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Mit vier Schlägen zapft Stefan Zöllinger an – ihm assistieren (v.r.) Florian Hahn, Julia Mittermeier, Kerstin Schreyer-Stäblein und Richard Raiser (verdeckt: Engelbert Kupka).

Starkbierfest

CSU schafft Wechsel zum 70. Geburtstag

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Unterhaching - 610 Jahre sind zusammengekommen bei drei Jubiläen, auf die in Unterhaching die CSU bei ihrem Starkbieranstich angestoßen hat.

Hauptsächlich feierten die Christsozialen dabei das 70-jährige Bestehen ihres Ortsverbands.

Den kleinen Fauxpas löste Altbürgermeister Engelbert Kupka persönlich. Denn was wäre ein Starkbierfest bloß ohne Starkbier? 

Mit vier Schlägen hatte der Ortsvorsitzende Stefan Zöllinger das Fass auf dem „Hachinger Berg“, wie er die mit 350 Gästen gefüllte Hachinga-Halle umtaufte, noch angezapft. Doch als eine halbe Stunde später der Krüglredner, Professor Alfons Hofstetter, auf dem Podium das Mikrofon ergriff, stand er auf dem Trockenen. „Früher hamma bei der CSU wenigstens noch ein Bier gekriegt“, monierte der parteilose (weil 2008 aus der CSU ausgetretene) Vize-Bürgermeister. „Aber heute...“ 

Kupka reagierte blitzschnell – und reichte eine Halbe Starkbier hinauf. Alles gut bei der CSU: Prost! 

Der „liebe Engelbert“ bekam gleich noch ein Extra-Lob, und zwar vom Bundestagsabgeordneten Florian Hahn. „Du warst an fast allen Meilensteinen der Unterhachinger CSU beteiligt“, schmunzelte der Bundespolitiker aus Putzbrunn, „nur nicht an der Gründung des Ortsverbands.“ 

Nein, Kupka war erst sechs Jahre alt an jedem 6. Januar 1946, als sich „mutige Unterhachinger zusammentaten“, wie Zöllinger erinnerte, und mit der Gründungsversammlung den Grundstein legten für den CSU-Ortsverband. in der Kommunalpolitik hätten sich seitdem 42 Jahre Amtszeit unter christsozialer Regie summiert, „wir haben also zu rund 60 Prozent den Bürgermeister gestellt“, rechnete Zöllinger vor und verwies vor allem auf die Eckpunkte der Ära Kupka (1972 bis 1990): Bau von Hachinga-Halle, Gymnasium und Jugendkulturwerkstatt sowie Rathaus, Ortspark und Sportpark; bundesweit Aufsehen erregte Unterhaching 1979 mit Deutschlands erster Spielstraße – und, im Mai 2000, mit SpVgg-Präsident Kupka als „Meistermacher“ in der Fußball-Bundesliga. 

Und so gab es viel zu feiern auf dem „Hachinger Berg“. Von hinten gewertet in dieser Rangfolge, wie Zöllinger bei der Begrüßung erläuterte: 500 Jahre Reinheitsgebot, 40 Jahre Starkbieranstich und – vor allem – 70 Jahre CSU-Ortsverband. Hahn, der Mann aus Berlin, pries „70 Jahre Politik aus einem Guss“. Und, mit einem verschmitzten Lächeln auf der Bühne am Nordende des „Hachinger Bergs“, verwies er auf die 180-Grad-Wende beim Starkbieranstich 2016: „Wie flexibel die CSU ist, zeigt heute, dass sie es nach 40 Jahren zum ersten Mal geschafft hat, dass die Redner auf der anderen Seite der Halle stehen.“ 

In der Tat, ein Novum. Mit dem sich Krüglredner Professor Hofstetter – bis auf das Biermangelproblemchen – nicht groß aufhielt. Er konzentrierte sich, wie seit vielen Jahren, auf seine Aufgabe: mit Süffisanz, Ironie und trockenem Humor manch kommunale Größe im Saal ins Schwitzen zu bringen und den „Sorores Fratesque in Cerevisia“, wie er die „lieben Starkbierfreunde“ begrüßte, verbal einzuschenken.

