Nur die Hälfte aller Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis München sind geimpft. (Symbolbild)
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Nur die Hälfte aller Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis München sind geimpft. (Symbolbild)

40.000 Impfberechtigte warten auf Termin

Trotz Lockerungen mit Impfnachweis: Pflegekräfte weiter impfskeptisch

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Nur die Hälfte aller Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind geimpft. In den kommenden Wochen gibt es indes nur Zweitimpfungen.

Landkreis – Nur die Hälfte aller Beschäftigen in Alten- und Pflegeheimen im Landkreis München sind geimpft – obwohl die Mitarbeiter bereits ein Impfangebot erhielten. Das teilte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei einem virtuellen Pressegespräch mit. Indes fallen Erstimpfungen in den Impfzentren weiterhin aus, in den kommenden Wochen gibt es ausschließlich Zweitimmunisierungen.

Die Impfbereitschaft in den Alten- und Pflegeeinrichtungen ist verhalten, „seit Wochen hat sich nichts getan“, sagte Peter Distler-Hohenstatt, stellvertretender Sachgebietsleiter im Bereich Pflege im Landratsamt, bei dem Gespräch.

Auf die Infektionszahlen in den Einrichtungen hat der geringe Impfwille keine Auswirkungen: Nur zwei Mitarbeiter und zwei Bewohner aus ebenso vielen Einrichtungen sind derzeit positiv getestet. Impfwilliger waren dagegen die Bewohner. Fast alle Menschen in den Heimen sind immunisiert.

Familienbesuche in Einrichtungen möglich

Grundsätzlich können derzeit Besucher und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen in einer Gruppe von maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen, also der Bewohner und ein weiter Haushalt. Die Regel, dass Geimpfte und Genese nicht als weitere „Personen“ zählen, gilt hier nicht. Das Landratsamt prüft im Moment bei der Staatsregierung, ob bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 weitere Haushalte und Personen Alten- und Pflegeeinrichtungen besuchen dürfen.

Insgesamt sind aktuell 241 Menschen im Landkreis nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Darunter sind drei bestätigte Fälle mit der südafrikanischen Variante sowie eine brasilianische und indische Virusmutation. Alle anderen Ansteckungen gehen auf die britische Virusmutante zurück.

Nach den Ferien: Präsenzunterricht

Keine dokumentierten Infektionsfälle gibt es in den Schulen. Dort soll es nach den Ferien ab dem 7. Juni ausschließlich Präsenzunterricht geben – unabhängig davon, ob Schüler in einer Klasse die Abstandsregeln einhalten können, sagte Landrat Göbel. Eine Inzidenz unter 50 ist aber Voraussetzung.

Auch Schüler sollen so schnell als möglich einen Impftermin bekommen, so Göbel. Voraussetzung sei, dass Impfstoffe dafür zugelassen und ausreichend Vakzine vorhanden seien. Denn auch Schüler hätten eine „berufliche Exposition“. Auch sie hätten ein größeres Risiko, sich mit dem Virus anzustecken.

Mittlerweile zählt das Landratsamt München mehr als 3150 Anzeigen wegen Corona-Verstöße. Von „Wiederholungstätern“, betrunkenen Jugendlichen und kreativen Ausreden.

Landrat: „Freistaat teilt keine Dosen für Erstimpfungen zu“

Ob es dazu kommt, ist fraglich. Diese und kommende Woche gibt es nur Zweitimpfungen in den Impfzentren, sagte Göbel. „Der Freistaat teilt überhaupt keine Dosen für Erstimpfungen zu“, sagte er. In dieser Woche kommen gut 9500 Impfdosen in den Landkreis, kommende Woche sind es knapp 9800.

52 400 Landkreisbürger genießen zumindest den vollen Impfschutz. Aber weiterhin warten knapp 40.000 registrierte Menschen mit Impfpriorisierung auf eine Erstimpfung.

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