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Die 4500 Zuschauerplätze auf der Osttribüne im Unterhachinger Sportpark sind und bleiben seitens der Gemeinde gesperrt.                                             

Osttribüne im Unterhachinger Sportpark bleibt gesperrt

Fanjubel vor der Geisterkulisse

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Seit der Rückkehr in die 3. Liga ist die SpVgg Unterhaching bei den Fußballfans wieder stärker gefragt: Jeweils um die 5000 Zuschauer kamen zu den Heimspielen gegen den Karlsruher SC und (im DFB-Pokal) gegen Heidenheim, etwa 3500 gegen Fortuna Köln. Was leider in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer so transportiert wird. Weil viele Fotos die gähnend leere, von der Gemeinde gesperrte Osttribüne zeigen. Ein doppeltes Ärgernis.

Unterhaching – Was die Geisterkulisse mit 4500 zwangsweise leeren Plätzen auf der Osttribüne angeht: In diesem Punkt bleibt die Gemeinde hart und beharrt wegen Setzungen des Untergrunds und Rissen im Beton (wir berichteten) auf einer dauerhaften Sperre. Rathaus-Sprecher Simon Hötzl verweist auf Nachfrage des Münchner Merkur auf ein entsprechendes Gutachten. Details könne er nicht nennen, auch die SpVgg als betroffener Verein durfte das Gutachten nicht einsehen, nur soviel verrät Hötzl: „Nach jeder Belastung muss eine neue Risikoeinschätzung getroffen werden. Bei der Osttribüne ist es so, dass jedes Spiel mit Zuschauernutzung den Zustand verschlechtern würde.“ Deshalb komme auch das Angebot der SpVgg Unterhaching, die Betonrisse mit Hilfe von Sponsoren auf eigene Kosten zu reparieren, nicht in Frage. „Am Ende der Saison könnte sich die Tribüne dann so sehr gesetzt haben, dass sie irreparabel wäre“, sagt Hötzl. Und überhaupt: „Egal, was wir in puncto Sanierung machen müssten – es würde wohl von der Spielfeldseite aus geschehen. Dann wäre der Rasen ramponiert, was sicher nicht im Interesse des Vereins liegt.“

Der zweite Punkt: die negative Öffentlichkeitswirkung. Fotografen (wie die des Münchner Merkur) dürfen nur an der Seitenlinie vor der Westtribüne sitzen, müssen ihre Teleobjektive also auf die Geistertribüne ausrichten. Weshalb der Eindruck entsteht, Unterhaching würde in einem leeren Stadion spielen statt vor 5000 Fans.

Gesundheit durch Tauben gefährdet

Warum das so ist? Erstens wegen der Setzungsproblematik; quasi, um beim normalen Publikum keine Begehrlichkeiten zu wecken. „Wir wollen vor der Osttribüne keine Leute haben, auch keine Pressefotografen“, sagt Hötzl. Zweitens gehe von der Osttribüne eine Gesundheitsgefährdung durch Taubendreck aus. „Wir haben dort ein ernsthaftes Taubenproblem. Deren Kot greift Beton und Stahl der Tribüne an.“ Im Sinne der Substanzerhaltung werde die Geistertribüne trotzdem vor jedem Heimspiel gereinigt, denn jeder verschossene Ball werde vom Taubenkot kontaminiert und sei „nicht gesund für die Spieler“. Auch auf diesem Grund, quasi zu deren Schutz, wolle man Fotografen von der Taubendreck-Tribüne fernhalten.

Die Atmosphäre leidet darunter

Die SpVgg Unterhaching ist alles andere als erfreut über die Tribünensperrung, weil die Atmosphäre leidet. „Wir nehmen es zur Kenntnis und müssen damit leben“, sagt Präsident Manfred Schwabl. Kritische Stimmen wenden ein, dass es auch anderswo in europäischen Fußballstadien Setzungen gebe – das sei kein Unterhachinger Phänomen. „Aber dort sind die Eigentumsverhältnisse oft anders“, hält Hötzl dagegen. Die Priorität liege auf sozialer Infrastruktur und nicht auf Stadionsanierung. Apropos Eigentumsverhältnisse: Es kursieren Gerüchte, die SpVgg plane, mittels Sponsoren das Stadion in Eigenregie zu übernehmen. Schwabl hüllt sich in Schweigen: „Ich mag das weder bestätigen noch dementieren.“

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