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Der Gemeinde ein Dorn im Auge: Das Wettbüro nahe des Unterhachinger Bahnhofs. In den Räumen war früher einmal eine Backstube untergebracht.

„Rechtswidriger“ Betrieb in Unterhaching

“Sicherheitsgefühl beeinträchtigt“: Diese Wettbüros sorgen weiter für Unbehagen

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Der Kampf gegen die Wettbüros nahe des Unterhachinger Bahnhofs geht in die nächste Runde. Nun befasst sich demnächst das Verwaltungsgericht mit dem Thema.

Unterhaching– Dass das Wettbüro im Bahnhofsweg nach 2013 und 2017 jetzt zum dritten Mal Thema im Bauausschuss war, liegt daran, dass der Betreiber gewechselt hat. Der neue Wettbüro-Chef reichte auf Aufforderung des Landratsamts abermals den altbekannten Antrag auf Nutzungsänderung von Ladengeschäft zu „Wettbüro mit Bar“ ein; früher befand sich dort zunächst eine Backstube, später ein italienischer Feinkostladen.

Die angestrebte Nutzungsänderung sieht ein Wettbüro mit knapp 15 Quadratmetern Nutzfläche plus eine Bar mit fast 20 Quadratmetern vor. Es würden lediglich Tippscheine ausgefüllt, wie in einer Lottoannahmestelle, für ein längeres Verweilen sei das Wettbüro nicht vorgesehen, heißt es in dem Antrag. Und der „übliche Barablauf“ komme explizit ohne Alkohol aus.

Panzer ironisch: „Aha, eine Saftbar“

„Aha, eine Saftbar“, sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) mit hörbarer Ironie. Parteikollege Harald Nottmeyer berichtete: „Ich habe mir das Wettbüro genau angeschaut. Es sind Automaten aufgebaut, und an den Tischen spielen die Besucher Karten. Das wird nicht nur ,Schwarzer Peter‘ gewesen sein.“

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Weil das Wettbüro von der Gemeinde als „Vergnügungsstätte“ klassifiziert wird und eine solche im Bahnhofsweg gemäß des kommunalen Konzepts verboten ist, fährt die Rathausverwaltung unverändert eine harte Linie gegen den ihrer Ansicht nach illegalen Betrieb. 

„Tipico“-Filiale reicht Klage ein

Überdies komme es bei Öffnungszeiten von bis zu 23 Uhr zu „erheblichen Störungen der Wohnsituation“, insbesondere auch an Sonn- und Feiertagen, außerdem werde „das Sicherheitsgefühl der Anwohner beeinträchtigt“. Und: Sowohl der Stellplatznachweis als auch das Schallschutzgutachten fehlen.

Im Fall des „Tipico“, das sich wenige Meter weiter in einem ehemaligen Kopiershop eingenistet hat, soll nun sogar das Verwaltungsgericht entscheiden. Dieses Wettbüro hat gegen die ablehnende Haltung der Gemeinde nämlich Klage eingereicht. „Und das, obwohl das Landratsamt unsere Auffassung in vollem Umfang bestätigt hat“, sagt Christian Franke von der Bauabteilung. Dass jetzt „Bet3000“ trotzdem einen neuen Anlauf nimmt, wundert Florian Riegel (parteilos): „Offenbar hat sich noch nicht genug herumgesprochen, dass wir alles tun, um derlei Etablissements aus Unterhaching herauszubringen.“

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