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Seine letzte Grabung: Rainer Goverts.

Rainer Goverts aus Unterhaching gestorben

Ein Tüftler mit messerscharfem Verstand

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Unterhaching - Er hat sich auf Spurensuche gemacht – und Spuren hinterlassen: Rainer Goverts. Das Heimatmuseum trägt seine Handschrift. Nun ist Goverts gestorben. 

Die Kelten waren in Unterhaching, die Römer ebenfalls. Und stets zur Stelle, wenn es darum ging, die Funde von Grabungen zu dokumentieren, war Rainer Goverts. Meist zusammen mit dem Historiker Harald Nottmeyer, dem Vorsitzenden des Fördervereins Heimatmuseum. „Uns hat“, sagt Nottmeyer (54), „eine sehr enge Freundschaft verbunden. Es war wie ein Vater-Sohn-Verhältnis.“ 

Als der gebürtige Hamburger Rainer Goverts in den 1960er Jahren nach Unterhaching zog, entwickelte er rasch eine innige Beziehung zu seiner neuen Heimat. Durch seinen Hauptberuf in der Foto-Abteilung von Agfa hatte er ein besonderes Faible für den Umgang mit der Kamera – und dafür, die Region in Szene zu setzen. 

Zusammen mit seiner Frau Ingeborg bildete er jahrzehntelang ein journalistisches Duo: Sie schrieb Artikel für die Landkreis-Ausgabe der SZ, er lieferte die Fotos dazu. Mit dem Eintritt ins Rentenalter suchte sich Rainer Goverts eine neue Ausgabe. 

Und fand sie beim Unterhachinger Heimatmuseum. Dort rückte Goverts mit der Kamera aus, sobald irgendwo ein historischer Fund gemeldet wurde, und erstellte die Bilddokumentation. Für Ausstellungen im Museum entwarf er die Bildtafeln, schrieb die Texte dazu, sorgte aber auch für die passende Beleuchtung. 

Überhaupt, technische Abläufe im Heimatmuseum: Rainer Goverts tüftelte Schaltpläne aus, programmierte die Alarmanlage – kurzum, mit ungeheurem Elan forcierte er im Rentenalter die Fortschritte des Heimatmuseums. Aber nicht nur als zupackender Pragmatiker etablierte sich der Hamburger in Unterhaching, sondern insbesondere auch als wertvoller Ratgeber. 

„Er war kein Historiker, verfügte aber über einen bewundernswerten, messerscharfen Verstand“, blickt Nottmeyer zurück. Und zitiert einen von Goverts’ Lieblingssätzen: „Sanft und zugleich bestimmt sagte er oft: ,Mit Verlaub, aber das ist großer Mist‘. Meistens hatte er recht.“ Dabei sei es Goverts immer um die Sache gegangen: um Unterhaching, um historische Funde. „Er wusste genau, wo seine Grenzen sind, was er kann und was nicht. Er war ein bescheidener Mensch; keiner, der sich in den Mittelpunkt stellte. Man hat sich immer auf ihn verlassen können.“ 

Zuletzt habe sich Goverts eigentlich zurückziehen wollen aus der Arbeit fürs Heimatmuseum, „aber dann ist ihm immer wieder etwas Neues eingefallen, das es noch zu tun gab“. Selbst, als die Krankheit an ihm nagte. „Er wusste“, sinniert Nottmeyer, „er wird sterben.“

Doch selbst das Unvermeidliche habe Goverts nüchtern und sachlich gesehen: „Bis drei Tage vor seinem Tod sortierte er daheim am Computer noch Fotos.“ Ein letztes Mal wollte Nottmeyer sich mit dem väterlichen Freund treffen, „ihn an der Hand nehmen, einmal mit ihm um den Block gehen“. 

Dazu kam es nicht mehr. Im heimischen Wohnzimmer schlief Rainer Goverts für immer ein. Nottmeyer spricht von einem „riesigen Verlust“. Fürs Heimatmuseum, aber auch für ihn persönlich.

Martin Becker0700

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