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Auf dem Bildschirm: Im Mehrzweckraum des Lise-Meitner-Gymnasiums erscheint Suzanna Randall den Schülern per Videoschalte.
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Die Astrophysikerin Suzanna Randall hat den Traum, zur ISS ins All zu fliegen.

Angehende Astronautin on Air

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Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer von 70 Schülern des Lise-Meitner-Gymnasiums, die sich aufmachen, die vielleicht erste deutsche Astronautin Suzanna Randall zu erforschen. Nicht Lichtjahre, aber doch Kilometer entfernt, erreichen sie die Wissenschaftlerin per Skype-Interview.

Unterhaching – Tatsächlich ging die Sache ziemlich irdisch vor sich. Christopher Hübner, seines Zeichens Studiendirektor am Lise-Meitner-Gymnasium, hatte einfach Glück. Der Mittelstufen-Koordinator gewann zur Weihnachtszeit eine Viertelstunde mit der angehenden Astronautin über den Videokonferenzdienst Skype. „Ich wäre wohl ein schlechter Geographie-Lehrer, wenn ich das nicht mit meinen Schülern teilte“, findet Hübner. Teilnehmen durfte am Ende eine Schülerauswahl der fünften bis zwölften Klassenstufe – Hübners 5f, der Astrophysik- sowie der Geographie-Kurs.

Im Vorfeld wurde fleißig gebastelt. Papp-Astronauten, kleine Raketen und Sterne sorgten für mehr „Space“ im Mehrzweckraum. Mit großem Hallo begrüßen die Zehn- bis 17-Jährigen dann Suzanna Randall, als ihr Konterfei auf der Leinwand erscheint. Die Astrophysikerin (39) strahlt über das ganze Gesicht.

Am ehesten ist es wie Tauchen

„Was ist so interessant da oben, dass Sie Ihr Leben im All riskieren?“, fragt ein Bub. „Schon als kleines Mädchen wollte ich unbedingt Astronautin werden und Schwerelosigkeit erleben“, sagt Randall. „Wie fühlt sich die an?“ „Am ehesten wie beim Tauchen, nur man kommt nicht voran“. „Sie wären die erste deutsche Astronautin auf der ISS, wie ist das für Sie?“ „Es wäre eine unglaubliche Ehre. Auch, den Weg für Mädels und Frauen zu ebnen“. „Wie bereiten Sie sich gerade vor?“. „Mit viel Theorie. Ich lerne auf Modulen, wie etwa die Systeme auf der ISS funktionieren, welche Knöpfe ich drücken darf und wie man ein Feuer löscht“. „Was werden Sie im All am meisten vermissen?“ „Ich werde bis zu 14 Tage dort sein – sicher frisches Essen und Brot. Astro-Nahrung ist meist tiefgekühlt oder in Konserve“. „Was essen Sie als Erstes, wenn Sie wieder hier sind?“. „Eine tolle Pizza mit großem Salat!“. „Was ist, wenn Sie krank werden?“. „Wir trainieren zu zweit, falls etwas schiefgeht. „Indien hat Anfang April einen Satelliten abgeschossen, ist die ISS bedroht?“ „Da sind jetzt hunderte neue Teile Weltraumschrott, es war unverantwortlich, weil da ja Menschen sind“.

Mission wird durch Spenden unterstützt

Wie im Fluge verging die Zeit. Unter tosendem Applaus verabschieden die Schüler „ihre“ Astronautin. Mit dem Versprechen, die Mission durch Spenden zu unterstützen, schloss sich Studienrat Hübner an. „Es ist schade, dass man hierzulande eine private Stiftung braucht, um eine Frau ins All zu bringen“. Die Wissenschaft brauche Vorbilder. Für ihn sei das damals Neil Armstrong gewesen, 1969 der erste Mensch auf dem Mond.

Zur Person

Die Astrophysikerin Suzanna Randall (39) arbeitet bei der ESO (European Southern Observatory) in Garching und für das ALMA Teleskop Projekt in Chile. 2016 wurde die private Initiative „Die Astronautin“ gegründet. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Airbus wurden hier zwei Astronautinnen aus 400 Bewerberinnen bestimmt: Insa Thiele-Eich und Suzanna Randall. Im August 2017 startete das Training für den Flug zur Internationalen Raumstation, kurz ISS – 2020/2021 soll dieser sein. Die fittere Frau wird am Ende ins All dürfen. Und auch nur dann, wenn die erforderlichen 50 Millionen Euro von Sponsoren gesammelt werden. So viel kostet das Vorhaben (Näheres: www.dieastronautin.de).

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