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Besondere Liebe: Irmgard Christine Thiede und der Hachinger Bach.

Neuer Hörpfad in Unterhaching

Hommage an den Hachinger Bach

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Ziemlich viel zu hören gibt‘s in und über Unterhaching - auf dem neuen Hörpfad. Den begleitet ein ganz besonderes Lied.

Unterhaching – Hachinger Boch, du liaba Hachinger Boch/du bist für mi oiweo no so hoamelig gschmoch.

Das singt Irmgard Christine Thiede in ihrem selbst komponierten Lied zu Ehren des Hachinger Bachs. Dessen Plätschern ist für die 80-Jährige das Geräusch ihrer Kindheit.

Wenn i übers Brückal geh, bleibt die Welt und die Zeit für mi steh/verfoig i dein Wasserlauf, steht die Kindheit in mir auf.

Hier am Bach hat die kleine Irmgard Christine vor sieben Jahrzehnten nahezu täglich ihre Freunde getroffen. Hier bauten sie Papierschiffe oder spielten Räuber und Schandi. Hier sah das Mädchen in der Ferne das brennende München, damals im Krieg. Und als die gebürtige Unterhachingerin vor rund zehn Jahren zurückkehrte, nachdem sie zuvor lange in Ottobrunn und bei Wasserburg gelebt hatte, da trieb es ihr die Freudentränen in die Augen – ob des Wiedersehens mit dem Wasserlauf. Damals kam Thiede auf die Idee, ihrem Hachinger Bach ein Lied zu widmen.

I woaß no wia heit, wia mia Kinda voi Freid/in deim seidign Wasser so gern san barfuß glaffa/über bucklige Stoana und dein moosign Grund/ja damois war dWelt no so kloa und wia unsre Fiaß so gsund.

Dieses Lied, gesungen von Irmgard Christine Thiede, die dazu auch Gitarre spielt, ist der Bonustrack des neuen Unterhachinger Hörpfads. Dieser erzählt in zehn Beiträgen Geschichten aus der Gemeinde, die man sich entweder daheim am Computer oder direkt am jeweiligen Ort über das Smartphone anhören kann. Das Besondere an dem bayernweiten Hörpfad-Projekt ist, dass als Autoren, Sprecher und Techniker Bürger aus den Orten auftreten. In Unterhaching sind es knapp ein Dutzend, die unter dem Dach der Volkshochschule vor gut einem Jahr erst ein Reportertraining durchlaufen haben und danach mit Mikrofonen und Fotoapparaten sowie mit guten Ideen und viel Heimatwissen losgezogen sind, um bedeutende Orte hörbar zu machen.

Bei der Vorstellung des Hörpfads sind die Autoren sowie Vertreterinnen der Vhs um Leiterin Barbara Sporrer gekommen – aber auch rund 30 Bürger. Gemeinsam gehen sie auf einen Spaziergang entlang einzelner Hörpfad-Stationen. Als Führerin fungiert die fleißigste Autorin: Gertraud Schubert, die nicht nur für die Grünen im Gemeinderat sitzt und sich im Bund Naturschutz engagiert, sondern auch ein besonderes Verhältnis zum Hachinger Bach pflegt, den sie Interessierten bei Führungen nahebringt.

Hachinger Boch, mei Hachinger Boch/Auf deine Wiesn rings umher ham die schönstn Margaritn blüat/und dicke Dotterbleame ham deine Ufer verziert.

Über ihren Bach hat Schubert fünf Beiträge verfasst, darunter eine Trilogie, in der sich der alteingesessene Bachratz Rudi und der neu zugezogene Biber Barnabas über den Wasserlauf unterhalten. Weitere Hörpfad-Stationen sind der Landschaftspark, der heuer 20. Geburtstag feiert und mit drei Beiträgen vertreten ist (Autoren: Rainer Schäfers, Ursula Gündera, Gertraud Schubert), das Heimatmuseum (Harald Nottmeyer, Gertraud Schubert) sowie die Friedhofs-Krähen (Gertraud Schubert).

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