Sexuelle Belästigung: Die Hand eines Mannes liegt auf dem Knie einer Frau.
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Mit Lügengeschichten über eine Bordell-Eröffnung hat sich ein 40-Jähriger an Frauen rangemacht. (Symbolbild).

Nacktfotos und pornografische Videos erschwindelt

Rotlicht-Aufschneider wegen Betrugs verurteilt

  • Stefan Weinzierl
    vonStefan Weinzierl
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Mit dreisten Lügen hat sich ein 40-Jähriger aus dem Landkreis München das Vertrauen von insgesamt acht Frauen erschlichen, die im Rotlicht-Milieu arbeiten wollten. Dann machte er von den Frauen unter anderem Nacktfotos und pornografische Videos und berührte sie aus sexueller Motivation - bis die Betrogenen zur Polizei gingen.

Er wolle zusammen mit einer Bekannten ein Bordell mit Bar im Westen von München eröffnen und suche dafür Prostituierte und Bardamen, hatte der 40-Jährige den Frauen vor rund drei Jahren vorgegaukelt. Die Interessentinnen traf er in seiner Wohnung und „castete“ sie. Dabei fotografierte er laut Polizei die Frauen in Dessous, teilweise auch nackt – und zwar unter dem Vorwand, dass die Bilder für die „Sitte“, also die für Prostitution zuständige Polizeiabteilung benötigt würden.

Frauen sollten für Videos Geld erhalten

Auch versprach er Geld dafür, dass die Frauen pornografische Bilder und Videos machen. Drei der Frauen ließen sich darauf ein, den Geldbetrag erhielten sie nie.

Ermittlungsverfahren auch gegen Frauen

Einige der Betrogenen erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen den Rotlicht-Aufschneider. Eine 25-Jährige gab gegenüber der Polizei an, dass sie auch zum Sex mit dem 40-Jährigen gezwungen worden sei – ein Vorwurf, der sich während der Gerichtsverhandlung als unwahr herausstellte. Deshalb läuft gegen die Frau ein Ermittlungsverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat.

Eine der Frauen hatte die anderen zudem aufgefordert, bei der Polizei zu behaupten, vergewaltigt worden zu sein. Gegen sie läuft nun ein Strafverfahren wegen falscher Verdächtigung.

40-Jähriger muss für über drei Jahre hinter Gitter

Der 40-Jährige muss hinter Gitter. Der Mann wurde mittlerweile vom Landgericht München wegen Betrugs in Tateinheit mit sexueller Belästigung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig, wie die Polizei mitteilt.

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