Mit Abstand zum nächsten Duo trainieren die Judoka des TSV Unterhaching. 
+
Mit Abstand zum nächsten Duo trainieren die Judoka des TSV Unterhaching. 

TSV UNterhaching

Judo-Training unter Corona-Auflagen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
    schließen

Die Judoka des TSV Unterhaching sind nach virtuellem und Freiluft-Training wieder zum richtigen Judo übergegangen. Mit Körperkontakt also. Aber mit Einschränkungen.

Unterhaching – Viele Wochen lang ging gar nichts mit „richtigem Training“ im Judo, plötzlich kam die Lockerung: Kontaktsport, wie es heißt, ist wieder erlaubt. Unter Auflagen, so die bayerische Staatsregierung. Vorgabe: feste Trainingsgruppen bis zu fünf Personen (exklusive Trainer), die dokumentiert werden; ein Judoka kann nur einer Trainingsgruppe zugeordnet werden, und zwischen diesen Trainingsgruppen muss ein Abstand von mindestens zwei Metern sichergestellt sein.

Wie läuft unter diesen Corona-Bedingungen das Judotraining beim TSV Unterhaching wieder an? Der Münchner Merkur hat nachgefragt bei Trainer Andreas Hofreiter.

„Einfach ist es nicht, aber ein Fortschritt“, sagt er über die Lockerungen, die er als „Maueröffnung“ sieht. Die Resonanz sei super gewesen: „Egal ob Kinder oder Erwachsene, alle waren begeistert.“

So wie früher ist es aber nicht. Maximal ist fest definierten Fünfer-Gruppen (plus Trainer) dürfen die Judoka auf die Matte. „Die meisten Übungen zeige ich mit meinen Söhnen, da gilt die Kontaktbeschränkung ja nicht“, sagt Hofreiter. Fehlerkorrekturen indes seien nicht möglich: Die Hand hier, der Fuß da – nein, anfassen darf der Trainer seine Judoka bei den Übungen nicht. „Ich muss also versuchen, mit einem ,Geisterpartner‘ Techniken vorzuführen.“

Der TSV Unterhaching bietet ein duales Training an: mit oder ohne Kontakt. Kontaktlos, das heißt im Judo: Fallübungen, Wurfansätze ohne Partner, Fitnesstraining. „Etwa 100 Judoka von 230 vor Corona haben wir über das kontaktlose Training wieder erreicht“, sagt Hofreiter. Ob mit oder ohne Körperkontakt, länger als 60 Minuten darf ein Training laut kommunaler Vorgabe nicht dauern (möglich wären inzwischen 120 Minuten). Auch die Situation in den Umkleidekabinen ist reduziert: Maximal acht Leute dürfen hinein, die Duschen bleiben tabu. „Praktischer ist es, in voller Judo-Montur zum Training zu kommen“, sagt Hofreiter. Und so stehen manchmal Kinder im weißen Judoanzug und mit blauem oder braunem Gürtel am S-Bahnhof Unterhaching.

Immerhin, nach Freiluft-Fitness im Landschaftspark steht nun wieder originäres Judo im Mittelpunkt. O-soto-gari im Dojo am Utzweg statt Klimmzüge im Landschaftspark.

Für ein einzelnes Kind, das unter einer Immunkrankheit leidet und dem der Fremdkontakt zu risikohaft erscheint, macht Hofreiter eine Ausnahme: Er streamt das Training live, sodass der achtjährige Bub online dabeisein kann. Randori oder Würfe für das Kind nicht möglich – aber es kann daheim Trockenübungen machen und bleibt somit, trotz Corona, ein bisschen dabei. MARTIN BECKER

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller: Daraus zieht er seine Kraft
100 Tage des Krisenmanagements hat Neubibergs neuer Bürgermeister Thomas Pardeller hinter sich. Dabei behält er stets die Ruhe.
Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller: Daraus zieht er seine Kraft
Nach Supermarkt-Brand ist die Wiedereröffnung noch ungewiss
Der Rewe-Markt muss zum Teil saniert werden. Zum Glück ist aber nicht der ganze Warenbestand durch den Brand zerstört worden. Rewe-Sprecherin Rosmarie Daubenmerkl sagt, …
Nach Supermarkt-Brand ist die Wiedereröffnung noch ungewiss
Jazzgröße bringt Publikum zum Tanzen
Das Experiment ist gelungen. Im voll belegten Hinterhof des Bürgerhauses haben „Sydney Ellis and her Midnight Preachers“ das Publikum beim Open-Air begeistert. 
Jazzgröße bringt Publikum zum Tanzen
Coronavirus im Landkreis München: Nur eine Neuinfektion - Zahl der aktiven Fälle sinkt
Das Coronavirus ist immer noch präsent im Landkreis München. Doch die Infektionen werden deutlich weniger. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Nur eine Neuinfektion - Zahl der aktiven Fälle sinkt

Kommentare