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Party-Exzesse bleiben die Ausnahme

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Von: Laura Forster, Doris Richter

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Menschen sind zu Fuß und mit dem Roller unterwegs im Landschaftspark in Unterhaching.
Menschen sind zu Fuß und mit dem Roller unterwegs im Landschaftspark in Unterhaching. © Marc Oliver Schreib

Zum Feiern zieht es Jugendliche vermehrt ins Freie. Dabei fließt oft nicht nur viel Alkohol, die jungen Leute machen oft Lärm und hinterlassen Müll – zum Leidwesen der Anwohner.

Landkreis – Jugendliche feiern am Gärtnerplatz, Jugendliche feiern am Flaucher, Jugendliche feiern im Englischen Garten. Seit der Coronakrise flüchten die jungen Leute ins Freie. Dabei fließt oft nicht nur viel Alkohol, die jungen Leute machen oft Lärm und hinterlassen Müll – zum Leidwesen der Anwohner. Im Landkreis München ist die Situation noch überschaubar. Doch auch hier gibt es Stellen, an denen sich die Jugendlichen zum Feiern treffen – zum Beispiel der Landschaftspark bei Unterhaching oder die Regattastrecke in Oberschleißheim.

Im nördlichen Landkreis ist vor allem die Regattastrecke unter den feiernden Jugendlichen ein beliebtes Ziel. Besucher und Sportler monierten den Zustand der Anlage. „Dieses Jahr ist ein bisschen mehr los als die vergangenen Jahre“, sagt ein Sprecher der Polizei Oberschleißheim. Warum sich die jungen Leute vor allem dort treffen? „Ein Grund ist bestimmt die Überdachung der Tribüne“, sagt er. Im Juli hatte sich ein Bürger über die feiernden Jugendlichen beschwert. Eine Streife nahm daraufhin um die 90 Personalien auf. „Verstöße bezüglich Corona gab es aber keine“, sagt der Polizeisprecher. 13 Anzeigen verteilten die Beamten seit März an der Regattastrecke. In letzter Zeit seien es weniger geworden.

Beliebte Treffs: Spielplätze und Parks

Auch vor dem Unterschleißheimer Rathaus beklagten Anwohner die nächtlichen Treffen der Jugendlichen. Dort herrscht jedoch seit 2014 ein Alkoholverbot. Seitdem habe sich die Lage gebessert, und auch während der Coronakrise habe es keinen Ausschweifungen gegeben. „Grundsätzlich hat sich alles wieder beruhigt“, sagt der Beamte. „Während des Lockdowns hatten wir viel mehr Einsätze, weil sich die Bürger beschwert haben.“

Im südöstlichen Teil des Landkreises treffen sich die Jugendlichen abends vor allem auf der Eichendorffwiese in der Nähe der Ottostraße in Ottobrunn, auf der Landebahn und bei der Leonhardikapelle in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. „Dieses Jahr gibt es schon mehr Gruppenansammlungen“, sagt ein Sprecher der Polizei Ottobrunn. „Aber das Alkoholproblem ist noch nicht so extrem wie in der Stadt München. Das ist ja eine andere Hausnummer.“ Eigentlich seien alle größeren Parks und Spielplätze Anlaufstellen für junge Leute, sagt der Polizeisprecher. Es gebe viele Hotspots, da die Jugendlichen oft ihren Treffpunkt wechselten. Nur der Landschaftspark sei fast jeden Abend gut besucht – aber das galt auch schon vor der Corona-Pandemie.

Die meisten halten sich an die Regeln

Die Beamten seien in den vergangenen Wochen öfters von Anwohnern alarmiert worden – die Jugendlichen würden zu laut feiern. Außerdem fände man nach den Partys überall Müll. „Die meisten lassen ihre Sachen einfach an Ort und Stelle liegen“, sagt der Pressesprecher der Polizei. Mittlerweile habe sich die Situation jedoch wieder eingependelt, auch wegen der gelockerten Maßnahmen.

Die meisten halten sich an die Regeln

Derzeit führen die Ottobrunner Beamten nur noch sporadische Kontrollen durch. „Das war am Anfang der Pandemie viel intensiver“, sagt der Sprecher. Die Mehrzahl der Jugendlichen halte sich an die Regeln, grobe Verstöße gebe es nur wenige. Das kann auch die Nachbardienststelle Grünwald bestätigen. Die Jugendliche würden zwar Party machen und auch mal Anwohner verärgern, jedoch nicht mehr als in den vergangenen Sommern.

Auch in Taufkirchen kennt man Probleme mit Feiern unterm freien Himmel seit längerem. Schon immer treffen sich im Sommer bei schönem Wetter Jugendliche gerne im Sportpark. Laut Gemeinde habe es in diesem Jahr aber lediglich zwei Fälle gegeben, wo im Sportpark exzessiv gefeiert worden sei. Dabei wurden auch Mülleimer kaputt getreten, laute Musik wurde gehört. Doch das seien Ausnahmen gewesen. Gerade in den letzten Wochen hätten sich die Treffen auf ein gutes Maß eingependelt. Auf keinen Fall vergleichbar sei das mit der Situation in München.

Gleiches ist aus Unterhaching zu hören. „Wir erleben kein Feierbedürfnis über Gebühr“, sagt Rathaussprecher Simon Hötzl. Beliebte Treffpunkte im Sommer seien jedes Jahr der Rodelhügel und der Landschaftspark. Für diesen habe die Gemeinde einen Wachdienst abgestellt, der auch regelmäßig nachts unterwegs sei und Feiern, sollten sie aus dem Ruder laufen, beenden. „Insgesamt reguläres Geschäft wie jeden Sommer“, so Hötzls Resümee.

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