Franz Beckenbauer ging bei ihm ein und aus: Bekannter Promi-Wirt ist tot

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Von Gaststätte keine Spur mehr: Eine Renovierungsbaustelle ist derzeit der „Sportstadl“ im Unterhachinger Fußballstadion.

Sportpark Unterhaching

Stadiongaststätte droht das endgültige Aus

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Die Stadiongaststätte „Sportstadl bei Gino“ im Unterhachinger Sportpark ist geschlossen worden. Und schlimmstenfalls bleibt sie sogar für immer zu: Die Gemeinde prüft momentan alternative Konzepte.

Unterhaching– Zwei Damen und ein älterer Herr stehen etwas verdutzt vor der Glastür mit dem Schild: „Gaststätte geschlossen“. Freitag, kurz nach zwölf Uhr – klassische Mittagessenszeit. Draußen hängt noch die alte Speisekarte, aber drinnen gibt es nichts mehr: Das Mobiliar ist herausgerissen, überall stehen Farbeimer und Spachtelmaterial herum. Pizza, Schnitzel oder etwas Indisches? Das war einmal.

Die Räumlichkeiten gehören der Gemeinde Unterhaching, die wiederum hatte die Gaststätte an eine Brauerei (Spaten-Löwenbräu) verpachtet. Und diesen Pachtvertrag nach massiven Missständen beendet: Bis Dienstag, 31. Januar, muss die Brauerei das Pachtobjekt „in vertragsgemäßem Zustand an die Gemeinde zurückgeben“, sagt Rathaus-Sprecher Simon Hötzl. Geschlossen worden ist das indisch-italienische Lokal schon unmittelbar nach Weihnachten.

Was ist passiert? Allerlei Gerüchte über die Schließung kursierten – am Rande des Neujahrsempfangs erläuterte Bürgermeister Wolfgang Panzer dem Münchner Merkurdie Hintergründe.

Hellhörig wurde die Gemeinde schon im September, als die Gewerbeaufsicht das Restaurant inspizierte und allerlei Mängel monierte. Offenbar ließ die Wirte-Familie Singh, die im August 2010 den Sportstadl vom langjährigen Stadionwirt und Namenspatron Gino Errichetti übernommen hatte, im puncto Hygiene manches im Argen. „Wir mussten die Notbremse ziehen“, sagt Panzer.

Und nun? Gaststätte und Stadion sind seit der Sportpark-Eröffnung 1990 untrennbar miteinander verknüpft, was nicht automatisch bedeuten muss, dass dies künftig so bleibt. „Wir prüfen verschiedene Varianten“, sagte Panzer.

Eine davon: eine Polizei-Einsatzzentrale statt gastronomischer Weiternutzung. Bei Fußballspielen der SpVgg Unterhaching agiert die Polizei derzeit von Containern auf der Stadion-Nordseite aus – die bisherigen Gaststättenräume böten den Einsatzkräften bessere Arbeitsbedingungen. Rathaus-Sprecher Hötzl formuliert es so: „Ein Pachtvertragsende ist immer eine gute Gelegenheit, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Alternativen werden immer auch unter dem Gesichtspunkt der dann erforderlichen Investitionen der Gemeinde beleuchtet.“ Die Abwägung finde in den nächsten Wochen „mit der erforderlichen Sorgfalt“ statt.

Konkret geht es um die Frage, wie viel Geld die Gemeinde Unterhaching investieren müsste, um die Sportgaststätte in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. „Müssen wir eine neue Küche einbauen? Wenn ja, wer bezahlt diese Investition – die Gemeinde oder ein neuer Pächter?“, erklärt Panzer, worum es geht. „Definitives können wir frühestens in vier Wochen sagen, wenn die Bestandsaufnahme abgeschlossen ist.“ Noch ein Satz des Bürgermeisters lässt aufhorchen: „Bloß, weil da 27 Jahre eine Wirtschaft drin war, heißt das nicht, dass das ewig so bleiben muss.“

Andererseits gäbe es durchaus Interessenten für den Erhalt des Gastronomiebetriebs, insbesondere die SpVgg Unterhaching, die im selben Gebäude Geschäftsstelle und Umkleiden hat. „Wir haben uns beworben. Mal schauen, ob wir den Zuschlag bekommen“, sagt SpVgg-Präsident Manfred Schwabl. Aus dem Sponsorenpool des Vereins hätte er mit den Brauereien Tegernsee und Hopf schon erfahrene Partner an der Hand, die sofort loslegen könnten.

Übers Knie brechen mag die Gemeinde nichts, ihr geht es um eine dauerhaft tragfähige Lösung. Unwahrscheinlich ist, dass sich schon zum ersten Regionalliga-Heimspiel 2017 am 11. März ein etwaiger neuer Pächter etabliert. Polizei, ein neuer Wirt, ganz etwas anderes? Derzeit erscheint alles offen.

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