Sportarena Unterhaching

Schimmel: 1,5 Millionen Euro Schaden

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Unterhaching - Gerade mal zehneinhalb Jahre alt ist die Generali-Sportarena in Unterhaching. Jetzt müssen am Utzweg Umkleide- und Sanitärbereich für mehr als 1,5 Millionen Euro saniert werden.

Dass irgendetwas nicht stimmt, fiel Sportlern und dem Hausmeisterteam schon recht früh auf. Das Problem: die Wasserabdichtung – sie ist vom beauftragten Ingenieurbüro von vornherein mangelhaft ausgeführt worden. Die Gemeinde Unterhaching machte Gewährleistungsansprüche geltend, Gutachten und Gegengutachten folgten, das bis dato letzte 2013 durch einen vom Gericht bestellten Gutachter. Damals wurde ein Vergleich geschlossen: Das Ingenieurbüro sollte von den auf 1,14 Millionen Euro geschätzten Sanierungskosten etwa ein Drittel übernehmen. Was die Gemeinde damals, im Vertrauen auf das Gerichtsgutachten, nicht ahnen konnte: Die Schäden sind viel größer, die Kosten entsprechend höher. Auf ihnen bleibt die Kommune aber sitzen – weil der Vergleich gilt.

Rückblick, 22. Oktober 2014: An jenem Tag bewilligte der Gemeinderat eben jene 1,14 Millionen Euro Sanierungskosten. Mit den Arbeiten ist am 18. April 2016 begonnen worden – und beim Abbruch der ersten Sanitärkerne sickerte buchstäblich durch, dass der Schaden durch die eingedrungene Feuchtigkeit viel größer ist als vom Gerichtsgutachter angenommen. Metallständer sind verrostet, Gipskarton durchfeuchtet und sogar verschimmelt. „Die Abdichtung war so mangelhaft ausgeführt, dass im gesamten Bodenaufbau das Wasser stand“, berichtete Susanne Schweizer vom Bauamt in der Bauausschuss-Sitzung. Auch die Dämmung sei schon verschimmelt, eine Trocknung nicht mehr möglich. Das bedeutet: Die kompletten Böden müssen, inklusive Fußbodenheizung, aufgebrochen und erneuert werden; bislang hatte man gedacht, es seien nur Duschen und WCs betroffen.

400 000 Euro betragen nun die außerplanmäßigen Mehrkosten, gut 1,5 Millionen Euro kostet die Sanierung insgesamt. Auch die Zeitschiene verlängert sich: Bis April 2017 bleibt die Sportarena eine Baustelle. Den Sportbetrieb an sich beeinträchtigt dies nicht, in den Umkleidekabinen indes könnte es bald (zu) eng werden, weshalb vorsorglich schon Container bereitstehen.

„Normalerweise“, sagt Rathaussprecher Simon Hötzl auf Nachfrage des Münchner Merkur, „halten Sanitäranlagen in solch einem Objekt 20 Jahre.“ Jetzt sind sie nach der Hälfte dieser Zeitspanne abbruchreif. Hötzl versucht, das Positive darin zu sehen: „Die Sportler bekommen nun eben schon deutlich früher neue Umkleidekabinen und Duschen – die dann hoffentlich 20 Jahre halten."

Rubriklistenbild: © Martin Becker

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