Prachtvoller Festumzug durch den Ort: Gemeinschaft, Tracht und Tradition leben und erhalten, das sind die Grundpfeiler des Trachtenvereins D’Hachingertaler.
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Prachtvoller Festumzug durch den Ort: Gemeinschaft, Tracht und Tradition leben und erhalten, das sind die Grundpfeiler des Trachtenvereins D’Hachingertaler.

Jubiläum

100 Jahre D‘Hachingertaler: Trachtenverein hofft auf Zukunft mit jungen Mitgliedern

  • Laura May
    VonLaura May
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Auf 100 Jahre Vereinsgeschichte blickt der Unterhachinger Trachtenverein D‘ Hachingertaler inzwischen zurück. Damit Tradition auch Zukunft hat, hofft der Verein, dass sich noch mehr junge Leute für den Verein und begeistern können.

Unterhaching – „Die althergebrachten Werte unserer Vorfahren bewahren“, so beschreibt Vorsitzender Rudi Maier (65) die Bedeutung des Unterhachinger Heimat- und Trachtenvereins D’Hachingertaler. Auf der Feier zum 100. Jahrestag der Vereinsgründung wurden jetzt die schönsten Fahnen gehisst, Festtagsdirndl geschnürt und geflochtene Zöpfe mit historischen Krausnadeln hochgesteckt.

Wichtiges Gedenken: Der Trachtenverein bei der Totenehrung am Friedensplatz.

Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen fand nach dem Festtagsgottesdienst in der St. Alto Pfarrkirche, inklusive Heiliger Messe und Fahnennachweihe, und der Totenehrung am Friedensplatz, ein kleiner Festzug vom Kriegerdenkmal, über das Gasthaus Kammerloher Richtung Hachinga-Halle statt. Die Zeremonie war eine abgespeckte Version der ursprünglich geplanten Festtagsfeier zum 100. Jahrestag in Verbindung mit dem Gaufest des Isargaus des Trachtenvereins im Juni, das aufgrund der Pandemie ausfiel. „Die letzten eineinhalb Jahre waren für uns natürlich sehr schwer. Wir konnten nicht zusammenkommen und auch keine Feste feiern“, sagt Rudi Maier.

Stadtnähe macht es dem Verein schwer

Seine Frau Silvia Maier-Neumann, die die Festleitung des Jubiläums innehat, ist dem Verein schon seit ihrer Kindheit verbunden, denn die Unterhachingerin kommt aus einer Trachtlerfamilie. „Das erste Foto von mir im Trachtenverein ist von 1961, da war ich vier Jahre alt.“ die 64-Jährige hofft, dass sich in Zukunft wieder mehr junge Menschen für den Traditionserhalt begeistern, denn gerade hier im Landkreis München sei es immer schwieriger, die Jugend für den Trachtenverein zu gewinnen. „Die Stadtnähe ist schon schwer für uns“, beobachtet Silvia Maier-Neumann, „auf dem Land ist die Vereinsarbeit einfacher, da gibt es nicht so viel anderweitiges Angebot.“ Getragen würde der Verein zum Großteil von den langjährigen Hauptfamilien, auch wenn schon immer mal wieder neue Mitglieder hinzukämen. „Bei uns hat es früher gar nichts anderes gegeben, als sonntags zum Trachtenverein zu gehen“, sagt Maier-Neumann.

Die Gründungsmitglieder 1921: (v.l.) Michael Buchner, Paul Heinzler, Wilhelm Ulrich, Gustl Schütz und Michael Drum. 

Der Verein gründet sich am 12. August 1921 unter dem Namen „Gebirgstrachtenverein Eichenlaub“. Nach einem Jahr wird er Teil des Landesvereins und zu „Gebirgstrachten-Erhaltungsverein D’Hachingertaler“ umbenannt. Der Ideengeber und eigentliche Gründer, Jacki Müller, tauscht seine Tracht schon bald gegen das Ordenskleid der Salesianer und geht zum Missionieren nach Afrika. Der Unterhachinger Trachtenverein lebt dank engagierter Mitglieder auch ohne ihn weiter.

Tradition ist nicht veraltet

Zwischen 1933 und 1945 hat es der Verein in der Nazi-Zeit aufgrund des großdeutschen Denkens eher schwer, danach geht es wieder bergauf. 1955 werden die ersten Vereinsdirndl angefertigt, kurz danach die „Vormünchner Tracht“ nach Vorbild der Bedienstetenbekleidung des königlichen Marstalls um 1800 in Unterhaching entworfen. Es folgen Jahrzehnte der Vereinshöhepunkte mit zahlreichen Festen, neuen Trachten, Volksmusik und der endgültigen Umbenennung in „Heimat- und Trachtenverein D’Hachingertaler“ zu Beginn der 1980er Jahre. Seit dem 29. Oktober 2005 ist Rudi Maier Erster Vorsitzender.

Der 65-Jährige will den Traditionserhalt „gerade in dieser schnelllebigen Zeit erhalten“. Mit Ehefrau Silvia Maier-Neumann hat er mehr als eine gute Unterstützung an seiner Seite. Sie schwärmt von dem Gefühl, „was für die Tradition zu tun“, und wehrt sich gegen Meinungen, dass dieses etwas Gestriges sei. „Die Tradition ist keineswegs veraltet, wir müssen sie nur gemeinsam in die Zukunft tragen“, sagt sie.

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