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Ausblick auf das neue Jahr in Unterhaching: Neujahrsempfang heuer im Juli?

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Von: Martin Becker

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Gleich eine doppelte Herausforderung: Neujahrsempfänge wie in der Vergangenheit (hier ein Bild von 2017) sind in Unterhaching momentan wegen Corona undenkbar – zudem bedarf die Örtlichkeit der Festivität, die fast 50 Jahre alte Hachinga-Halle, dringend einer größeren und kostspieligen Sanierung.
Gleich eine doppelte Herausforderung: Neujahrsempfänge wie in der Vergangenheit (hier ein Bild von 2017) sind in Unterhaching momentan wegen Corona undenkbar – zudem bedarf die Örtlichkeit der Festivität, die fast 50 Jahre alte Hachinga-Halle, dringend einer größeren und kostspieligen Sanierung. © Robert Brouczek

Große Bauprojekte, Veranstaltungen im Pandemie-Modus, wichtige Personalien im Rathaus: 2022 tut sich einiges in der Gemeinde Unterhaching.

Unterhaching - Das Covid19-Virus erfasse schon lange nicht mehr bloß den privaten Bereich, „sondern zieht sich durchs ganze Arbeitsleben“, weiß Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer. Sein Tipp dazu: „Man muss aus der Not eine Tugend machen – und die Ruhe auch mal geschehen lassen.“ Über den Jahreswechsel hat er das so gehalten, und für den üblichen Neujahrsempfang der Gemeinde gilt heuer: Er wird, wie schon 2021, abermals ausfallen. Vorerst zumindest. „Dass momentan eine Veranstaltung mit 800 Leuten nicht stattfinden kann, ist klar“, sagt der Bürgermeister. Er möchte „die Wertschätzung unserer Ehrenamtlichen gern im Sommer anderweitig nachholen“. Die (noch etwas vage) Idee: ein verspäteter Neujahrsempfang im Rahmen eines (noch in den Sternen stehenden) Bürgerfests, am 13. Juli statt am 13. Januar. „Mir wäre es wichtig, alle, die der Gemeinde Gutes tun, mit der entsprechenden Wertschätzung auszustatten“, sagt Wolfgang Panzer. Neben dem traditionellen Bürgerfest gäbe es weitere Feierlichkeiten: Die Birker Burschen haben angefragt wegen ihres 130-jährigen Bestehens, die Feuerwehr Unterhaching würde dieses Jahr gern ihre 2021 ausgefallene 150-Jahr-Feier nachholen, ebenso die Trachtler ihr 100-Jahre-Jubiläum. „Ich wünsche mir wieder ein echtes Gemeinde- und Vereinsleben“, sagt Wolfgang Panzer. „Aber mindestens bis Mai werden wir in irgendeiner Weise mit Corona-Einschränkungen leben müssen. Es wäre vermessen, schon jetzt eine Prognose zu Veranstaltungen zu treffen.“

Bauprojekte

Unabhängig vom Virus wird gebaut, und das nicht zu knapp. Größtes Projekt der Kommune ist am Sportpark der 9,2 Millionen Euro teure Ausbau der Grund- und Mittelschule, die acht zusätzliche Klassenräume plus Mittagsbetreuung bekommt. Auch die derzeitigen Provisorien im Bestandsgebäude werden saniert: Die eigentliche Mensa wird derzeit als Mittagsbetreuung genutzt, ihr Essen bekommen die Schüler im VIP-Gebäude er SpVgg Unterhaching. Der straffe Zeitplan sieht vor, die Schulerweiterung bis September 2023 abzuschließen.

Rund zwei Millionen Euro sind für die Generalsanierung der Hachinga-Halle in den Jahren 2022 und 2023 veranschlagt, das fast 50 Jahre alte Gebäude sei „das Herz des Gemeinde- und Vereinslebens“. Die überfälligen Erhaltungsmaßnahmen betreffen Heiz- und Lüftungstechnik sowie das Dach.

Auf der Agenda für 2022 steht eigentlich auch der Neubau des Baubetriebshofs am Grünwalder Weg im laufenden Betrieb, was zeitlich aber kaum mehr zu realisieren ist. Deshalb soll heuer lediglich eine neue Streuguthalle für den Winterdienst errichtet werden.

