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Die Spielvereinigung Unterhaching stößt das Tor zur 2. Bundesliga auf: Die Hoffnung des Karikaturisten und Malers Wolfgang Greiler.

Kunst am Berg

Sanfter Pinsel, spitze Feder: Der Maler und Karikaturist Wolfgang Greiler aus Unterhaching

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Berge in ganz Europa hat Wolfgang Greiler aus Unterhahcing schon gemalt. Und er zeichnet leidenschaftlich Karikaturen. Zum Beispiel über die Spielvereinigung Unterhaching

Unterhaching– Ein erster Blick genügt, um zu verstehen, wem die Liebe von Wolfgang Greiler gehört – außer seiner Frau Inge (78) natürlich. Den Bergen nämlich und der Natur. Egal ob im Flur, im Wohnzimmer oder sogar in der Küche: Überall hängen, hübsch eingerahmt, Berg-Bilder an der Wand. Überwiegend Aquarelle, auch ein paar Ölgemälde sind darunter. Zu jedem der unzähligen Bilder weiß Wolfgang Greiler eine Geschichte zu erzählen – denn der 80-Jährige aus Unterhaching hat sie alle selbst gemalt.

Im Sturm den Pinsel zwischen den Zähnen

„Das größte Problem“, erzählt Wolfgang Greiler, „war immer der Wind.“ In Bondo, einem Bergdorf im Schweizer Kanton Graubünden, „musste ich den Pinsel mit den Zähnen festhalten, so sehr hat es gestürmt“. Und auf Teneriffa, am Teide, kam die Hitze hinzu: „Da sind mir ständig die Farben vertrocknet.“

Den Weg zur Kunst suchte sich der Unterhachinger, der eigentlich Maschinenbau gelernt und später als Techniker gearbeitet hat, auf autodidaktische Weise. „Ich bin viel in grafische Sammlungen gegangen, habe mir die Werke von Münchner Künstlern an- und Maltechnik abgeschaut.“ So nahm das Hobby seinen Lauf: Wolfgang Greiler gestaltete Jubiläumskarten für seine Firma, zeichnete Karikaturen fürs Stadionheft der SpVgg Unterhaching und die Landkreis-Redaktion des Münchner Merkur. „Im Prinzip“, sagt er, „male ich schon mein Leben lang.“


Und das gut. Auf Korsika wollte ihm jemand ein Aquarell direkt vom Block wegkaufen. Und in Venedig sprach ihn ein professioneller Kollege an: „Sie sind doch auch Maler, Sie haben einen Block dabei!“ Ob er das Bild kaufen könne, wollte der Italiener wissen. „Nein, das haben wir nie übers Herz gebracht“, sagt Ehefrau Inge, seit 57 Jahren mit Wolfgang Greiler verheiratet und unterwegs.

Auf den Aquarellen taucht immer wieder ein grüner Campingbus auf. Mit dem ist das Ehepaar zweieinhalb Jahrzehnte lang immer wieder durch Europa getourt. „Ganz Jugoslawien habe ich skizziert“, erläutert Wolfgang Greiler seine Landschaftsmotive. Alpine Kenner ordnen viele markante Gipfelszenarien schnell zu, wie die Drei Zinnen in den Dolomiten, die Zugspitze oder die Roßsteinalmen in den Tegernseer Bergen.

Vor einer Wand mit seinen Werken: Bergmotive liebt Wolfgang Greiler.

Das Malen im Gebirge erfordert, anders als in der Stadt („Als gebürtiger Münchner habe ich natürlich auch den Viktualienmarkt gemalt“), eine erhebliche Logistik. Zwei bis drei Pinsel, der Block und etwas Wasser dafür passten locker in den Rucksack. „Die Farben habe ich auf den Gepäckträger geschnallt“, erzählt der Unterhachinger, der schon in den 80er-Jahren, als es noch gar keine Mountainbikes gab, sein erstes Bergradl selbst zusammenschraubte. Dazu kam eine kleine Staffelei, ebenfalls eine Eigenkonstruktion, die Wolfgang Greiler vor Ort ans Sattelrohr seines Fahrrads montierte.

Dass Wolfgang Greiler sich ausgerechnet auf Bergmotive spezialisierte, hat – neben dem Malen – mit seiner zweiten großen Leidenschaft zu tun: die Alpen in all ihren Facetten zu erkunden. In jungen Jahren war er beim Skiclub Hochvogel aktiv, gewann im Oberland sogar Meisterschaften in der Nordischen Kombination und im Riesentorlauf. Später, schon in den 60er-Jahren, fokussierte sich der Unterhachinger auf das, was heutzutage eine Renaissance erlebt und mittlerweile zum Trendsport wächst: das Skitourengehen.

Als innovativer Tüftler optimierte Wolfgang Greiler schon damals, wie später bei Bergradl oder Staffelei, seine Ausrüstung. Er verfeinerte vorhandene Skibindungssysteme, klemmte für eine bessere Abfahrts-Performance einen Spoiler ein. Widmete sich sogar der Trickski-Szene um die legendären Garhammer-Brüder, verinnerlichte den Stil von Pionieren wie Willy Bogner. Und er lernte heute vergessene Techniken wie den Reuelschwung, der Elemente des Eiskunstlaufs aufs Skifahren übertrug.

Erfindungsreich auf dem Berg – und auch mal in Gefahr

Ganz ohne Blessuren ging das alles nicht ab. Einmal setzte ein Kreuzbandriss den Unterhachinger außer Gefecht. Und im damals einsamen Hochglückkar, heutzutage ab dem 1. Mai ein von der Skitourengeherszene zu Tausenden bevölkertes Ziel, entging Wolfgang Greiler vor gut 50-Jahren einer gewaltigen Lawine. „Da ist der ganze Hang rausgeplatzt, Gischt und Dampf zogen bis über die Eng hinaus, es war gigantisch“, sagt der heute 80-Jährige. Er überlebte, weil er sich am Gegenhang befand – und Ehefrau Inge zitterte im Tal: „Es war wie ein Atompilz.“

Mit dem Malen tritt Wolfgang Greiler inzwischen etwas kürzer („Ich habe mich aufs Fotografieren verlegt“) und hängt lieber seine wohnungsinterne Bilderausstellung gelegentlich um. Die Berge indes lassen ihn nicht los. Jetzt, im fortgeschrittenen Alter, haben seine Frau und er sich E-Bikes zugelegt, um die Herzen nicht mehr überzustrapazieren. Und beim Skifahren freut sich Wolfgang Greiler auf Gratis-Skitage auf den heimischen Pisten des Alpenplus-Verbunds: Ab 80 gibt’s das Ticket kostenlos. Ein Genuss, in den seine Frau in zwei Jahren ebenfalls kommt.

Wie man derart rüstig ins Seniorenalter kommt? „Gesund leben – und regelmäßig Sport treiben statt nur alle zwei Wochen ins Fitness-Studio zu gehen“, sagt der 80-Jährige. Und, sein wichtigster Tipp: „Aus jeder Jahreszeit das Beste machen!“

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