Nachhaltiger Energielieferant: Photovoltaikanlagen.
+
Nachhaltiger Energielieferant: Photovoltaikanlagen.

Landkreis München fördert Salzwasser-Batterien und hilft Umwelttechnik auf die Sprünge

Strom vom Schuldach: Landkreis fördert jetzt auch ökologische Akkus

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
    schließen

Der Strom vom Schuldach wird nun noch nachhaltiger: Der Landkreis München fördert jetzt auch ökologische Salzwasser-Batterien und hilft damit der Umwelttechnik auf die Sprünge.

Landkreis – Wer sein Solardach mit einem Stromspeicher erweitert, kann viel Geld sparen. Denn der Strom vom Dach ist billiger als der aus der Steckdose. Der Landkreis München fördert nun obendrein auch ökologische Akkus. Für seine weiterführenden Schulen investiert der Landkreis in Salzwasserstromspeicher – sofern das Dach geeignet ist. Ziel ist, den selbst genutzten Stromanteil von Photovoltaikanlagen zu erhöhen, damit beispielsweise die Lampen im Klassenzimmer auch an dunklen Wintertagen mit selbstproduziertem Strom betrieben werden können, oder die Tiefkühltruhen in der Schulmensa auch nachts mit gespeicherter Sonnenenergie aus dem Schulkeller laufen.

Das Potenzial der Stromproduktion auf den Schuldächern sei bei Weitem nicht ausgeschöpft. Ob hier eine Speicherbatterie sinnvoll ist, und ob auch Salzwasserstromspeicher geeignet sind, darüber informierte den Kreisausschuss Tobias Sassmann von der Energieagentur Ebersberg-München. Das Fazit seines Vortrags lautete: Strom in Salzwasser zu speichern, sei bei stationärer Anwendung wie in Schulen eine gute Alternative zu den handelsüblichen Lithium-Ionen-Batterien. Die Salzwasserakkus sind allerdings teurer, es gibt zudem weniger Langzeiterfahrung, worin ein Risiko liege. „Eine Anlage ist daher als Pionierprojekt zu sehen“, sagte Sassmann.

„Alle Materialien sind ungiftig und umweltverträglich“

Einiges spricht für die Salzwasser-Akkus: Das System sei simpel aufgebaut, bestehe mit Wasser und Salz aus gut verfügbaren, ungefährlichen Rohstoffen und sei gut recycelbar. „Alle Materialien sind ungiftig und umweltverträglich“, sagte Sassmann.

Die Salzwasserstromspeicher haben mit 15 Jahren eine lange Lebensdauer, sind wartungsfrei und extrem sicher – sie haben also beispielsweise in Schulen viele Vorteile gegenüber der handelsüblichen Lithium-Batterie. Allerdings haben sie eine etwas geringere Leistung und einen höheren Platzbedarf. Nicht zuletzt sind sie teurer, weil sie bisher nur einen kleinen Marktanteil haben.

Die Kosten werden zu 100 Prozent vom Landkreis übernommen

Sassmann sollte auch bewerten, ob die untersuchten Salzwasserbatterien der Firma „Greenrock“ für das neue sechszügige Gymnasium Kirchheim als Stromspeicher sinnvoll wären. Unklar ist aber noch, wie groß der Akku dimensioniert werden sollte: „Es gibt noch keine Daten zum Stromverbrauch, nur Erfahrungswerte“, so Sassmann. Aufgrund der unsicheren Situation riet er, die Photovoltaikanlage auf dem Schuldach so groß wie möglich zu bauen, einen Stromspeicher anzugliedern und einen weiteren nachzurüsten, wenn klar ist, wie viel Strom verbraucht wird.

Der Landkreis entschied sich, diese vielversprechende Technik zu fördern. Man wolle einen Beitrag leisten, damit der Salzwasserakku-Technik zum wirtschaftlichen Durchbruch verholfen werde, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Die Kosten werden – wie bereits bei Photovoltaikanlagen – zu 100 Prozent vom Landkreis München übernommen, vorausgesetzt die Photovoltaikanlage ist auf dem Schuldach wirtschaftlich. Das entschied der Ausschuss mit 13:2, gegen die Stimmen der SPD, die sich mit diesem Grundsatzbeschluss schwer tat: „Setzen wir da auf die Umwelttechnologie der Zukunft oder kommt in zwei Jahren etwas Besseres?“, fragte Florian Schardt, für den die höheren Kosten nicht von der Hand zu weisen sind. Für Göbel zählt die Tatsache, „dass es für die Umwelt besser ist und nur durch die Förderung der öffentlichen Hand läuft.“

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis München finden Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare