Seit 2015 gibt es in Unterhaching, nahe dem Landschaftsparks, diese Asylbewerberunterkunft. Sie soll nun deutlich erweitert werden.
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Seit 2015 gibt es in Unterhaching, nahe des Landschaftsparks, diese Asylbewerberunterkunft. Sie soll nun deutlich erweitert werden.

Asylunterkunft

Zuhause für geflüchtete Familien: Erweiterungsbau soll im Dezember 2022 bezugsfertig sein

  • VonAndreas Sachse
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Der Erweiterungsbau der Asylbewerberunterkunft in Unterhaching soll im Dezember 2022 bezugsfertig sein. Einziehen sollen laut Landratsamt geflüchtete Familien.

Unterhaching – In dem Erweiterungsbau der Flüchtlingsunterkunft im Hachinger Haid sollen in erster Linie Familien untergebracht werden. Das wurde nun im Kreisausschuss bekannt. Die Bauarbeiten beginnen kommendes Frühjahr. Voraussichtlich im Dezember 2022 beziehen die insgesamt 116 Asylbewerber ihr Quartier.

Der im Sommer noch auf 5,4 Millionen Euro kalkulierte Anbau verteuert sich erheblich. Inzwischen geht man im Landratsamt von 7,4 Millionen Euro aus. Das zuständige Baureferat verwies auf die zuletzt um nahezu 30 Prozent gestiegenen Aufwendungen für Holz. Vergleichbare Kostensteigerungen registriert man für andere Gewerbe der boomenden Baubranche. Die Gemeinde Unterhaching segnete den Erweiterungsbau im Juli ab, nachdem der Kreis die Zahl der künftigen Bewohner von zunächst 130 auf 116 reduziert hatte.

Quote nicht erfüllt

Wie eine Mitarbeiterin des Fachbereichs Flüchtlingsunterbringung im Landratsamt den Gemeinderäten in der Juli-Sitzung mitteilte, war der Anbau aufgrund von Schwierigkeiten mit der Quote notwendig geworden. Unter dem Strich stellt Unterhaching zwar genügend Plätze zur Verfügung. Anerkannte Flüchtlinge fallen nach drei Jahren aber aus der Statistik, weshalb die Quote im Sommer nur bei 76 Prozent lag. Das Problem ist seit Jahren bekannt: Auf dem überhitzten Wohnungsmarkt gehen Flüchtlinge bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum allzu oft leer aus. Als sogenannte Fehlbeleger bleiben sie in der Unterkunft, werden der Gemeinde aber nicht mehr angerechnet.

Teile des Unterhachinger Gemeinderats hatten dem Erweiterungsbau nur mit Bauchgrimmen zugestimmt. Der nah gelegene Hachinger Bach generiert ein potenzielles Überschwemmungsgebiet. Zwar berechnete das Landratsamt ein vertretbares Risiko, an Alternativen zur Hachinger Haid fehlt es jedoch. Das eigentlich favorisierte Bundeswehr-Areal an der Biberger Straße, wo dereinst die Traglufthallen standen, ist nur noch für die Bundeswehr reserviert.

Refinanzierung durch Zuschüsse

Mit 7,4 Millionen Euro ist das Maximum an Baukosten erreicht. Der Kreis geht finanziell in Vorleistung. Über eine Pauschale der Regierung von Oberbayern in Höhe von knapp über 400 Euro pro Monat und Platz hofft man, den Bau zu refinanzieren. Die Rechnung geht aber nur auf, wenn die Baukosten nicht weiter steigen.

In L-Form geplant, umfasst der Erweiterungsbau die beiden Bestandsgebäude von Süden her. Wegen der prekären Finanzen sieht man vermutlich davon ab, den Anbau möglichst nachhaltig aus Holz zu errichten. Das Grundstück ist für 15 Jahre angemietet. Das Gebäude entsteht in Modulbauweise, könnte nach Ablauf der Zeit somit verlegt und andernorts weiter genutzt werden. Nachhaltigkeit gewährleistet der Kreis durch GEG-Standards (Gebäudeenergiegesetz) und den den Anschluss an das Fernwärmenetz. Vorgesehen sind 22 Zimmer für jeweils zwei bis acht Personen. Gut die Hälfte der Wohnräume ist für sechs Personen ausgelegt. Jede Wohneinheit ist mit Dusche und WC, einen Aufenthaltsbereich, Küchenzeile und Waschmaschine geplant. In die Anlage sind außerdem Gemeinschaftsräume, ein Gruppenraum, überdachte Fahrradstellplätze und ein Abstellraum für Kinderwagen integriert.

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