Kobolde und viel Volkstümliches gehören zum „Sommernachtsalbtraum“ der Münchner Volkssänger-Bühne. Foto: BRo

"Sommernachtsalbtraum" im Kubiz

Unterhaching - Bei ihrem Auftritt im Kubiz stellte die Münchner Volkssänger-Bühne William Shakespeares Komödie „Sommernachtstraum" als „Sommernachtsalbtraum" vor. Vom höfischen Lustspiel und dem Zauber der Liebesromanze war einiges zu spüren, die Hauptsache war natürlich der volkstümliche Schwank.

Optimal waren die Rollen besetzt, die urigen Komödianten kamen alle zum Zug. Als Kobolde Lari und Fari tummelten sich Bärbel Beier und Walter Gelmini, auch mal auf dem Radl, und erzählten von einst, als man noch nicht wusste, dass man einmal keine Zeit haben könnte.so brachte er ihn als dicken Strick wieder, eine neue Situationskomik. Zur Lebensauffassung der Volkssänger gehörten Bemerkungen wie die, er habe jetzt etwas im Kopf, dass er nur schwer wieder herausbringe. Auch leuchtete sein Ausspruch ein, „Wenn man reimt, dann muss es passen, andernfalls muss man es lassen“.

In der Rolle des Herzogs Garibald wirkte Helmut Esterl gemütvoll, wurde aber - wie die anderen Mitspieler - auch mal derb und beschimpfte die Gattin (Hanna Timm), als sie ihm Schläfrigkeit vorwarf. Tochter Hermine (Simone Krist) widersetzte sich dem Wunsch, Wolfram (Benedikt Stetter) zu heiraten, sonst müsse sie ins Kloster. Sie flüchtete mit dem geliebten Eberhard (treuherzig: Sebastian Beier) in den Wald, verfolgt vom verschmähten Liebhaber und der Freundin Gertrude (Sabine Eigner). Auf den Vorwurf des Herzogs, seine Gattin solle suchen helfen, statt nur rumzustehen, entgegnete diese: „Ich steh’ ned rum, ich verschönere den Wald.“

Unterhaltsam wirkten Lieder, begleitet von einer Band mit Querflöte, Klarinette und Waldhorn, Akustik- und E-Gitarre sowie E-Bass. Dort, wo farbenfreudige Kulissen einen Wald und den Erker einer alten Burg als Märchen-Ambiente vorstellten, sorgte Elfenkönig Karwendl (Erzkomödiant Helmut Achmüller) dafür, dass den Schlafenden Liebeszauber ins Hirn „einiblosn“ wird. Ein Verliebter steigerte als Wolperdinger mit Hirschgeweih die Verwirrung. Später legten die beiden Kobolde die Eingeschlafenen so zueinander, dass das Erwachen, als der Zauber endete, ein Happyend bot. Als Schwarzlichttheater brachte die Scheibe am Himmel, angekündigt als „Da habt Ihr euren saublöden Mond!“, Besinnlichkeit im aufgeregten Hin und Her durch den Zauber aggressiv gewordener Verliebter. Als unerwartetes Nachspiel tauchte die Frage nach einem neuen Stück auf. „Romeo und Julia“ passe nicht, da diese sterben werden - „das tun die andern doch auch einmal“ war die entwaffnende Antwort. „Warten auf Godot“, Samuel Becketts Welterfolg? Zur Probe wartete das ganze Ensemble auf zwei Männer, die sich auf eine Bank setzten - so lange, bis jeder das Warten zwar spannend fand, dann aber mit einer Ausrede abging, wie endlich auch die beiden stummen Akteure. Arno Preiser

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