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Den Leerungs-Rhythmus bei den gelben Tonnen wie hier an der Fasanenstraße will Unterhaching erhöhen. 

Ärger mit Entsorgungsfirma

Plastikmüll nimmt überhand: Unterhaching muss Tonnen öfter leeren

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Weil immer mehr Plastik-Abfall anfällt, will Unterhaching den Entsorgungsrhythmus erhöhen. Das sorgt für Ärger mit der Entsorgungsfirma.

Unterhaching – Papier, Glas, Plastik, Bioabfall und Restmüll: In Deutschland werden die Abfallarten im Idealfall fein säuberlich getrennt und, je nach Kommune, auf unterschiedlichen Wegen entsorgt. Ein Gros macht inzwischen der sogenannte Leichtverpackungsabfall aus: also Plastikumhüllungen, Milch- und Getränkeverpackungen, eben alles mit dem „grünen Punkt“. Weil der Plastikmüll massiv zunimmt, will die Gemeinde Unterhaching jetzt den Entsorgungsrhythmus erhöhen. Doch diejenigen, die dafür von Gesetzes wegen zuständig sind, nämlich die „Duales System Deutschland GmbH“ (DSD), sträuben sich aus wirtschaftlichen Erwägungen. Somit bahnt sich ein Rechtsstreit an.

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Ein Szenario wie in München, wo Wertstoffinseln zum Teil heillos überquellen und als Sperrmüll-Ablage missbraucht werden, möchte Unterhaching vermeiden. Allerdings gebe es diese Problembereiche schon, sagte Korbinian Rausch (CSU) im Bauausschuss und verwies auf regelmäßig überfüllte Container in den Wertstoffsammelstellen am Mühlweg, bei St. Alto und in der Von-Stauffenberg-Straße.

106 gelbe Tonnen stehen derzeit in den Unterhachinger Sammelstellen, dazu kommen 338 in größeren Blocks mit Geschosswohnungen. Und genau dort stößt die Müllabfuhr an ihre Grenzen, wie Anna Lambrecht vom kommunalen Fachbereich Umwelt und Klima im Bauausschuss berichtete.

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Besonders an großen Wohnanlagen türmt sich der Müll

Die Idee der Gemeinde zur Problemlösung: In den Geschosswohnanlagen soll der Leerungs-Rhythmus verdichtet werden, auf ein Mal pro Woche statt alle 14 Tage. Zudem sollen alle bestehenden und künftigen Wohnanlagen ab 20 Personen mit Containern ausgestattet werden, für die also – anders als bei den Wertstoffsammelstellen – ein Holsystem gilt.

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Gemeinde will Entsorgerfirma zwingen

Dieser „Änderung der Systemfestlegung“, wie es im Bauausschuss hieß, hat DSD als zuständiger Entsorger aber nicht zugestimmt. Jetzt will die Gemeinde den neuen Leerungs-Turnus mit einem schriftlichen Verwaltungsakt erzwingen, was dringend nötig sei, wie Anna Lambrecht darlegte: „Weil die gelben Tonnen überfüllt sind, landet der Plastik- im Restmüll, wo er nicht hingehört. Unser Ziel ist es, Sauberkeit in Mülltonnenhäuschen und Sammelstellen zu gewährleisten sowie überquellende Tonnen zu vermeiden.“ Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ergänzte: „Unsere Sammelstellen müssen wir sonntags mittlerweile sogar zusperren, damit sie nicht zu Sperrmüll-Lagern werden.“

Weil DSD sich aus wirtschaftlichen Gründen gegen die Neuerungen beim 1992 vereinbarten Turnus sträubt und im Dezember ein Einigungsversuch scheiterte, hat die Gemeinde inzwischen einen auf solche Fälle spezialisierten Rechtsanwalt beauftragt. Auf seiner Empfehlung beruht der vom Bauausschuss einstimmig gefasste Beschluss für eine „neue Systemfestlegung“, die für DSD nun bindend ist.

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