Der neue Vorstand: (von links) Dieter Senninger (Beisitzer), Josefina Köster (2. Vorsitzende), Dr. Hans-Peter Linden (Beisitzer), Jürgen Hoerner (1. Vorsitzender), Elisabeth Landeck (Schatzmeisterin), Peter Wagner (Beisitzer), Henriette Kern (Schriftführerin).Foto: Monika Wrba/ fkn

Alzheimer-Gesellschaft für den Landkreis München kann den Bedarf nicht decken

Alzheimer-Gesellschaft weitet  Angebot auf gesamten Landkreis aus

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Es ist noch keine zehn Jahre her, da die Altenpflegerin Josefina Köster die Gründung der ersten Herbstwind-Gruppe in Unterhaching initiiert hat.

Das Angebot für Demenzpatienten erfreute sich großer Beliebtheit, es folgten eine zweite und eine dritte Gruppe in Oberhaching, und bald merkten die Organisatoren, dass sie feste Strukturen für ihre ehrenamtliche Arbeit benötigen. Also hoben ein Dutzend Gründungsmitglieder im Januar 2010 die Alzheimer-Gesellschaft Landkreis München (AGLM) aus der Taufe – ein Verein, der seitdem stetig gewachsen ist und sich immer weiter professionalisiert hat.

So ist die Gruppe heute längst mehr als eine Handvoll Ehrenamtlicher und fast schon ein kleines Unternehmen, wie der Vorsitzende Jürgen Hoerner in seinem Bericht bei der Jahresversammlung dargelegt hat. 

Herbstwind-Gruppen, Selbsthilfegruppen und Tanztee-Nachmittage

Neben der Organisation von inzwischen sechs Herbstwind-Gruppen, drei Selbsthilfegruppen und den Tanztee-Nachmittagen zählte die AGML im vergangenen Jahr rund 460 Beratungsgespräche mit Angehörigen von Demenzpatienten. Dazu kamen noch mal fast 1000 Einsatzstunden des ehrenamtlichen Helferkreises, und auch bei den Demenz-Wohngemeinschaften in Ottobrunn und Oberhaching bringt sich der Verein ein. „Der Bedarf an Angeboten für demenzkranke Menschen und deren Angehörige ist groß und er wächst beständig“, sagt Jürgen Hoerner. 

Er verweist auf eine neue Schätzung, wonach im Landkreis München 5700 Demenz-Patienten leben. „Der Bedarf ist sogar so groß, dass wir nicht in der Lage sind, ihn zu decken“, so Hoerner. Wobei die AGLM 2015 die Weichen gestellt hat, um ihr Angebot weiter auszubauen. 

Erstmals drei feste Mitarbeiterinnen angestellt

So wird der Verein seit März vom Landkreis unterstützt, was zweierlei zur Folge hatte. Zum einen konnten erstmals drei feste Mitarbeiterinnen angestellt und eigene Büroräume in Unterhaching angemietet werden. Zum anderen ist der Verein jetzt nicht mehr nur für die südlichen Gemeinden, sondern für den gesamten Landkreis zuständig. 

„Damit haben wir auf einen Schlag zwölf Kommunen hinzubekommen, um die wir uns kümmern wollen“, sagt Jürgen Hoerner. „Das ist eine große Herausforderung.“ 

Ein Zeichen in Richtung der Nord-Kommunen setzten die Mitglieder bei der Vorstandswahl: Als neuen Beisitzer bestimmten sie Peter Wagner aus Unterschleißheim, der sich seit Jahren für Demenz-Patienten engagiert. Ebenfalls neu im Vorstand sind Schriftführerin Henriette Kern und Schatzmeisterin Elisabeth Landeck. Dazu kommen Dieter Senninger, Josefina Köster und Hans-Peter Linden sowie Jürgen Hoerner, der erneut als Vorsitzender kandidierte.

Der Bedarf steigt stetig

Für dieses Jahr rechnet die Alzheimer-Gesellschaft mit einem weiteren Anstieg der Beratungs- und Betreuungszahlen; der Haushalt soll von rund 130 000 auf 160 000 Euro ansteigen. 

Bereits gegründet wurde im Februar eine weitere Selbsthilfegruppe in Oberschleißheim, Mitte des Jahres soll in Oberhaching die nächste ambulant betreute Demenz-WG eröffnen. Darüber hinaus will Jürgen Hoerner, dass sich die AGLM stärker politisch engagiert. Denn: „Wir wissen, welche Lawine da auf uns zurollt, weil unsere Gesellschaft immer älter wird und es immer mehr Demenzkranke gibt. Doch was derzeit an finanziellen Möglichkeiten gegeben ist, reicht einfach nicht aus.“

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