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Wollen trotz Parteiaustritts weiter im Gemeinderat bleiben: Gertraud Schubert (l.) und Christa Helming. 

3. Bürgermeisterin und Gemeinderätin

„Man wollte uns loswerden“: Zwei Ur-Grüne treten im Streit mit Parteigröße aus

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Jahrzehntelang haben Christa Helming und Gertraud Schubert in Unterhaching grüne Politik gemacht. Nun verlassen sie die Partei im Streit. Die Schuldige steht für sie fest.

Unterhaching – Der Klimanotstand, den die Grünen in Unterhaching gerne ausgerufen hätten, hat das Fass bei Christa Helming und Gertraud Schubert zum Überlaufen gebracht. Die beiden Unterhachingerinnen, die für die Ur-Grünen im Ort stehen, fühlen sich in ihrem Ortsverein nicht mehr verstanden und nicht mehr willkommen. Jetzt haben sie ihren Austritt aus Partei und Fraktion erklärt. 24 Jahre saß Christa Helming, die auch Dritte Bürgermeisterin ist, im Gemeinderat für die Grünen, Gertraud Schubert seit 18 Jahren.

Kritik an den Grünen: Fokus auf Kommunalpolitik geht verloren

Enttäuschung, aber auch Zorn sind den beiden Frauen deutlich anzumerken, als sie am Montag im Gespräch mit dem Münchner Merkur über die Hintergründe ihrer Entscheidung sprechen. Schon länger brodelte es wohl hinter den Kulissen, was die politische Linie der Grünen angeht. Auf der einen Seite Helming und Schubert, die, wie sie sagen, Politik nah am Bürger machen wollen. Eine fehlende Heizung in der Aussegnungshalle, eine Grünfläche, die dringender Pflege bedarf. Bodenständig eben.

Parteiaustritt bei den Grünen: „Höhenflug der Ortsvorsitzenden“

Und auf der anderen Seite Ortsvereins- und Fraktionssprecherin Claudia Köhler, die als Landtagsabgeordnete mit aller Macht die großen grünen Themen nach Unterhaching holen will. Ein Antrag zur Abschaffung von Glyphosat in der Gemeinde etwa. „Dabei verwendet die Gemeinde schon seit 16 Jahren kein Glyphosat mehr“, sagt Schubert. Oder zuletzt der Klimanotstand, für den es auch seitens der SPD öffentlich Kritik hagelte. „Ich habe hier selbst das Klimaschutzkonzept 2012 miterarbeitet, wovon schon vieles umgesetzt wurde. Da kann ich doch nicht mitgehen“, sagt Schubert, die im Gemeinderat gegen den Antrag stimmte und dafür sogar von grünen Anhängern ausgebuht wurde. Mit der Realität und den echten Bedürfnissen in der Gemeinde habe das nichts mehr zu tun. Als „Höhenflug“ der Ortsvorsitzenden bezeichnet es Christa Helming. Ihre Kritik im Ortsverein blieb ungehört. „Wir haben auf unsere E-Mails an Frau Köhler am Ende nicht mal mehr Antworten erhalten“, sagt Christa Helming.

Vor der Aufstellung der grünen Kommunalwahl-Liste: „Man wollte uns loswerden“

Von Wertschätzung und Respekt für die jahrelange Arbeit im Ortsverein, den die beiden Frauen aufgebaut haben, spüren sie nichts mehr. Höhepunkt sei für beide zuletzt ein Gespräch gewesen, zu dem sie von Claudia Köhler und Ortsverbandssprecher Stefan König gebeten wurden. Um die Aufstellung zur Kommunalwahl sollte es gehen. „Begrüßt wurden wir mit den Worten: ,Wir würden mit euch gerne über euren Abschied sprechen’“, sagt Helming, die darüber immer noch fassungslos ist. „Man wollte uns loswerden.“

Köhler fordert das Duo zum Rücktritt auf: „Von grünen Kernthemen entfernt“

Schriftlich nimmt Claudia Köhler einen Tag nach Bekanntgabe des Parteiaustritts Stellung. Sie drückt ihr Bedauern aus, bemängelt aber gleichzeitig „die fehlende Unterstützung bei zentralen Themen“ wie Klimakrise und Kinderbetreuungsplätze. Schubert und Helming hätten sich von den „grünen Kernthemen entfernt“. 

Und Köhler fordert beide auf, ihre Sitze im Gemeinderat freizumachen für grüne Nachrücker. Christa Helming soll zudem ihr Amt als Dritte Bürgermeisterin aufgeben. „Dieses Amt steht der Grünen-Fraktion zu“, schreibt Köhler. 

Streit bei den Grünen: „Das ist ja ein starkes Stück!“

„Das ist ja ein starkes Stück“, sagt Helming empört, als sie das liest. Ihre Gemeinderatsmandate wollen beide in jedem Fall behalten. Ob sie sich nun in einer anderen Partei eine neue politische Heimat suchen, möchten sie noch nicht verraten. Schubert: „Wichtig ist uns nur, unser grünes Herz nicht zu verlieren.“

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