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Lärmschutz an der A995 ist seit langem ein Thema.

Aufforsten für den Lärmschutz an der A995 stößt auf Kritik

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Mit klarer Mehrheit haben die Fraktionen im Unterhachinger Hauptausschuss für eine Aufforstung des Wäldchens an der A995 gestimmt. Gleichzeitig wächst der Widerstand in der Bevölkerung gegen diese Maßnahme.

Unterhaching –  In Sachen A 995-Lärmschutz deutet sich ein schwerer Gang für das Rathaus an. Bei nur vier Gegenstimmen aus Grünen, FDP (je einmal) und zwei Christsozialen steht der vorberatende Haupt- und Finanzausschuss hinter Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) und seiner Verwaltung. Mit knapper Mehrheit war am Vorabend der Bauausschuss der Vorlage gefolgt. Der Gemeinderat dürfte der Empfehlung am heutigen Dienstag wohl folgen. Demgegenüber erreichte eine am Donnerstag, am Tag nach der Sitzung des Finanzausschusses, von der Unterhachingerin, Brigitte Harz, gestartete Petition („Stopp der Abrodung entlang der A995“), bereits zum Wochenende fast zehn Prozent der für die Zulässigkeit nötigen Stimmen, das so genannte Quorum.

Vor eineinhalb Jahren schon hatte Lärmschutz-Aktivistin und erklärte Aufforstungs-Gegnerin Catia Hilgart 700 Unterschriften für eine Lärmschutzwand gesammelt. Sollte der Gemeinderat der Aufforstung zustimmen, will Hilgart jetzt so richtig loslegen. Die inzwischen der CSU zugehörige Aktivistin denkt über ein Bürgerbegehren nach, will womöglich den Klageweg beschreiten.

Dass gerade Grüne und SPD, „die Klimaschützer schlechthin“, für die Aufforstung eines intakten Mischwaldes mit Nadelhölzern argumentieren, hält Hilgart für einen schlechten Witz. Denn bevor aufgeforstet wird, müssen gesunde Bäume gerodet werden. um sie durch Nadelbäume zu ersetzen, die in frühestens 30 Jahren groß genug sind, um Lärmschutz zu bieten.

Inzwischen bröckelt auch die Front der unlängst noch als zu teuer abgelehnten Lärmschutzwand. Die CSU bekräftigte, auf die Seite der Befürworter gewechselt zu sein (wir berichteten). Der Grundsatzbeschluss, in dem sich die CSU im vergangenen November gegen eine Lärmschutzwand aussprach, ist obsolet. Die Fraktion vertritt inzwischen die Ansicht, dass von einer Aufforstung kein Effekt auf den Lärmschutz zu erwarten sei. Statt den Wald in Teilen zu roden, sollte man ihn intensiver bepflanzen, befand Franz Felzmann im Bauausschuss. Nach Ansicht der CSU sind die Kosten einer Lärmschutzwand mit zehn bis 15 Millionen Euro zu hoch gerechnet worden. Finanzreferent Stefan Zöllinger fordert eine Neubewertung.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin Claudia Köhler beklagt zudem, dass Kosten für Lärmschutz an der Autobahn, also einer Bundesangelegenheit, überhaupt auf Unterhaching abgewälzt würden und warnt vor Folgekosten. Sollte die Gemeinde Lärmschutz aus eigener Tasche zahlen, müsse man künftig auch für Pflege und Reparatur aufkommen. Hinzu kommt, dass die Zustimmung der Bayerischen Staatsforsten zur Aufforstung nicht so deutlich ausfällt, wie vom Rathaus in Anspruch genommen. Laut Staatsforsten, dem Eigentümer des Waldes, ist die Aufforstung aus waldbaulichen und forstbetrieblichen Gründen nicht erforderlich. Finanzielle Einbußen in der Holzwirtschaft von geschätzt 450 000 Euro in 25 Jahren legt der Forstbetrieb auf die Gemeinde um.  

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