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Landrat Christoph Göbel gibt Informationen zu den aktuellen Neuinfektionen, auch im Hinblick auf den Corona-Ausbruch in Gilching. (Archivbild)

vier neuinfektionen

Streifschuss aus dem Nachbarkreis

  • Laura Forster
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Landrat Christoph Göbel spricht in einer Videokonferenz über die aktuellen Infektionszahlen, den Zusammenhang mit dem Catering-Unternehmen aus Gilching und den Versorgungsarzt. 

Landkreis – 44 Mitarbeiter des Catering-Unternehmens Apetito mit Sitz in Gilching (Kreis Starnberg) haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Landrat Christoph Göbel (CSU) bestätigte in der wöchentlichen Videokonferenz mit Pressevertretern, dass auch Bürger aus dem Landkreis München erkrankt sind. Trotzdem sieht er die Lage entspannter als noch vor ein paar Wochen.

Seit Montag meldet das Landratsamt vier neue Infektionsfälle aus den Gemeinden Haar, Ismaning, Neuried und Taufkirchen. „Viel mehr als gestern“, sagte Landrat Göbel. Zwei Erkrankte arbeiten bei dem Gilchinger Catering-Service, einer davon lebt in einer Asylunterkunft. 17 Kontaktpersonen befinden sich derzeit in Quarantäne. Die gute Nachricht ist jedoch: „Das Unternehmen hat keine Kunden im Landkreis München“, sagte Göbel. Das bedeutet, dass der Cateringdienst kein Essen an hiesige Unternehmen geliefert hat.

Auch die anderen beiden Infektionen sind nicht in einem Pflegeheim aufgetreten, betont der Landrat. Nach den gehäuften Erkrankten- und Todeszahlen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen in Unterhaching und Ismaning ein positives Zeichen.

Landrat Göbel setzt auf dezentrale Arbeit

Mit dem Rückgang der Neuinfektionen geht die Auflösung des Katastrophenfalls einher. Schon am Dienstag, 16. Juni, verkündete Ministerpräsident Markus Söder, dass dieser nun offiziell beendet ist. Landrat Christoph Göbel hält jedoch an der dezentralen medizinischen Struktur im Landkreis fest. „Die Testzentren in den einzelnen Gemeinden waren gut und wichtig“, sagte er. Er wolle jetzt nicht alles einstampfen. Zurzeit überlegt das Landratsamt zusammen mit den Kommunen, wie die Testzentren schnell wieder reanimiert werden können. Das sei zum Beispiel im Falle eines auftretenden Corona-Hotspots wichtig. „Die Bürger sollen vor Ort untersucht und behandelt werden“, sagte Göbel. „Am besten von ihrem Hausarzt.“ Auch um ihnen einen unnötigen Fahrtweg mit den öffentlichen Verkehrsmittel zu ersparen. „Wie das gelingt, ist noch nicht ganz sicher“, sagte er.

Eine weitere Schwierigkeit sieht Landrat Göbel im Abrechnungssystem für die kostenfreien Coronatest, die ab heute in ganz Bayern starten. Das Problem seien unter anderem die Privatpatienten, noch sei die Vergütung nicht geklärt. „Es gibt noch einige offene Fragen, die die Ärzte und das Landratsamt interessieren“, sagt Gerhard Schmid von Gesundheitsamt.

Aus dem Mobilitätsausschuss: Aus Sorge vor dem Coronavirus verbunkern sich selbst gestandene ÖPNV-Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen wieder in ihren Autos. Transparente Trennwände in Bus und Tram sollen deshalb MVV-Kunden die Angst vor Ansteckung wieder nehmen.

Versorgungsarzt Dr. Oliver Abbushi nur noch Ehrenamtlich an Bord

Als letzten Punkt berichtet Göbel, dass Dr. Oliver Abbushi aufgrund des aufgehobenen Katastrophenfalles derzeit nicht mehr in der Funktion des Versorgungsarztes arbeitet. „Ehrenamtlich ist er aber weiterhin an Bord“, so der Landrat. Er hoffe auf ein Modell, das es Abbushi ermöglicht, das Landratsamt weiter beratend zu unterstützen. 

Das Coronavirus versetzte den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Infos hier im Ticker.

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