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Eine solche Schwenkfahne soll mit dem Unterhachinger Gemeindewappen verziert werden.

Jubel unter dem Gemeindewappen: SpVgg Unterhaching darf Symbol auf Fahne drucken 

  • vonAndreas Sachse
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Die Gemeinde und die SpVgg Unterhaching verstehen sich derzeit gut: Erst der Stadionverkauf, nun erlaubt die Kommune dem Verein, das Gemeindewappen auf eine Fahne drucken zu dürfen.

Unterhaching – Fans der SpVgg Unterhaching dürfen ihr Team fortan mit dem Wappen der Gemeinde anfeuern. Eine „Schwenkfahne“ (4 mal 4 Meter) will der Verein mit dem Wappen der Gemeinde schmücken. Haching-Präsident Manfred Schwabl und Vize Peter Wagstyl baten die Fraktionen um Erlaubnis. Der Gemeinderat stimmte der Anfrage zu.

Was auf den ersten Blick wie ein unnötig aufgeblähter, bürokratischer Akt scheinen mag, hat durchaus seine Berechtigung. Ein Wappen ist ein Hoheitszeichen, ein legitimes Werkzeug kommunaler Identifikation. Wie die Fahne der Bundesrepublik Deutschland steht auch das Hachinger Wappen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Bei Verunglimpfung droht das Strafgesetzbuch mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug. Gleiches gilt für unbefugte Nutzung. Die Gemeindeordnung verlangt ein angemessenes Genehmigungsverfahren.

Fahne mit Wappen demonstriert Geschlossenheit

In Unterhaching freilich war man bemüht, nicht allzu nachdrücklich auf Formalien zu bestehen. Die Genehmigung auf den vom SpVgg-Präsidium gezeichneten Antrag folgte zeitnah und, wie zu erwarten, einstimmig. Tatsächlich schien es, als würden beide Seiten über den Antrag ihre gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Die Fahne eines Fußballvereins mit dem Wappen der Heimatgemeinde kombiniert demonstriere Geschlossenheit, Konsens und Einklang, so die Begründung. Die Genehmigung ist als eine Art Schulterschluss zu verstehen vor dem Hintergrund des Stadiondeals. Die SpVgg hatte der Gemeinde den Sportpark für 3,3 Millionen Euro abgekauft.

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ließ es sich nicht nehmen, auf die lange, gemeinsame Geschichte zu verweisen. 1925 wurde der Verein gegründet. Da stellte sich die Frage, ob ein gleich oder ähnlich lautender Antrag womöglich in der Vergangenheit schon positiv beschieden wurde. „Musste erst mal ordentlich nachdenken“, erzählte Panzer. Ergebnislos. „Nichts gefunden.“

Lesen Sie auch: In Ismaning und Unterföhring ist eine Diskussion um den Mohr auf dem jeweiligen Gemeindewappen entbrannt.

Dennoch: 16 Quadratmeter Schulterschluss von der Bundesliga bis in die Dritte Liga. Für Panzer steht daher außer Frage, dass ein Verein, der Hachingern so lange Zeit viel Freude und manchmal auch Schmerz beschert, würdig sei, das Gemeindewappen, das Hoheitszeichen Unterhachings, in Ehren auf seinen Fahnen zu tragen.

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