Straßenbau

Größere Verkehrsmaßnahmen sind erst wieder 2023 geplant, heuer soll aber der Bereich rund um den Dorfbrunnenplatz an der Bürgermeister-Prenn-Straße aufwändig umgestaltet werden. Es geht darum, hier Spielplatz und Neubau des historischen Brunnens geschickt zu verknüpfen.

Außerdem schreitet der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen voran. Kompliziert wird das vor allem an den beiden S-Bahnhöfen Fasanenpark und Unterhaching: „Dort stellt der Umbau uns vor große Herausforderungen“, sagt Wolfgang Panzer. „Damit die neuen Gelenkbusse barrierefrei halten können, müssen wir aus einem Bogen eine Gerade machen.“ Erst, wenn am Bahnhof Unterhaching der Bushaltestellenumbau abgeschlossen ist, will die Gemeinde das schon diskutierte Verkehrskonzept für die Hauptstraße angehen. In welche Richtung man tendiert, deutet Rathaus-Sprecher Simon Hötzl an: „Das Auto hat in gewissen Bereichen ausgedient, der motorisierte Privat-Pkw-Verkehr ist nur noch die Notlösung. Andernfalls können wir unsere Klimaziele nicht erreichen.“

Personalien

Stichwort Klima: Götz Mahdi, bislang Mobilitätsbeauftragter der Gemeinde mit innovativen Klimaschutzideen im Verkehrswesen, hat das Unterhachinger Rathaus verlassen – er nimmt eine neue berufliche Herausforderung in Mittelfranken an. Und der nächste Abschied folgt bald: Thomas Portenlänger, seit Jahrzehnten Chef der Hauptverwaltung (mittlerweile nennt sich sein Referat „Bürgerservice“), wechselt Ende des Jahres in den Ruhestand. Die Kommune sucht für diese Säulen der Verwaltung nun kundigen Ersatz, will intern umstrukturieren und hat mit Philipp Dürr auch schon einen neuen Mitarbeiter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit gefunden. „Herr Dürr ist mir direkt zugeordnet“, sagt der Bürgermeister, „weil das Klima Chefsache ist.“ Beim Klimaschutz gehe es unter anderem um den „Dialog mit Unternehmen“: Sind sie schon an die Geothermie angeschlossen, bieten sie ihren Mitarbeitern Jobticket oder Pedelecs an? Ein Beitrag zum Klimaschutz auf dem Sektor Bebauungsplanung sei es, so Panzer, das Nachbargrundstück des Freibads freizuhalten von Bebauung. „Im Sommer zusätzliche Liegewiese, im Winter ein öffentlicher Park“, lautet seine Vision.

Handwerkerhof

Seit Jahren haben sämtliche Parteien einen Handwerkerhof in ihre politischen Programme geschrieben. In nicht-öffentlichen Sitzungen diskutiert der Gemeinderat längst Details, dem Vernehmen nach sind drei Örtlichkeiten in der engeren Auswahl. „Gesucht sind Grundstücksflächen ab 10 000 Quadratmetern. 2022 könnte es eine Weichenstellung geben“, sagt Wolfgang Panzer. Fürs zweite Quartal sind konkrete Grundstücksverhandlungen vorgesehen – sofern der Gemeinderat die entsprechende Legitimation erteilt.

Grüne Mitte

Für die „Grüne Mitte“ im neuralgischen Bereich zwischen Witney- und Ludwig-Specht-Straße ist im Zuge des Bebauungsplanverfahrens eine groß angelegte Bürgerinformation angelaufen (wir berichteten). Über ein Fachbüro, „damit es kein politisches Schaulaufen gibt“, erläutert der Bürgermeister. Die kommunalpolitische Präferenz geht hin zu Geh- und Radweg, ohne Autoverkehr. „Aber letztlich“, sagt Wolfgang Panzer, „muss der Gemeinderat die große Grundsatzentscheidung treffen: Verbinden wir beide Straßen miteinander oder nicht?“ Es handele sich um eine „politische Richtungsentscheidung, bei der es kein gut oder schlecht gibt“. So oder so, fest stehe: „2022 muss eine Entscheidung fallen.“

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