Das FEZ in Unterhaching
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Angeschlagen: Was das FEZ dringend braucht, ist Laufkundschaft. Die soll das neue Café anlocken.

Ende des Leerstands in Sicht

Neues Leben im FEZ-Einkaufszentrum – „Café Aroma“ zieht in ehemalige Schlecker-Filiale

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Schon bald könnte der Duft von frisch geröstetem Kaffee den Mief jahrelanger Tristesse verdrängen: Im Fasanenpark-Einkaufszentrum (FEZ) in Unterhaching bahnt sich ein Ende des Leerstands an.

Nach dem Auszug der Schlecker-Filiale im Jahr 2012 hatte sich trotz intensiver Bemühungen kein Nachmieter gefunden – aber jetzt will das „Café Aroma“ das Herz des FEZ wiederbeleben.Der Bauausschuss hat einem entsprechenden Antrag auf Nutzungsänderung zugestimmt.

Bei einem virtuellen Unternehmergespräch, initiiert von den Neo-Gemeinderäten Emil Salzeder und Claudia Töpfer, ist die Neuerung neulich schon angedeutet worden (wir berichteten). Es hieß, ein lokales Unternehmen wolle im FEZ das Thema „Wald, Wild & Wein“ umsetzen mit Hofladenkonzept und Wildkräuter-Workshops, basierend auf Naturalien aus dem Perlacher Forst, sowie Café und einem kleinen Bistro. Dies hat sich jetzt offiziell konkretisiert, und die Vorfreude aufs „Café Aroma“ ist groß.

„Ein ganz neues Konzept, ganz neue Rahmenbedingungen: Die Investitionen, die sowohl Café-Betreiber als auch Vermieter tätigen wollen, sind bemerkenswert“, sagte Rathaus-Sprecher Simon Hötzl in seiner Funktion als Wirtschaftsförderer der Gemeinde. „Das Wichtigste, was das FEZ braucht, ist Frequenz. Nur damit bleibt das Einkaufszentrum attraktiv.“ Das „Café Aroma“ soll Laufkundschaft anziehen, aber auch für weiteren Räumlichkeiten sei er „zuversichtlich, dass wir den Leerstand bald beenden“, so Hötzl.

Dass auch Außengastronomie mit 29 Sitzplätzen im Freien vorgesehen ist, löste im Bauausschuss eine kurze Debatte übers Für und Wider aus. „Freischankflächen sind für die Belebung besonders wichtig, damit sich auch am Abend etwas rührt“, fand Franz Felzmann (CSU). Julia Mittermeier (Freie Wähler) verwies auf die Gastronomie am und um den Rathausplatz, die immer wieder von Anwohnerprotesten begleitet werde: „Ist sichergestellt, dass die Bewohner im FEZ damit kein Problem haben?“ Stefan König (Grüne) signalisierte die Zustimmung zu dem Projekt nur unter dem Vorbehalt, dass ein Schalltechnikgutachten den Freischankflächen nicht entgegenstehe.

Simon Hötzl sagte zu, dass Lärmgrenzwerte eingehalten würden. Genau aus diesem Grund sei die Außengastronomie nur bis maximal 22 Uhr vorgesehen: „Wir werden Mittel und Wege für Lösungen finden, sind argumentativ gut aufgestellt und sehen uns auf der sicheren Seite.“ Sebastian Ruppert (SPD) freut sich jedenfalls darauf: „Raus aus der Wohnung, rein in eine belebte Straße – das schafft im und ums FEZ ein bisschen mehr Lebensqualität.“

Vom Prozedere her ist es so, dass die Gemeinde normalerweise den nicht mehr zeitgemäßen Bebauungsplan ändern würde. Weil das aber zu lange dauere, habe man sich „für die schnellere Variante entschieden“, erläuterte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD): eine Nutzungsänderung. In diesem Verfahren könnten Anwohner etwaige Bedenken vorbringen, die vom Landratsamt als genehmigender Behörde berücksichtigt würden.

Emil Salzeder von der neuen Neo-Fraktion, der sich stark für die Wiederbelebung des FEZ eingesetzt hat, sieht dem „Café Aroma“ mit einem Strahlen im Gesicht entgegen: „Alle uns dazu vorliegenden Unterlagen machen Sinn und Freude und erfüllen unser Herz.“

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