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„Eine Problemimmobilie“: Die Gemeinde müsste ins Stadion laut Rathaus-Sprecher Simon Hötzl mehrere Hunderttausend Euro investieren, um es zu sanieren.

Trotz Protest der Grünen

Gemeinde und SpVgg Unterhaching verhandeln: Stadion-Verkauf kurz vor Abschluss?

  • vonAndreas Sachse
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Die Gemeinde verhandelt mit der SpVgg Unterhaching seit zwei Jahren über den Verkauf des Stadions. Der Deal scheint nun kurz vor dem Abschluss.

Unterhaching – Seit Jahren wehren sich die Grünen in Unterhaching gegen den Verkauf des Stadions. Im Hauptausschuss zerrten sie das Thema erstmals in die Öffentlichkeit. Ein Erfolg für die Fraktion, der den Deal aber kaum verhindern dürfte.

Im Gegenteil: Das Geschäft zwischen der Gemeinde Unterhaching und der Spielvereinigung sollte in trockenen Tüchern sein. Die Verhandlungen zwischen dem Rathaus und dem Drittligisten laufen seit zwei Jahren. Wie Grünen-Fraktionschefin Claudia Köhler gegenüber dem Münchner Merkur bestätigt, segneten die Fraktionen den Verkauf in verschiedenen Abstimmungen mehrheitlich ab – gegen die Stimmen der Grünen.

Grüne wollen Thema in die Öffentlichkeit zerren

Morgen schlägt das Thema im Gemeinderat erneut um nicht-öffentlichen Teil auf. So zumindest der Plan. Denn Köhler kündigte an, Öffentlichkeit durchsetzen zu wollen. Solange Vertragsinhalte, Personalangelegenheiten, Grundstücksgeschäfte oder berechtigte Interessen Dritter nicht berührt würden, sei der Verkauf einer der wenigen verbliebenen kommunalen Flächen von allgemeinem Belang. Die Spielvereinigung kommentierte die Verhandlungen bisher nicht, betonte aber stets, kein Problem mit Transparenz zu haben.

Die Hoffnung der Grünen, in neuer Besetzung nach der Kommunalwahl ein anderes Meinungsbild zu erzeugen, ging im Hauptausschuss auf. Der Fraktion gelang es, die Debatte in den öffentlichen Teil zu verlegen. Weiter reicht der Meinungsumschwung aber nicht. Mit ihrer Politik gegen den Stadionverkauf stehen die Grünen nach wie vor allein da.

„Erst mal verkauft, haben wir keine Handhabe mehr“

Im Wesentlichen wirft die Fraktion der Gemeinde vor, das an die Spielvereinigung verpachtete Stadion über die Jahre vernachlässigt zu haben. Die Folge sei ein Sanierungsstau, der dem Rathaus heute als schlagkräftiges Verkaufsargument diene. Ferner fürchten die Grünen, eine der wenigen Freiluftflächen für Veranstaltungen zu verlieren. Zudem sei nicht gesichert, ob im Stadion weiterhin Platz für Breiten- und Jugendsport sei, sagte Köhler: „Erst mal verkauft, haben wir keine Handhabe mehr.“

Besonders sauer stößt der Grünen-Sprecherin aber auf, dass der Kaufpreis im gemeindlichen Haushalt schon vor Abschluss der Beratungen eingepreist gewesen sei. Tatsächlich finden sich im Finanzplan für 2020 Einnahmen aus Grundstücksverkäufen über 3,414 Millionen Euro. Die Summe entspricht ziemlich genau, dem wiederholt kolportierten Betrag aus dem Stadion-Verkauf von 3,2 bis 3,4 Millionen Euro. Der Sportpark ist aber nicht explizit genannt.

„Das ist der richtige Zeitpunkt, zu verkaufen“

Aus Sicht der Gemeinde geht es vor allem darum, sich von einem mit finanziellen Unwägbarkeiten belasteten Grundstück zu trennen. Das Stadion sei nicht nur in die Jahre gekommen. Rathaus-Sprecher Simon Hötzl verweist auf „problematischen Untergrund“. Dereinst soll das Stadion auf einer aufgefüllte Kiesgrube errichtet worden sein: „Eine Problemimmobilie, in die wir viel Geld stecken müssten.“ Durch den Verkauf spare sich die Gemeinde mehrere 100 000 Euro für Unterhalt und mögliche Investitionen in Millionenhöhe. Hötzl sagt: „Das ist der richtige Zeitpunkt, zu verkaufen.“

Hötzl zufolge gilt es abzuwägen, welche Art von Liegenschaften eine Kommune zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötige. „Das Stadion eines Profi-Teams zu unterhalten“, zähle nicht dazu. Der Kaufpreis, zu dem Hötzl sich im Einzelnen nicht äußern mochte, sei gutachterlich bestätigt. Nach Informationen der Grünen aber bloß von einem Gutachter der Spielvereinigung: „Wir brauchen ein eigenes Gutachten“, verlangt Köhler.

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