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Bundestagswahl: SPD setzt erneut auf Bela Bach

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Von: Charlotte Borst

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Bela Bach bewirbt sich bei der Bundestagswahl am 26. September als Direktkandidatin der SPD.
Bela Bach bewirbt sich bei der Bundestagswahl am 26. September als Direktkandidatin der SPD. © SPD

Die SPD setzt bei der Bundestagswahl im September auf ein bekanntes Gesicht: Bei der digitalen Aufstellungsversammlung haben die Genossen erneut Bela Bach nominiert. Das hat sie vor.

Landkreis – Bela Bach tritt bei der Bundestagswahl am 26. September für die SPD an. Der Unterbezirk hat sie digital als Kandidatin nominiert. Nach einer starken Rede erhält sie 70 der 83 Stimmen. Mitbewerber gab es nicht.

Die Delegierten trafen sich am Donnerstagabend online und stimmten über ein Tool im Netz ab. „Vielen Dank für das Vertrauen“, sagt die zarte junge Frau im weißen Kostüm in den Bildschirm, sie lächelt, „und vielen Dank für die gute Stimmung, die wir auch digital erlebt haben“. Seit einem Jahr mischt die 30-jährige Juristin aus Planegg im politischen Berlin mit und bewirbt sich jetzt um eine Verlängerung.

„Das dürfte es im reichen Landkreis München eigentlich nicht geben“

SPD-Kreischef Florian Schardt leitet die Versammlung konzentriert, moderiert charmant – auch wenn seine Scherze vor dem Bildschirm ohne Reaktionen bleiben. Schritt für Schritt folgt er einem Leitfaden, penibel bedacht, keinen Formfehler zu begehen. 83 Delegierte haben sich eingewählt. Man sieht unter anderem ältere Herren vor großen oder kleineren Bücherwänden. Alle Mikrofone sind aus. Ein stummes Auditorium verfolgt die Rede, die Bela Bach am Laptop in Berlin hält. Dann erlaubt Schardt das Anschalten der Mikrofone, ein Klatschen aus den Wohnzimmern ist zu hören.

2013 war Bela Bach die jüngste Bundestagskandidatin deutschlandweit. Ende 2019 erhielt sie als zweite Nachrückerin mit viel Glück ein Mandat. „Ich möchte euch künftig nicht nur wegen einer großen Portion Glück vertreten“, sagt sie. Sie argumentiert präzise, stellt das Soziale ins Zentrum: „Das Homeschooling in Bayern – muss man ehrlich sagen – ist bisher gescheitert.“ Bach hat 120 Laptops an Familien im Landkreis verteilt, die Privatleute gespendet hatten. „Das dürfte es im reichen Landkreis München eigentlich nicht geben“, schiebt sie nach.

„In ein Flugtaxi setzen Sie und ich mich eher nicht“

Dank SPD-Bundessozialminister Hubertus Heil werde das Jobcenter bei Kindern in ärmeren Familien die Laptop-Kosten übernehmen. Die SPD sei auf Bundesebene, gerade in der Corona-Krise, „der Motor“ gewesen, etwa beim Kurzarbeitergeld, mit dem viele Arbeitsplätze gerettet würden, oder beim Lieferkettengesetz, das für Menschenrechte in der Wirtschaft sorgt. „Die CDU/CSU ist die träge Karosserie, die unsere Politik nicht ankommen lässt.“ Eines der wichtigsten Themen ist für Bach, Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, weiter die Energie- und Verkehrswende. Beim Thema E-Autos müsse „man jetzt handeln“. In den letzten Jahren habe die Bundesregierung erstmals mehr in den Ausbau der Schiene als in den Straßenbau investiert. Die SPD trete an, „um stärkste Partei zu werden, damit der nächste Kanzler Olaf Scholz heißt“.

Eine Koalition aus Union und Grünen hält Bach für schwer vorstellbar. Etwa bei der Verkehrspolitik gebe es praktisch keine Gemeinsamkeiten. Die Verkehrswende müsse sozial sein, betont sie: „In ein Flugtaxi setzen Sie und ich mich eher nicht. Aber in eine S-Bahn, in einen Bus oder auf ein Fahrrad.“

„Während die Grünen reden, machen wir halt“

Thorsten Micus-Grebe will in der Fragerunde wissen: „Die SPD macht Umweltpolitik mit sozialem Charakter, wie können wir das darstellen?“ Bach antworte: „Während die Grünen reden, machen wir halt.“ Beim gigantischen Wandel in der Verkehrswirtschaft habe die SPD das Heft des Handelns in der Hand, „gegen Abwrackprämien und für die Förderung der Elektromobilität“.

Im Laufe des Abends treten auch technische Probleme auf. Zwei Mitglieder melden sich, weil sie keinen Zugang zum Wahl-Tool finden. Sofort bittet Schardt zwei Helferinnen, die Herren aus Kirchheim und Haar anzurufen. Kurz drauf sind alle Wahlberechtigten bereit für die Abstimmung. Als die reibungslos geklappt hat, atmet Schardt glücklich auf: „Mir fällt ein Stein vom Herzen.“

Nun wird das Ergebnis noch durch eine Briefwahl bestätigt. Bei der Landesvertreterversammlung geht es dann um einen guten Listenplatz, der für Bach entscheidend sein dürfte. Schardt und Natascha Kohnen werden sie als Vertreter begleiten.

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