1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Unterhaching

Personalmangel in Unterhachings Krippen: Nur 100 von 177 Plätzen können vergeben werden

Erstellt:

Von: Martin Becker

Kommentare

Der Personalmangel wirkt sich auf die Betreuungsmöglichkeiten in den Krippen in Unterhaching aus.
Der Personalmangel wirkt sich auf die Betreuungsmöglichkeiten in den Krippen in Unterhaching aus. (Symbolfoto) © Sebastian Kahnert

Der Personalmangel wirkt sich auf die Betreuungsmöglichkeiten in den Krippen in Unterhaching aus. Von 177 Betreuungsplätzen können nur 100 belegt werden.

Unterhaching – In Schulnoten ausgedrückt wäre das wohl eine Eins plus. „Sehr sehr gut“, sagte Martina Wende, habe es heuer geklappt mit der Anmeldung für Kita-Plätze in Unterhaching, die erstmals komplett digital erfolgte. Alles sei „wirklich reibungslos“ verlaufen, sagte die Rathaus-Mitarbeiterin, als sie im Kultur- und Sozialausschuss ihren Sachstandsbericht zur Kinder- und Nachmittagsbetreuung vortrug.

Von den Muss-Kindern nur zwei auf der Warteliste

Fürs Kinderhaus plus am Oberweg, das im September seinen Betrieb aufnimmt, hat die Gemeinde mit Iris Werner eine Leiterin gefunden. Trotzdem herrscht noch Personalmangel, von 100 möglichen Kindergartenplätzen sind nur 43 belegt. „Ja, wir haben leider Personalmangel und können momentan nur mit zwei statt vier Gruppen starten“, sagt Martina Wende. Es gebe aber intensive Anstrengungen, noch geeignete Kräfte zu finden.

Trotzdem ist im Bereich der Kindergartenplätze die Lage insgesamt relativ entspannt. Von den „Muss-Kindern“ (die bis zum 30. September drei Jahre alt werden), stehen nur noch zwei auf der Warteliste. Aktuell sind in den sechs gemeindlichen, drei kirchlichen und fünf privaten Kindergärten 853 Plätze belegt. Weitere 94 könnten hinzukommen, sobald Personalfragen gelöst sind.

In den Krippen ist die Situation prekär

Wesentlich prekärer ist die Situation bei den Kinderkrippen, wo sich der Personalmangel deutlich bemerkbar macht. Nur 100 von 177 Krippenplätzen können derzeit belegt werden, 35 Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz stehen vorgemerkt auf der Warteliste. Besonders stark trifft es die Krippe „Kleine Riesen in Unterhaching“, die nur sechs der 48 vorgesehenen Plätze vergeben kann.

Martina Wende hat beim Rekrutieren der Fachkräfte eine Verschiebung registriert – inzwischen gebe es wieder mehr Erzieherinnen, aber zu wenig Kinderpflegerinnen. Dazu merkte Dieter Senninger (SPD) an: „Man sollte den Begriff ,Kinderpflege‘ umwandeln in ,Kleinkindererziehung‘ und das Krippenpersonal genauso gut bezahlen wie das im Kindergarten. Denn gerade die ersten drei Lebensjahre sind für die Vermittlung frühkindlicher Bildung enorm wichtig – Kinder brauchen Leute mit entsprechender pädagogischer Ausbildung.“

Wenig Rückstellungen in den Grundschulen

Zur Klassenstärke bei den Schulen wollte Claudia Köhler (Grüne) wissen, ob es wegen der Corona-Pandemie viele Rückstellungen gebe, weil Eltern ihre Erstklässler aus Angst vor Distanzunterricht lieber ein Jahr später in die Schule schicken. Nein, dies zeichne sich nicht ab, rechnete Martina Wende vor: Mit 25 Rückstellungen liege der Wert im Durchschnitt der Vorjahre. In der Jahnschule wird es sechs erste Klassen mit insgesamt 128 Schülern geben, in der Grundschule am Sportpark werden 126 Schüler aus fünf erste Klassen verteilt. Zwei fünfte Klassen mit 38 Schülern starten in der Mittelschule am Sportpark, und fürs Lise-Meitner-Gymnasium sind 198 neuen Schüler angemeldet für sechs reguläre fünfte Klassen plus eine Förderklasse für Hochbegabte. Bei der Nachmittagsbetreuung gibt es noch 63 freie Plätze in drei Einrichtungen.

Auch interessant

Kommentare