Enge Angelegenheit: In der Hauptstraße zwischen Bahnhof und Kubiz trennen Längsparkplätze und Grünstreifen die Fahrbahn vom Gehweg. Letzteren müssen sich Fußgänger und Radfahrer bisher teilen.
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Enge Angelegenheit: In der Hauptstraße zwischen Bahnhof und Kubiz trennen Längsparkplätze und Grünstreifen die Fahrbahn vom Gehweg. Letzteren müssen sich Fußgänger und Radfahrer bisher teilen.

Unterhaching sucht Verkehrskonzept für den Bahnhofsbereich und die Radfahrer

Von der Sperrung bis zur Fahrradstraße: Zehn Ideen für die Hauptstraße

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Die Gemeinde Unterhaching muss sich für die Hauptstraße in Unterhaching ein Verkehrskonzept überlegen. Im Innovations- und Mobilitätsausschuss wurden zehn Varianten vorgestellt. das tiefgreifendste Konzept wäre wohl eine Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr.

Unterhaching – Warum sich mit halben Sachen begnügen, wenn der große Wurf möglich ist? Die Verkehrsführung am Unterhachinger Bahnhof soll und muss sich ändern; nicht irgendwann, sondern bis spätestens Ende 2022. Weil es dann zu einem Fahrplanwechsel im Busverkehr kommt, welche die Gemeinde Unterhaching vor verkehrspolitische Herausforderungen stellt. Es gilt, sowohl den neuen Zehn-Minuten-Takt des MVV als auch den Einsatz von 18 Meter langen Gelenkbussen zu ermöglichen – und dies alles barrierefrei.

Zehn Varianten liegen auf dem Tisch. Der Mobilitätsbeauftragte der Kommune, Götz Mahdi, hat sie im Innovations- und Mobilitätsausschuss detailliert vorgestellt. Auf dieser Basis soll nun ein Verkehrskonzept erarbeitet werden, das nicht nur die Bushaltestelle am Bahnhofsvorplatz optimiert, sondern auch eine sinnvolle Lösung für die von vielen radelnden Schülern frequentierte Hauptstraße bietet.

Bushaltestellen müssen optimiert werden

Die Anforderungen lauten also: die Bushaltestellen tauglich machen sowohl in puncto Barrierefreiheit als auch für den neuen MVV-Fahrplan, zudem Entzerrung zu schaffen auf dem Schulweg im Konflikt zwischen Radfahrern und Fußgängern, die sich derzeit gemeinsam einen Streifen teilen.

Die Grünen hatten als Idee eine Fahrradstraße vorgeschlagen, die vom Kreisverkehr an der Leipziger/Münchner Straße bis zum Kubiz reichen solle. Der Kubiz-Vorplatz müsse dafür umgebaut werden, wie die Grünen in ihrer 22-seitigen Konzeption darlegten. Eine charmante Idee, fand Götz Mahdi – doch der Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde lieferte wichtige Gegenargumente: Von MVG und Polizei lägen zu dieser Option negative Stellungnahmen vor. Kinder unter acht Jahren müssten weiterhin auf den Gehwegen bleiben, und mit dem auf Pünktlichkeit bedachten Buslinienverkehr vertrage sich eine Fahrradstraße nur bedingt.

Auch Umleitung der Radfahrer im Gespräch

Außer der Fahrradstraße, in seiner Präsentation Variante Nummer sechs, hatte Götz Mahdi neun weitere Vorschläge ausgetüftelt – inklusive Für und Wider. Bestimmte Ausbuchtungen am Bahnhofsplatz fielen deshalb durch, weil die Kombination Gelenkbus plus Wartezeit nicht realisierbar wäre. Das Problem lasse sich aber lösen mit einer veränderten Kurvenführung und einer Verlängerung der Bushaltestelle nach Süden.

Bleibt die Frage: Wie soll der Verkehr auf der engen Hauptstraße gelenkt werden? Das Ideenspektrum umfasst – neben der Fahrradstraße (eventuell auch übergangsweise bis zum Abschluss eines städtebaulichen Wettbewerbs) – auch einen saisonalen Radweg oder Parkstreifen, Radwege beidseitig (dann fiele der Grünstreifen weg), die Umleitung der Radfahrer über die Schulstraße (so der CSU-Vorschlag) oder beispielsweise eine durchgezogene Linie mit Überholverbot.

Versenkbare Poller bei Sperrung

Zum Schluss überraschte Götz Mahdi mit Variante zehn: der Sperrung der Hauptstraße im Bereich des Bahnhofsplatzes (rund um die jetzigen Fußgängerampel) für den Durchgangsverkehr mittels versenkbaren Pollern mit Fernsteuerung für Busse, Müllabfuhr und Rettungsdienste.

Auf der Basis dieser Präsentation soll nun ein Verkehrskonzept erstellt werden. Das wiederum ist nämlich Grundlage für Fördermittel durch das „Sonderprogramm Stadt und Land“ des Bundes – Radverkehrsprojekte werden mit bis zu 75 Prozent der Kosten bezuschusst.

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