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Volles Haus im Sportpark ist nicht immer üblich bei der SpVgg Unterhaching, doch spätestens bei der Aufstiegsrelegation im Mai wird das Zuschauerinteresse zunehmen – dann wird möglicherweise auch die derzeit gesperrte Osttribüne benötigt. Und auch gastronomisch soll es dann ein neues Angebot für die Fans geben: mit Biergarten.

Sportpark Unterhaching

Für Stadiongaststätte zeichnet sich Lösung mit SpVgg ab

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Noch ist es nicht offiziell, aber voraussichtlich wird die SpVgg Unterhaching die Stadiongaststätte im Sportpark selbst betreiben. Bisher tat das eine Brauerei.

Unterhaching– Die Fußballer der SpVgg Unterhaching, souveräner Tabellenführer der Regionalliga Bayern, marschieren nahezu unaufhaltsam Richtung 3. Liga. Sollte es mit dem Aufstieg klappen, stellen sich dem Verein und dessen Fans zwei logistische Fragen: Wie geht es mit der derzeit geschlossenen Stadiongaststätte weiter? Und was wird aus der momentan gesperrten Osttribüne?

Baustelle eins, der „Sportstadl“ im Gebäudetrakt unter der Geschäftsstelle der SpVgg, direkt hinter der Südtribüne der Haching-Fans. Nachdem die Gemeinde den alten Brauereivertrag aufgekündigt hatte, der alte Wirt gehen und die Gaststättenräume renoviert werden mussten (wir berichteten), zeichnet sich jetzt eine Lösung gemeinsam mit der SpVgg Unterhaching ab. Vom Tisch sind dagegen offenbar Alternativ-Überlegungen, die Gaststättenräume für die Polizei oder die benachbarte Grund- und Mittelschule zu nutzen. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am 15. März.

„Ich habe ein gutes Bauchgefühl“, sagt Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg, gegenüber dem Münchner Merkur. Das Konstrukt sieht vor, dass der Verein über seine „Haching Events GmbH“ anstatt einer Brauerei (so war es bisher) die Stadiongaststätte pachtet und diese wiederum unterverpachtet: an einen Wirt aus dem eigenen Sponsorenpool, zu dem die Brauereien Tegernseer und Hopf gehören. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Schwabl. „Diese Lösung wäre gut für das ganze Areal rund um den Unterhachinger Sportpark.“

Schwabl scheint mit seinem positiven Bauchgefühl richtig zu liegen, denn aus Kreisen der Gemeinderäte, die das Thema bislang nichtöffentlich behandeln, klingt Zustimmung durch. Es gebe einen „parteiübergreifenden Konsens“, die Gaststätte zu erhalten und die Lösung gemeinsam mit der SpVgg zu suchen, heißt es. Die Idee einer Alternativnutzung, von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ins Spiel gebracht, gefällt offenbar fast niemandem. „In einem Ortsteil mit Schulen, Freizeit- und Grünanlagen sowie Sportstätten wäre es unverständlich, wenn eine bestehende Wirtschaft verschwinden müsste“, sagt ein Gemeinderatsmitglied gegenüber dem Münchner Merkur. Bei einem neuen Anlauf mit neuem (SpVgg)-Wirt gehe es „nicht nur Bratwurst und Bier während der Fußballspiele, sondern ebenso um Chancen für einen Mittagstisch für die Mitarbeiter der umliegenden Betriebe, um ein mit dem Radl erreichbares Ziel für Ausflügler sowie um ein erschwingliches Format für Familienfeiern“.

Auch ein interessanter Aspekt: Die Stadion-Kioske würden dann vom gleichen Getränkelieferanten bestückt wie die Gaststätte. „Bei solch einem Konzept aus einem Guss müssten nicht mehr, wie bisher, die Lastwagen unterschiedlicher Brauereien am Sportpark und direkt vor der Schule herumkurven“, so der Tenor bei einigen Kommunalpolitikern. Sogar eine Zeitachse gibt es schon: „Das große Ziel ist es, den Biergarten bis zu den Relegationsspielen im Mai zu eröffnen. Es soll kein Fan verdursten müssen.“

Baustelle zwei im Sportpark, für die gerade genannte Relegation (und erst recht einen etwaigen Aufstieg in die 3. Liga) von Bedeutung: die Osttribüne, auf der 4168 Zuschauer Platz haben und die derzeit gesperrt ist. Dort gibt es offenbar Probleme mit Taubendreck, die schon etwas in die Jahre gekommenen Schalensitze und die Betonflächen müssten gründlich gereinigt werden (und das dann regelmäßig).

„Grundsätzlich ist die Osttribüne nutzbar“, sagt Rathaus-Sprecher Simon Hötzl, der aktuelle Sperrung sei eine „organisatorische Maßnahme“. Weil die Tribünenreinigung viel Geld kostet. „Es ist kein Geheimnis, dass die SpVgg Unterhaching auch in der 3. Liga kein Stadion mit 15 000 Plätzen vorhalten muss“, sagt Hötzl. Es sei aber „möglich, sie für einzelne Spiele bereitzustellen, sofern der Gemeinderat zustimmt“. Beispielsweise für die Aufstiegsrelegation – oder für ein etwaiges Drittliga-Derby gegen 1860 München, sollten die Löwen den Klassenverbleib in der 2. Bundesliga nicht schaffen.

Gemeinde und Verein sehen es pragmatisch. „Bis es in die 3. Liga geht, brauchen wir die Osttribüne nicht“, sagt Hötzl. Schwabl ergänzt: „Schauen wir erstmal, dass wir den sportlichen Part erledigen und aufsteigen.“ 

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