gehen, sondern um ein ganzheitliches Verkehrskonzept. Denn der neue Anschluss hätte Auswirkungen auf die Grünau bis hin zur Einmündung an der Ecke Biberger-/Leipziger Straße, wie 2015 eine Verkehrszählung von Professor Harald Kurzak ergab. Ungewollter Schleichverkehr könne aber durch Ampelanlagen unattraktiv gemacht werden. Gertraud Schubert (Freie Wähler), die dort wohnt, glaubt ohnehin nicht daran, dass viele die Grünau als Abkürzung entdecken würden: „90 Prozent der Autofahrten dort beruhen auf Quellverkehr der Anwohner.“

Hauptachse zur Fahrradstraße

Franz Felzmann (CSU) mahnte sicherheitshalber trotzdem an, beide Interessen – Kreisverkehr-Anbindung – und Nicht-Überlastzung der Grünau – im Auge zu behalten. Armin Konetschny (Grüne) regte an, „ein Gesamtkonzept zu gießen“, um eine Tangente Richtung Friedhof zu schaffen; beispielsweise könne man die Von-Stauffenberg-Straße als Hauptachse zur Fahrradstraße deklarieren.

Viele Ideen also, die es in Einklang zu bringen gilt mit den Buslinien sowie den Plänen des Landkreises, dort eine überörtliche Radwegeverbindung zu schaffen. Das vom Bauausschuss auf den Weg gebrachte Planungskonzept soll nun pfiffige Ansätze bringen. Wobei Bürgermeister Panzer beim Tempo eher auf die Bremse tritt: „Wir nehmen das in Angriff, aber dies muss nicht unbedingt nächstes Jahr passieren.“ Nach 55 Jahren mit einem dreiarmigen Kreisverkehr pressiert es offenbar nicht allzu sehr mit dem vierten Ast. MARTIN BECKER

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