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Kräftiges Händeschütteln gehört bei der Bürgerbriefverleihung mit dazu. Wolfgang Panzer übergibt die Urkunden. 

Rathauschef verleiht Bürgerbriefe

Die Menschen brauchen einen „kritischen Geist“

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Es war reiner Zufall, aber einer, der gut passte: Am Vorabend des Tages, an dem Angela Merkel zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt wurde, verlieh Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer die Bürgerbriefe an inzwischen 18-Jährige.

Unterhaching– Eine symbolische Geste, alle Jahre wieder, die den jungen Erwachsenen ihr Verantwortungsbewusstsein vor Augen führen soll. Insbesondere dahingehend, dass sie in einer Demokratie leben uns selbst mitbestimmen können, wer unser Land regiert. Das Interesse der 18-jährigen Unterhachinger bei der Zeremonie im Kubiz, musikalisch aufgepeppt von DJ Mik und kulinarisch gewürzt mit Büffet sowie Getränkebar, hielt sich allerdings in überschaubaren Grenzen.

Von den 214 eingeladenen Neu-Erwachsenen kamen nur 37 zur Bürgerbriefverleihung. Immerhin. Die Botschaft, die der Bürgermeister ihnen mit auf den weiteren Lebensweg gab: „Es gibt sie nie, die vermeintlich einfachen Lösungen. Die Kunst wird immer darin liegen, die verschiedenen Blickwinkel in seine eigenen Entscheidungen einfließen zu lassen.“ Damit war Panzer passenderweise bei der „großen Politik“, explizit sprach er der monatelange Tauziehen um die Bildung einer neuen Bundesregierung an. Die Kritik daran, dass manche gar von „Staatsversagen“ gesprochen hätten, sei „schlicht und ergreifend falsch“. Denn, so Panzer: „Es ist das Wesen einer Demokratie dass sich die verschiedenen politischen Strömungen erst einmal auf einen Grundkonsens des Regierungshandelns verständigen müssen.“ Dies sei ein unschätzbarer Wert – hierzulande könne man „auch stark abweichende Meinungen artikulieren, ohne dass man fürchten muss, am nächsten Tag von der Polizei verhaftet zu werden“. Den neuen Koalitionsvertrag bewertete Panzer positiv, die parlamentarische Kontrolle erreiche jetzt „eine ganz neue Qualität“. Sein Credo: „Es ist Zeit für mehr Vertrauen in die Kraft der deutschen Demokratie.“

Den Jungbürgern, die teils leger und teils festlich gekleidet erschienen waren, legte Panzer eine vielfältige Meinungsbildung ans Herz, unter anderem „durch eine vielfältige Presselandschaft“. Die jungen Menschen bräuchten „genau diesen kritischen Geist, um den Populisten nicht auf den Leim zu gehen“. Die Demokratie in Deutschland benötige „gerade jetzt aktive Mitstreiter“. Als Klassen- und Schülersprecher hätten einige schon wertvolle Erfahrungen mit dem Prozess der Willensbildung gemacht, für weiteres Engagement gebe es in Unterhaching diverse Möglichkeiten, in der Kommunalpolitik genauso wie in Vereinen und Institutionen.

Bevor sich alle auf die Häppchen stürzten, verkündete Panzer noch ein Schmankerl. Eine Verlosung nämlich mit attraktiven Preisen: Freibad- und Fußballkarten, Wunsch-Abos fürs Kubiz, Gemeinde-Handtücher sowie je zwei Einladungen in den Bayerischen Landtag und zwei Reisen nach Berlin. Grund genug für die 37 Jungbürger, doch noch ein bisschen länger zu bleiben.

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