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Verwaiste Tennisplätze, auf denen nie wieder gespielt wird. Davor graut es den Mitgliedern des Tennisclubs. 

Tennisclub Unterhaching bangt um Existenz

Sportverein fleht: „Bitte helft uns“

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Weil nach 49 Jahren der Pachtvertrag ausläuft, steht der Tennisclub Unterhaching mit seinen 370 Mitgliedern vor einer ungewissen Zukunft. Der Verein kämpft um seine Existenz. Die Gemeinde versucht zu helfen.

Unterhaching – Auf drei Hallenplätzen läuft auch im Winter der Tennisbetrieb beim TC Unterhaching, weckt Vorfreude auf Frühling und Freiluftsaison mit dann 14 Plätzen. Aber wie lange stehen die noch zur Verfügung? Nach derzeitigem Stand nur bis September 2018. Zu diesem Termin hat der Eigentümer des Grundstücks den Pachtvertrag schon vor über drei Jahren gekündigt (wir berichteten). Seitdem kämpft der Tennisclub um seine Existenz.

Rückblick, Dezember 2014. Damals machte Andreas Munschke, Zweiter Vorsitzender des TCU, in der „Bürgerfrage- Viertelstunde“ auf die sich anbahnende Not des Vereins öffentlich aufmerksam, verbunden mit einem flehenden Appell an die Kommunalpolitiker: „Bitte helft uns!“ Jetzt, diese Woche im Bauausschuss, stand das Thema endlich auf der Agenda.

Die Lage ist ein bisschen kompliziert, weshalb die Lösungsansätze auf unterschiedlichen Ebenen verlaufen. Natürlich versucht der Verein, die Differenzen mit dem Eigentümer – offenbar geht es um die Höhe des Pachtzinses – beizulegen. Und Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) hat wiederholt versucht, Gespräche beider Vertragsparteien moderierend zu begleiten. Im Bauausschuss sagte Panzer aber, bei aller Liebe zum örtlichen Vereinswesen: „Es handelt sich um die Konstellation zwischen einem privaten Vermieter und einem Verein. In dieses Vertragsverhältnis, das fast 50 Jahre existiert, können und dürfen wir uns als Gemeinde nicht einmischen.“ Allerdings kann die Gemeinde den Rahmen zugunsten den Sports gestalten, was im Bauausschuss jetzt einstimmig passiert ist. Der etwaigen Spekulation des Grundstückeigentümers, das 22 000 Quadratmeter große Areal an der Ottobrunner Straße 30 als lukratives Bauland zu verkaufen, schob die Gemeinde einen Riegel vor. Indem sie, was auch für etwaige Erweiterungsmöglichkeiten gilt, in Flächennutzungsplan auf der Festsetzung als „Sportfläche Tennisplatz“ beharrt. „Theoretisch“, sagte Panzer, „kann der Eigentümer nach Ablauf des Pachtvertrags dort selbst Tennis spielen. Aber eine andere Nutzung ist ausgeschlossen – eine Sportfläche ist nun mal kein Luxusbauland.“

Die Gemeinde geht noch einen Schritt weiter. Eine Vorkaufsrechtssatzung soll nun vorbereitet werden für den Fall, dass der Eigentümer das Areal verkaufen möchte: Die Kommune hätte das erste Zugriffsrecht, „Mondpreise werden so unterbunden“, erläuterte Panzer.

Derlei Vorkaufsrechtssatzungen existieren vielerorts und sind oft nur eine unbeachtete Formalie. „In Unterhaching haben wir in zwei Fällen aber unser Vorkaufsrecht schon ausgeübt“, verriet der Leiter für Bauen, Planen und Umwelt der Gemeinde, Stefan Lauszat. „Das Entsetzen bei den Eigentümern, als sie unseren Brief bekamen, war ziemlich groß. Wir setzen damit ein Zeichen.“

In diesem Fall ist das „ein super Signal“, wie Bernard Maidment (FDP) fand, an den Eigentümer des TCU-Areals. Die Wahl zwischen Kooperation oder unterbundener Bodenspekulation sei „mehr als ein stumpfes Schwert“.

Ungeachtet der restriktiven Haltung der Gemeinde setzt der Tennisclub Unterhaching, der übrigens in der Clubgaststätte am Montag, 5. Februar, (19.30 Uhr) seine Mitgliederversammlung abhält, auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Eigentümer. „Wir wollen dem Tennissport in Unterhaching eine Zukunft geben“, sagt TCU-Vize Andreas Munschke im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Es gehe um nicht weniger als die Zukunft des Vereins: „Unsere 370 Mitglieder wollen wissen, wie es weitergeht.“

Einen Plan B, nämlich die Aufteilung des TCU auf Nachbarvereine wie TSV Unterhaching und SV-DJK Taufkirchen, gibt es schon. Aber ein wirkliches Interesse an einem derartigen Ende des 1969 gegründeten Vereins hat niemand beim TC Unterhaching.

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