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Uber expandiert ins Münchner Umland - Taxiverband entrüstet: „Das ist Gift fürs Gewerbe“

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Von: Max Wochinger

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Ein E-Auto mit Werbung von Uber lädt an einer Elektrosäule in Kirchheim (Kreis München). Der US-Konzern will in ländliche Regionen expandieren.
Ein E-Auto mit Werbung von Uber lädt an einer Elektrosäule in Kirchheim (Kreis München). Der US-Konzern will in ländliche Regionen expandieren. © uber

Fahrten vom Münchner Stadtrand in die Region gibt es nun zum Festpreis von 6 Euro. Auch das Taxigewerbe will Uber aufmischen. Verbände sind entrüstet.

München – Zu Nachtzeiten fahren Bahnen und Busse in München nur mit langer Taktung – oder gar nicht. Viele Pendler und Nachtschwärmer nervt das. Der Fahrtenvermittler Uber aus den USA will das ändern: Er baut sein Angebot in München mit kurzen Nachtfahrten von Bahnhöfen in Randbezirken aus. Den „Letzte Meile“-Service gibt es zum Festpreis.

Das Angebot wird automatisch angewandt, wenn ein Kunde eine Kurzfahrt (im Umkreis von 2,5 Kilometer) bucht. Der „Letzte Meile“-Service ist gültig für Bahnhöfe, die außerhalb des Mittleren Rings, aber noch auf Münchner Stadtgebiet liegen. Nutzer können aber ins Umland fahren – zum Festpreis von sechs Euro. Ein Fahrgast an der Messestadt West kann sich zum Beispiel heim nach Aschheim fahren lassen. Bisher galt das Angebot nur für U-Bahnhöfe. Ab heute kommen 29 S-Bahn-Stationen außerhalb des Mittleren Rings dazu. Der „Letzte Meile“-Service gilt damit an rund 90 Bahnstationen in München.

Besonders groß sei die Nachfrage zu Randzeiten

Das Angebot startete im Juni an ausgewählten U-Bahn-Haltestellen in München. „Der ,Letzte Meile‘-Service wurde super angenommen“, sagt Christoph Weigler, Deutschland-Chef von Uber, unserer Zeitung. Besonders groß sei die Nachfrage zu Randzeiten, wenn die Verbindung mit dem ÖPNV schlechter werde.

„Die meisten Letzte-Meile-Buchungen gab es spät abends zwischen 23 und 1 Uhr nachts und an den Wochenenden“, sagt ein Uber-Sprecher. Die beliebtesten Abfahrtsstationen sind demnach Heimeranplatz, Messestadt West und Brudermühlstraße. Die Fahrten konnten an diesen U-Bahnhöfen teils verdreifacht werden.

Mit der Ausweitung des Angebots wolle Uber nun die angrenzenden Vororte mit dem ÖPNV besser vernetzen. Der Service soll auch eine Alternative zum eigenen Auto sein, sagt Uber-CEO Weigler. Die Vision von Uber: den Service schrittweise zu allen Außenästen des MVV auszubauen. „Als Geschäftsmann sehe ich viel Potenzial im ländlichen Raum“, sagt Weigler. In zwei Jahren soll es die Fahrten auch in ländlichen Regionen geben, etwa in Aying im Kreis München.

Auch das Taxigewerbe will Uber aufmischen

Auch eine Zusammenarbeit mit dem MVV ist laut Uber geplant. Das Ziel: Die Integration des „Letzte Meile“-Angebots in den Verbund. Der MVV sieht das aber kritisch. Für Uber stehe „das Erlös-/Gewinninteresse im Vordergrund“, teilt eine Sprecherin mit. Angebote gebe es vor allem in gut erschlossenen und dicht besiedelten Gebieten. „Die klassischen ÖPNV-Verkehrsmittel hingegen unterliegen dem Gedanken der Daseinsvorsorge“, so die MVV. Neue Mobilitätsmodelle wie Uber in der Fläche anzubieten, gestalte sich deshalb „eher schwierig“.

Auch das Taxigewerbe will Uber aufmischen. Kommendes Jahr soll „Uber Taxi“ in München starten, Fahrten sollen dann auch lokale Taxiunternehmen ausführen. Der Fahrdienstanbieter arbeitet bisher mit Mietwagenunternehmen zusammen – die Partner haben einen eigenen Fuhrpark und angestellte Fahrer. Privatpersonen können keine Fahrten anbieten.

„Das ist Gift fürs Taxigewerbe“

Taxiverbände in München sind wegen der Pläne des US-Konzerns entrüstet. „Uber basiert auf Gesetzesverstößen und Lohndumping“, sagt Thomas Kroker vom bayerischen Verband für Taxi- und Mietwagen Unternehmen. Eine Zusammenarbeit mit Uber wolle er nicht, „das ist Gift fürs Taxigewerbe“. Florian Bachmann vom Taxiverband München droht rechtliche Mittel an, sollte Uber „ein weiteres Mal illegalen Service“ anbieten.

Immer wieder klagen Taxiunternehmen gegen Uber – zuletzt erfolgreich mit einem Urteil im Jahr 2020. Das Landgericht München verbot daraufhin Uber in der Stadt – allerdings ohne Auswirkungen auf den Fahrbetrieb. Der Fahrtvermittler änderte nämlich sein Geschäftsmodell.

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