Bilder: So war's beim Starkbieranstich der CSU

Die besten Zitate aus der Krüglrede von Vize-Bürgermeister Professor Alfons Hofstetter

„Sogar aus Zorneding ist einer da – dort trauen sich die Schwarzen noch raus.“ Begrüßung auswärtiger CSU-Gäste

„Der dicke Koreaner spielt mit der H-Bombe und im Vatikan zündete Papst Franziskus eine moralische Atombombe.“ Über internationale Knalleffekte

„Ergebnis: eine kaputte Bundesmutti, ein Erzengel Gabriel ohne Flügel und ein Seehofer, der sich ständig dreht, um einen Ausweg zu finden. Plan A, A 2, B, XY. Ich fürcht‘, des wird nix. Oh heiliger Wladimir, steh uns bei!“ Zur Asyl- und Syrien-Politik

„Die Bundeskanzlerin sieht es offensichtlich nicht so gern, wenn der Horsti seine eigene Politik betreibt. Deshalb durfte er auch nicht mit zum G 7-Gipfel nach Elmau, sondern musste am Flughafen als Begrüßungsaugust fungieren.“ Zum G 7-Gipfel

„Landrat Göbel ist ein absoluter Optimist. Er antwortet ständig, wenn man ihn was fragt, auch was mit den Flüchtlingen gar nicht zu tun hat: ,Wir schaffen das schon‘. Ja, da verreckst – solch einen Glauben hat nicht mal der Kardinal Marx.“ Zu Landrat Christoph Göbel

„Damit der Landrat seinen Glauben nicht verliert, hat ihm seine Frau aufs Nachtkastl einen Zettel gelegt mit der Aufschrift: ,Wir schaffen es schon‘. Ob sie dasselbe meint wie er – ich bin mir da nicht so sicher.“ Über die Göbels

„Zwei lästige Bekannte, der asiatische Laubholzbockkäfer und der einheimische Borkenkäfer, haben sich ein Vemehrungsduell geliefert. Alle schrien auf – nur der Erzbischof Marx meinte: ,Jeder hat das Recht, nach Deutschland einzuwandern.‘“ Zur ALB-Problematik

„In Unterhaching soll ja auch nicht alles in Ordnung sein.“ Zu Fussball-Skandalen (nicht nur bei der Fifa und beim FC Bayern) 

„Florian Riegel wollte in die Zukunft, stürzte aber schon nach sechs Monaten ab.“ Zum CSU-Bürgermeisterkandidaten 

„Aus dem Ritchie wird noch was! Und das ist noch nicht das Ende – er hat alles im Griff, er ist genau der Richtige. Aber für was? Für Alarmierungen.“ Über den neuen Unterhachinger CSU-Fraktionschef Richard Raiser 

„Er kann was, ist was und stellt was dar. Er weiß, was Frauen lieben. Er hat nur ein Problem: Er muss am Ritchie vorbei.“ Über CSU-Ortschef Stefan Zöllinger

„Beim Bürgerfest hat unser Bürgermeister den Dr. Knapek als Nachfolger begrüßt. Da sind viele ganz blass geworden, weil sie glaubten, der Wolferl will nicht mehr weiterbürgermeistern und der Dr. Knapek könnte wieder kommen und nochmals ein großes Bohrloch machen, in dem unser Kämmerer mit seinen Millionen verschwindet.“ Zur Geothermie

„Bei den Roten kann ich mich kürzer fassen, bei denen redet ohnehin fast immer der Bürgermeister sehr ausladend. Oh, heiliger Salbatrian! ... Von den Fraktionssitzungen der Sozis hört man, dass sie nicht mehr so lange selbst nachdenken, allerdings länger zuhören müssen.“ Über den Redefluss von Bürgermeister Wolfgang Panzer

„Die scheinheiligen Bundespolitiker aus Oberhaching: Dazu gehört auch der langhaarige Grüne aus Oberhaching.“ Über Toni Hofreiter

„Für die Freien Wähler in Unterhaching kämpft Frau Wiesner. Das heißt, sie schweigt. Oder sie kämpft schweigend. Möglicherweise musste sie bei der Aufnahme in den SPD-Orden – also die Fraktion – ein Schweigegelübde ablegen.“ Über FWU-Gemeinderätin Johanna Wiesner

„Die Intelligenz macht den Menschen erst zum Menschen, aber Mensch sein, das kann man nur mit dem Herzen.“ Schlusswort des Krüglredners

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